Wenn sich 1871 einmal ein Fremder in das kleine Fischerstädtchen an der Küste Jütlands verlief, dann meist, um Martine (
Vibeke Hastrup) oder Filippa (
Hanne Stensgaard), eine der Töchter des Probstes, zu besuchen. Da ist zuerst Lorens Löwenhjelm (
Gudmar Wivesson), dann der Sänger Achille Papin (
Jean-Philippe Lafont) - dazwischen liegen freilich Jahre. Weitere Jahre später steht die Köchin Babette Hersant (
Stephane Audran) bei den beiden Schwestern vor der Tür. Sie ist aus Frankreich vor dem Bürgerkrieg geflohen und bringt ein Empfehlungsschreiben Lorens' mit, der sie bittet, Babette aufzunehmen.
Bereitwillig kommen die Pastorentöchter dem Wunsch nach. Babette kocht, kauft ein und fügt sich recht gut in die Dorfgemeinschaft ein. Nach einigen Jahren kommt ein Brief aus Frankreich für Babette. Eine Freundin teilt ihr mit, dass sie den Hauptpreis in der Lotterie, 10.000 Franc, gewonnen hat; eine unvorstellbare Summe. Babette möchte das Geld jedoch nicht für sich und hat eine Bitte: Sie möchte die Feierlichkeiten zum Gedenken an den 100. Geburtstag des Probstes ausrichten und sich mit einem außergewöhnlichen Festessen bei allen Dorfbewohnern für die Gastfreundschaft bedanken...
Der Stoff aus dem der Norden ist: Wunderschöne Landschaftsbilder prägen den ersten Teil von "Babettes Fest" und vermitteln dem Zuschauer die richtige heimelige Stimmung für kalte Winterabende. Die Atmosphäre, die Gabriel Axel hier einfängt, prägt den Film und macht seinen Charme aus. Aber auch im zweiten Teil versteht er es, fast schon sinnliche Bilder vom Festessen zu photographieren. Für den dänischen Streifen nach einem Roman von Tanja Blixen, deren Lebensgeschichte in dem "OSCAR"-gekrönten
"Jenseits von Afrika" zwei Jahre zuvor verfilmt worden war, gewann 1987 den "OSCAR" als "bestrer fremdsprachiger Film".