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Baaria - Plakat zum Film

BAARIA

("Baaria - La porta del vento")
(I, 2009)

Regie: Giuseppe Tornatore
Film-Länge: 150 Min.
 
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 Kino-Start:
 29.04.2010

 DVD/Blu-ray-Start:
 09.09.2010

 Free-TV-Start:
 29.07.2013

"Baaria" - Handlung und Infos zum Film:


Der sizilianische Ort Bagheria in den 1930er Jahren, der im regionalen Dialekt Baarìa heißt. Der kleine Peppino (Giovanni Gambino) läuft zur Schule, wo die ganze Klasse voller Inbrunst eine Hymne auf den Duce singt, nur er nicht. Zur Strafe muss er den Rest des Unterrichts in die Ecke hinter der Schultafel, während die anderen italienische Vokabeln wiederholen. Erschöpft schläft er ein…

Im Kino wird ein Stummfilm aufgeführt, ein Erzähler im Saal spricht alle Rollen und liest die Titel, weil kaum einer im Publikum des Lesens mächtig ist. Es herrscht eine ziemliche Unruhe, nur Peppinos Vater Cicco (Gaetano Aronica) liest gebannt jedes Wort mit. Als jemand dazwischenruft, kommt es zum Tumult und der Vorleser beschuldigt Cicco. Wütend beißt ihm Cicco ins Ohr. Abends sitzen Cicco und seine beiden Söhne im Theater, auf der Bühne singt sein Cousin dem Duce eine ironische Liebesschnulze, was im Saal nur die drei lustig finden. Der Sänger wird von den Faschisten auf offener Bühne verhaftet.

Das Leben ist hart in diesen Jahren und so schickt Cicco seinen Sohn schweren Herzens für ein paar Monate zu einem Schäfer (Enrico Lo Verso), zum Tausch für ein paar Laib Käse. Während beim Metzger der reiche Don Carlo ein Kilo Nackenfleisch ordert, fragt Tana (Lina Sastri) um ein paar Reste für ihre Katze – um sie in ihrer kargen Wohnung am offenen Fenster zu räuchern. Die Nachbarn sollen nicht merken, dass sie und ihre Tochter seit einer Woche nichts zu Essen hatten. Auf den kargen Berghängen erzählt der Schäfer Peppino die Legende der drei Felsspitzen. Wenn man mit einem Steinwurf alle drei hintereinander trifft, öffnet sich eine Höhle voller Goldmünzen – seit Hunderten von Jahren sei es aber nie einem gelungen. Auch Peppino versucht es – ohne Erfolg – und übersieht dabei, dass die Ziegen gerade sein Buch fressen.

Zurück in der Stadt zieht Peppino mit einer Kuh und Melkeimer durch die Hauptstraße, während ein fliegender Wursthändler den faschistischen Anführer auf offener Straße parodiert: "100% Schwein!" ruft er, während er mit seiner Ware wedelnd hinter ihm her geht. Als er von Uniformierten abtransportiert wird, fragt der Junge eine Frau, wohin? Ins Gefängnis, antwortet sie. Ein junger Maler wird auf ihn aufmerksam und bald steht der Junge mit anderen Dorfbewohnern in einer Kirche Modell, wo der Maler ein Fresko mit Aposteln und Heiligen gestaltet.

Auch Peppino ist nicht auf den Mund gefallen. Als er einen Mafiosi in feinem Zwirn sieht, wie der genüsslich und in aller Seelenruhe ein Hühnchenbaguette isst, ruft er: „Ich schaff das in vier Bissen, ohne einen Krümel fallen zu lassen!“ Der Mann lässt sich darauf ein, kauft dem Jungen ein üppig belegtes Baguette. Als Peppino bereits beim ersten Bissen Schwierigkeiten hat, presst ihm der Gangster das Brot mit Gewalt in den Mund und sorgt damit für Unmut bei den Schaulustigen. Während die Erwachsenen ihn zur Rede stellen, verziehen sich Peppino und sein Bruder Nino mit dem restlichen Baguette.

Einige Jahre später, Peppino (Davide Viviani) ist inzwischen ein Teenager, erhält sein älterer Bruder Nino den Einberufungsbefehl. Weil Nino nicht in den Krieg ziehen will, versucht er, sich mit einem Hammer den Fuß zu zertrümmern, doch es hilft nichts: Nino wird eingezogen. Die Faschisten sorgen weiter für Angst und Schrecken, bedrohen linke Ladenbesitzer und verwüsten Geschäfte. Als Peppino eines Nachts nach Hause geht, wird er zufällig Zeuge, wie Faschisten einen Mann erschießen. Als er der Polizei Bericht erstattet, glaubt man ihm nicht und verdächtigt ihn sogar selbst, weil er Blut an seiner Hose hat.

Als die Amerikaner schließlich das Land befreien, ist zwar der Krieg zu Ende, doch die alten Seilschaften sind noch intakt, wie Peppino bei der Feldarbeit beobachten muss. Der Aufseher vom Olivenhain, der ihn vor Jahren schon verprügeln ließ, weil er zu wenig Ernte einbrachte, betrügt erneut die einfachen Leute. Peppino beschließt, in die kommunistische Partei einzutreten.

