"Jenseits der Stille" erzählt die Geschichte von Lara (
Tatjana Trieb), die als Tochter taubstummer Eltern aufwächst. Da Lara die einzige in ihrer Familie ist, die sprechen und hören kann, übersetzt sie schon mit 8 Jahren für ihre Eltern in allen Lebenslagen. So begleitet sie sie zu Kreditverhandlungen und dolmetscht auch den Elternsprechtag - leider nicht immer ganz wörtlich. An Weihnachten bekommt Lara von ihrer Tante Clarissa (
Sibylle Canonica), selbst eine begeisterte Musikerin, eine Klarinette geschenkt. Lara entdeckt dadurch nicht nur die Liebe zur Musik sondern auch eine enge Bindung zu ihrer Tante, die ihr Vater (
Howie Seago) zu seiner Schwester nie aufbauen konnte.
So wächst Lara also mit der Musik auf - und der Zuschauer beginnt zu bedauern, dass Lara älter wird, denn nun wird die Rolle, die die erst 10-jährige Tatjana Trieb vorzüglich spielte, von
Sylvie Testud ("Marie's Lied") übernommen - was aber beileibe nicht deren Schauspielkünste abwerten soll. Sylvie spielt die 18-jährige Lara, die sich entschlossen hat, Musikerin zu werden und sich fragen muss, ob ihre Eltern ihre Liebe zur Musik je verstehen werden.
Caroline Links Kino-Debüt beginnt als kurzweilige Familiengeschichte einer Familie, die "anders", aber glücklich zusammenlebt. Das Thema Leben mit der Gehörlosigkeit wird aber mehr und mehr verwässert: Lara will Musikerin werden und muss natürlich auch ihre erste Liebe erfahren. In sechs appetitliche Häppchen zerschnitten wäre "Jenseits der Stille" so auch der ideale ZDF-Weihnachts-Mehrteiler für 1996 geworden.