Berlin 1939: Noch ahnen die Freunde Robert Franke (
Hansjörg Felmy) und Hans-Joachim "Jochen" Marseille (
Joachim Hansen), beide begeisterte Flieger in der Luftwaffe, nicht, dass der Krieg direkt vor der Tür steht. Aber schon bald holt die Wirklichkeit ein – für Robert, der dem Leichtfuß Jochen schon oft die Karriere gerettet hat, heißt es, Frau Marianne (
Lore Hartling) zu verlassen, denn ihr Geschwader wird nach Afrika verlegt. Jochen fällt das ungebunden deutlich leichter und er wird auch gleich zum Kriegshelden, in dem er regelmäßig mehrere Briten auf einen Streich abschießt.
Major Niemeyer (
Alexander Kerst) appelliert zwar an ihn, etwas weniger "selbstmörderisch" zu fliegen, weiß aber selbst schon, dass dies auf taube Ohren stoßen wird. Immerhin schafft es Marseille so, zum Volkshelden zu werden und Heimaturlaub zu bekommen; u.a. um Ehrungen bei Hitler und Mussolini abzuholen. In der Berliner Heimat passiert allerdings auch etwas, womit er nicht gerechnet hat: Er verliebt sich in die Studentin Brigitte (
Marianne Koch), die zu Kriegszeiten aushilfsweise als Lehrerein unterrichtet. Und diese Beziehung macht ihm die Rückkehr an die Front deutlich schwerer – er fragt sich, nach dem Sinn des Krieges…
Hansjörg Felmy gab mit diesem Streifen – zumindest wenn man dem Vorspann glauben schenken darf – sein Leinwand-Debüt. Auch ansonsten war der Film prominent besetzt, u.a. mit
Horst Frank,
Peer Schmidt und
Roberto Zerquera – Roberto wer….? Nun, der vermeintliche Afrikaner, der hier bei seinen Kurzauftritten meist gutgelaunt durchs Bild tanzt, machte später als Schlagersänger unter dem Pseudonym "Roberto Blanco" Karriere. "Der Stern von Afrika" war alles andere als ein gut gelaunter Film: Aufgehängt an einer Liebesgeschichte stellte er elf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges allen Deutschen noch einmal die Sinnfrage – bewegend. Das Drehbuch schrieb übrigens Herbert Reinecker – später Haus- und Hof-Autor des TV-Kommissars "Derrick".