Wie macht man aus einer Mücke einen Elefanten? Ein gelungenes Beispiel hierfür lieferte die Familie Winslow im England des Jahre 1912, als der 14-jährige Spross Ronnie (
Guy Edwards) kurz vor Weihnachten aus dem Internat der Navy fliegt: Unehrenhaft entlassen, weil er eine Postanweisung im Wert von 5 Schilling gestohlen haben soll. Er beteuert zwar seine Unschuld, aber das spielt für seinen Vater Arthur (
Nigel Hawthorne) eigentlich schon gar keine Rolle mehr - für ihn ist es eine Frage der Ehre.
Und so zieht er in den Kampf und vor Gericht - ohne zu ahnen, dass er die ehrwürdige Familie damit in ein heilloses Chaos stoßen soll: Im Verlaufe des Prozesses soll er seine Gesundheit und einen Großteil seines Geldes verlieren, seine Tochter Catherine (
Rebecca Pidgeon) verliert ihren Verlobten John Watherstone (
Aden Gillett) - aber sie geben nicht auf. Den Winslows gelingt es schließlich, dass ihr Anwalt Sir Robert Morton (
Jeremy Northam) den Fall nicht nur einem ordentlichen Gericht, sondern auch dem britischen Parlament vorträgt...
Wer wünscht sich nicht einen Vater wie Nigel Hawthorne ihn hier spielt: Bereit, für seinen Sohn alles zu opfern - ohne Kompromisse? Und wer wünscht sich nicht einen Anwalt wie Robert Morton: Hart, kompromisslos - und doch, darauf aus, auch nur einer wirklich Gerechten Sache zu dienen? Die Rollen in dieser Neuverfilmung eines Schauspiels von Terence Rattigan sind erstklassig besetzt - und das ganze von David Mamet noch einfühlsam und treffend in Szene gesetzt. Wer wünscht sich einen kurzweiligeren Film ... ?