Der Buchhalter Joseph K. (
Anthony Perkins) wacht eines Morgens in seinem Zimmer auf und wird von zwei ihm unbekannten Männern begrüßt, die ihm eröffnen, dass nun Anklage gegen ihn erhoben wird und sie ihn auf den Prozess vorbereiten sollen. K. hat keine Ahnung, wessen er beschuldigt wird und die beiden Herren können oder wollen es ihm auch nicht sagen. Auch seine Nachbarin Fräulein Marika Bürstner (
Jeanne Moureau) ist ihm da keine große Hilfe.
Er wendet sich an seinen Onkel Max (
Max Haufler) und an den Anwalt Albert Hastler (
Orson Welles) - der findet aber auch kein rechtes Rezept. Lediglich dessen Assistentin Leni (
Romy Schneider) scheint ihn zu verstehen. Schließlich entscheidet sich K. dafür, sich selbst zu verteidigen – was natürlich recht schwer ist, da er weiterhin die Anklage nicht kennt. Die Lage wird immer aussichtsloser…
"Der Prozeß" ist eines der bedeutendsten Werke von Franz Kafka – viel besprochen und noch öfter (um-)gedeutet – daher möchte ich an dieser Stelle auf jede Würdigung der Vorlage verzichten. Für Orson Welles war es das wohl ehrgeizigste Projekt und er bezeichnete den Film später als "den besten, den er je gemacht hat". Hierfür konnte er sich auch einer erstklassigen Besetzung bis in die Nebenrollen bedienen. Welles stellt den Roman ungefähr so verschachtelt-surrealistisch und albtraumhaft dar, wie Kafka ihn sich gedacht haben mag – für die meisten Szenen diente ihm da der Pariser Gare d'Orsay als Kulisse.