Allein den Inhalt von "Tod in Venedig" wiederzugeben ist ein kleines Kunststück - handelt es sich hierbei doch um die Verfilmung eines der berühmtesten aber wohl auch symbolhaftesten Romane von Thomas Mann, der schon so manchen Germanistikstudenten zu Schweißausbrüchen trieb. Mittel-, Dreh- und Angelpunkt ist in jedem Fall Gustav von Aschenbach (
Dirk Bogarde), Musiker und Komponist, der nach Venedig kommt - und schon bald seine Eigenheiten offenbart, in dem er sich direkt mit dem Gondoliere anlegt.
Und schon bald wird klar, dass es um von Aschenbachs Gesundheit nicht zum besten bestellt ist, erleidet er doch eine Herzattacke. Überhaupt scheint ihn der Tod zu faszinieren: Überall um sich herum sieht er kränkelnde Menschen und Menschen, die im sterben begriffen sind. Aber noch etwas anderes fasziniert ihn: Der "blonde Jüngling" Tadzio (
Björn Andresen), der ihm mit seiner Mutter (
Silvana Mangano) immer wieder über den Weg läuft...
Wird dem "Tod in Venedig" folgen will, muss zweifelsohne konzentriert und gut hinschauen. Es gibt nur wenig Dialog, man muss beobachten, wie von Aschenbach beobachtet und sehen, was er sieht. Insofern setzte Visconti die Romanvorlage sicherlich gut um - im Gedächtnis bleibt aber in jedem Fall die Musik Gustav Mahlers, die den morbiden Charakter des Films unterstreicht. Und einige wirklich gelungene Bilder von Venedig - sowie ein großartiger Dirk Bogarde in der Titelrolle. "Tod in Venedig" gilt auch zu einem guten Teil als Selbstbespiegelung Thomas Manns - so ist es sicher auch kein Zufall, dass Dirk Bogarde in der Hauptrolle ihm erstaunlich ähnlich sieht... Für die Kostüme gab es sogar eine "OSCAR"-Nominierung.