Die ehemalige Lehrerin Dora (
Fernanda Montenegro) verdient ihren Lebensunterhalt als Briefschreiberin für Analphabeten. In der Bahnhofshalle von Rio des Janeiro baut sie jeden Morgen ihren Stand auf um den zahlreichen Kunden behilflich zu sein. Sie schreibt Liebesbriefe ebenso wie verzweifelte Kontaktversuche mit verschollenen Angehörigen oder einfach Briefe, in denen die Absender die Härte ihrer Existenz beklagen. Für gewöhnlich liest sich Dora am Abend mit ihrer einzigen Freundin, der Nachbarin Irene (
Marilia Pera) die Briefe durch und entscheidet, welcher in den nächsten Tagen zur Post gebracht wird und welcher im Papierkorb landet.
Ihre alltägliche Routine wird erst durch einen tödlichen Unfall durcheinander gebracht. Vor ihren Augen stirbt die Mutter des kleinen Josué (
Vinicius De Oliveira). Kurz vor dem tragischen Vorfall hatte sie noch einen Brief an ihren Ex-Mann diktiert, mit der Bitte um ein Treffen, damit er seinen Sohn kennen lernt. Dora erkennt ihre Chance: Wenn sie Josué an eine zweifelhafte Adoptions-Vermittlungsstelle verkauft, kann sie das schnelle Geld machen. Doch schnell ändert sie ihre Meinung. Zusammen mit dem Kleinen lässt sie die große Stadt hinter sich und fährt in das Landesinnere, um den Vater des Kindes ausfindig zu machen.
"Central Station" ist der große Sieger der diesjährigen Berlinale gewesen. Neben einem Goldenen Bären für den besten Film gab es noch einen Silbernen Bären für die Hauptdarstellerin. Und auch beim Sundance-Festival erhielt der Streifen eine Auszeichnung für das beste Drehbuch. Die beste Begründung für die Auszeichnung lieferte der "Hollywood Reporter": "Central Station ist movie-making at it´s best, ein unvergessliches, emotionelles Erlebnis."