"Neugier ist der Antrieb allen Tuns - und ich bin so neugierig auf die Welt", sagt die begeistere Studentin Ellen (
Francesca Vanthielen) am Anfang ihrer ungewöhnlichen Reise. Sie will raus aus der Großstadt und macht sich auf zur norwegischen Inselgruppe Spitzbergen. Dort will sie während der vier Monate dauernden Polarnacht bei klirrender Kälte und Dunkelheit überwintern. Aufgenommen wird sie von Trapper Lars (
Joachim Krol), der außer ein paar Brocken Deutsch nicht viel spricht. Er schweigt lieber und will die junge Frau, für ihn die erste seit Jahren (
bzw. überhaupt) ins Bett kriegen. Ellen hat dazu jedoch wenig Lust, kein guter Anfang für ein viermonatiges Zusammenleben auf engstem Raum.
Jeder Schritt aus der Hütte bedeutet die Gefahr auf Eisbären zutreffen und heißt, mit Temperaturen von bis zu - 40 Grad umzugehen. Als es doch nötig wird, Ellen will eine Antenne reparieren, Lars muss auf die Jagd gehen, überschlagen sich die Ereignisse und eine Annäherung scheint möglich.
"Die Stunde des Lichts" ist an Originalschauplätzen in Spitzbergen gedreht und hat zwei Nachteile. Leider wird die wunderschöne Natur zuwenig in den Film eingebaut, da wäre mehr drin gewesen, zumal man ja wirklich vor Ort war. Und zweitens schafft es der Streifen nicht, die Wandlung in der Einstellung der Ellen rüber zu bringen. Zu schnell und spontan erkennt sie den wahren Lars und startet einen "Homerun" nach dem anderen. Dennoch schafft es der niederländische Regisseur Stjin Coninx sehr gut, die Stille und die Stimmungen, die zwischen den beiden Hauptakteuren (und außer ihnen spielen nur noch vier Personen kleinste Nebenrollen) einzufangen. Damit wäre "Die Stunde des Lichts" eigentlich ein gelungenes Melodram, dafür ist das Stück aber wiederum zu witzig und erotisch.