Wenn die Eltern (
John Goodman und
Susan Sarandon) schon mit Nachnamen Racer heißen und man dann auch noch den Vornamen Speed verpasst bekommt, ist die Berufswahl eigentlich vorprogrammiert. Speed Racer (
Emile Hirsch) tritt das Familienerbe auf der Rennstrecke an, nachdem sein großer Bruder einen tragischen Unfall hatte. Schon bald zieht das junge Talent die Aufmerksamkeit zwielichtiger Sponsoren auf sich. Doch für Familie Racer ist klar: Unser Motorsport soll sauber bleiben! Und so umschifft Speed mit gekonnter Bleifuß-Akrobatik sowie der Hilfe seiner Freundin Trixie (verschenkt:
Christina Ricci) und des mysteriösen Racer X ("Lost"-Star
Matthew Fox) sämtliche Rennstall-Intrigen.
Nach der
"Matrix"-Trilogie blasen die Wachowski-Brüder einmal mehr zum visuellen Sturmangriff. Die Schauspieler wurden fast ausschließlich vor Greenscreen-Wänden gefilmt. Per Computer wurden sie dann in eine knallbunte Phantasy-Welt verfrachtet, wie man sie in dieser Brillanz und Konsequenz tatsächlich noch nie gesehen hat. Nicht nur die rasanten Rennszenen kommen erwartungsgemäß in hochgepimpter Videospiel-Grafik mit schwindelerregenden Kamera-Fahrten daher. Selbst die Erdnussbutter-Schnittchen, die Susan Sarandon den Jungs beim Motorschrauben reicht, wirken knalliger als sonst. Keine Frage: So wie einst "Matrix" den Grundstein für viele DVD-Sammlungen legte, dürfte "Speed Racer" spätestens zu Weihnachten neben jedem zweiten Blue-Ray-Player liegen.
Von der Geschichte hingegen sollte man nicht zu viel erwarten. Die Story startet rasant, legt dann vor dem großen Finale aber auch den einen oder anderen Boxenstopp ein. Und: Generell peilt diese Verfilmung einer japanischen Zeichentrick-Serie ein Publikum an, das mehrere Jahrzehnte jünger ist als der gemeine "Matrix"-Fan! Das wird spätestens dann klar, wenn Speeds kleiner Bruder gemeinsam mit einem Schimpansen auf Süßigkeiten-Jagd geht - und während längerer Dialogszenen wild grimassierend die aufmerksamkeitsdefizitäre Zielgruppe bei Laune halten darf. Ältere Zuschauer können sich stattdessen immerhin die Zeit damit vertreiben, all die deutschen Jungstars zu erkennen, die hier in diversen Gastrollen auftauchen – dem Drehort Babelsberg sei Dank. Selbst das Brandenburger Tor darf mitspielen.