Auch nach den Ereignissen aus
"Wächter der Nacht" (2004) liegen Licht und Dunkel – Gut und Böse – im modernen Moskau weiter im Clinch. Die beiden Lager der so genannten "Anderen" – Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten, Vampire und Tierwesen - haben zwar vor Urzeiten einen Waffenstillstand geschlossen, der nun von Vertretern beider Seiten überwacht wird. Doch als "Nachtwächter" Anton (
Konstantin Khabensky) in einen Mordkomplott verwickelt wird, droht ein neuer Krieg zwischen beiden Seiten auszubrechen. Verhindern könnte das ein legendäres Stück magischer Kreide – doch das gilt seit Jahrzehnten als verschollen…
Vor drei Jahren sorgte der erste Teil der russischen Fantasy-Saga international für Aufsehen. So einfallsreich, so rasant, so cool und vor allem so effektgeladen hatte man russisches Kino noch nie gesehen. Dabei bot der Film an Handlung nicht viel mehr als die Einführung diverser Charaktere. Die bekommen in "Wächter des Tages" nun tatsächlich auch etwas zu tun. Das mal amüsante, mal intrigante Machtspiel droht zwar gelegentlich etwas verwirrend zu werden – erreicht aber glücklicherweise nie
"Fluch der Karibik 3"-Dimensionen. So vermag die Geschichte durchweg zu unterhalten – auch wenn diverse Anspielungen auf russische Promis und Popkultur am internationalen Publikum komplett vorbeigehen dürften.
Zu dem Mehr an Handlung gesellt sich vor allem gegen Ende des Films auch ein Mehr an Schauwerten. Zumindest optisch hat sich die nach Teil eins geschlossene finanzielle Allianz zwischen den russischen Produzenten und dem US-Filmstudio Fox also bezahlt gemacht. Ob die Zusammenarbeit auch kreativ funktioniert, wird Teil drei der Filmserie zeigen. Für "Wächter des Zwielichts" soll Regisseur Timor Bekmambetov Russland den Rücken kehren und die Handlung in die USA verlegen. Von den russischen Romanvorlagen wird dann vermutlich nicht mehr viel übrig bleiben.