Erst sorgt ein heftiger Sturm für umgefegte Bäume und zerstörte Fensterscheiben, dann zieht dichter Nebel auf. Angesichts des ungemütlichen Wetters will Filmplakat-Maler David Drayton (
Thomas Jane,
"Deep Blue Sea") zusammen mit seinem achtjährigen Sohn noch schnell ein paar Vorräte im Supermarkt einkaufen. Doch der Nebel wird so schnell zur bedrohlichen Suppe, dass Kunden und Belegschaft beschließen, zwischen den Einkaufsregalen auszuharren. Offenbar eine gute Entscheidung – denn das Tiefdruckgebiet bringt gefährliches Ungeziefer mit sich. Die frömmelnde Kleinstädterin Mrs. Carmody (
Marcia Gay Harden,
"Mystic River") sieht gar die Boten der Apokalypse ans Schaufenster klopfen…
Regisseur Frank Darabont hat sich bei seinen bisherigen Stephen-King-Verfilmungen
"Die Verurteilten" und
"The Green Mile" an die wenigen monsterfreien Vorlagen des Horror-Autors gehalten. "Der Nebel" basiert auf einer Erzählung aus Kings Kurzgeschichtensammlung "Im Morgengrauen", und darin müssen sich die Charaktere mit allerlei fiesem Ungeziefer anlegen. Darabont allerdings hat mehr im Sinn, als reines Monsterkino - auch wenn die entsprechenden Filmszenen trotz mäßiger Tricktechnik durchaus effektiv geraten sind. Der Regisseur und Drehbuchautor spinnt aus der klaustrophobischen Ausgangslage eine kluge Studie über die Natur des Menschen in scheinbar aussichtslosen Situationen. Das Ergebnis ist ein überraschend böser Kommentar zur gesellschaftlichen und politischen Weltlage – verkleidet im Gewand eines B-Films. Clever!