Inzwischen zum Mann gereift, begegnet Peppino (jetzt: Francesco Scianna) zum ersten Mal der schönen Mannina (Margareth Made), als er auf der Straße seine Kuh melkt. Sofort ist es um ihn geschehen und er folgt ihr bis zur Schneiderschule, wo er sie beim Tanz mit ihren Mitschülerinnen beobachtet. Angestachelt nimmt er selbst Tanzstunden, doch aus Mangel an Frauen, muss er mit einem Republikaner üben, Onofrio Pace (Fabrizio Romano), mit dem er sich schnell anfreundet.

Bei einer politischen Veranstaltung, die er mit seinen Genossen sprengt, gerät er mit einem Unbekannten aneinander, und gerade als er zuschlagen will, gibt sich der bärtige, abgemagerte Mann zu erkennen: Es ist sein Bruder Nino, der aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist.

Bei einem Tanzabend sieht Peppino Mannina wieder, aber nur aus der Ferne, weil er nicht eingeladen ist. Als die Zaungäste für einen einzigen Tanz doch eingelassen werden, nutzt er die Chance, sie aufzufordern. Er will sich vorstellen, dabei kennt Mannina seinen Namen bereits. Die angebotenen Naschereien nimmt sie so bereitwillig an, dass der klamme Peppino beim Händler mit dem Bauchladen anschreiben lassen muss. Was er nicht an Wohlstand hat, macht er mit seinem Charme wett. Anfangs können die beiden allerdings nur aus der Ferne kommunizieren, per Zeichensprache über Häuser hinweg oder mit Briefen. Manninas Eltern schieben der Beziehung ihrer Tochter mit dem Kommunisten bald einen Riegel vor und verloben sie gegen ihren Willen mit einem wohlhabenden Landbesitzer. Peppino und Mannina treffen sich heimlich und Mannina fordert ihren Vater auf, die Vereinbarung mit dem anderen zu annullieren.

Doch Peppino weiß nicht, wie er ohne finanzielle Absicherung um ihre Hand anhalten kann. Im Kino kommt ihm bei einem Film mit Fred Astaire schließlich die Idee: Wenn ihre Beziehung nicht akzeptiert wird, verbarrikadieren sie sich eben. Peppinos Vater Cicco hat schließlich Erbarmen und gibt ihnen seinen Segen. Die erste Zeit hausen sie in einer Bruchbude mit undichtem Dach und ernähren sich von hart gekochten Eiern. Trotzdem sind sie glücklich wie nie!

Auch die Hochzeit ist eher spartanisch, sie haben noch nicht einmal Ringe und dem Pfarrer ist es zuwider, einen Kommunisten zu verheiraten. Bald ist Mannina schwanger und ihre Mutter bringt ihr das noch warme Blut eines frisch geschlachteten Kalbes zu trinken, weil es laut Volksglauben gesund sein soll. Doch ein Korb mit zerbrochenen Eiern kurz darauf ist ein schlechtes Omen: Mannina hat eine Fehlgeburt. Mit all ihrem Hab und Gut auf einem Pferdekarren zieht das junge Paar weg und gründet seinen eigenen Haushalt. Auch Nachwuchs stellt sich ein, die beiden haben bald zwei gesunde Kinder. Ihre wirtschaftliche Lage ist dagegen noch immer prekär. Peppino besucht die kommunistische Parteischule in Rom, um in die Politik einzusteigen.

Bei einer Parteisitzung stellt der Vorsitzende fest, dass Peppino durchaus wichtige Posten bekleidet hat, aber weder ein Diplom vorzuweisen noch ein Buch geschrieben hat. Wie soll er da gerüstet sein für eine Reise zum Kreml? Er hat ja nicht mal einen dicken Mantel! Das lässt sich ändern. Peppino besorgt sich diesen vom Genossen Liberio – Befehl der Partei ist schließlich Befehl.

Nach seiner Reise in die Sowjetunion wirkt Peppino nachdenklich, schreckliche Ereignisse dort haben ihm die Augen geöffnet, aber Details verschweigt er. Er organisiert eine Nacht- und Nebelaktion, bei der Hunderte Genossen in den Hügeln bei Baarìa das unbestellte Land eines Großgrundbesitzers den Bauern zurückgeben wollen. Währendessen liegt sein Vater im Sterben, der voller Stolz auf seinen Sohn mit letztem Willen ausharrt, bis Peppino zurückkommt und Abschied nehmen kann.

Es herrscht weiter hohe Arbeitslosigkeit im Süden Italiens, auch Peppino hat kein festes Einkommen. Bei einer Demonstration vor dem Rathaus versucht er die aufgebrachte Masse zu beruhigen, kann aber nicht verhindern, dass das Gebäude gestürmt wird. Die politischen Unruhen halten die Region in Atem und die Fronten verlaufen oft direkt in der Nachbarschaft. Morgens verlassen Peppino und der Polizist von gegenüber ihre Häuser und ihre Frauen hören später gemeinsam im Radio von schweren Ausschreitungen. Besorgt warten sie auf die Ehemänner, die schließlich beide verletzt zurückkehren. Die kommunistische Partei fordert Mäßigung, solche Aktionen schaden politisch nur.

Einem Journalisten aus Rom (Raoul Bova) erklärt Peppino, die Agrarreform sei gescheitert, weil wieder nur die Großen die besten Stücke bekommen. Um seine Familie zu ernähren, geht Peppino schließlich als Gastarbeiter nach Frankreich, um von dort Geld nach Hause zu schicken. Als er für die Kommunisten für den Wahlkampf aufgestellt wird, kehrt er nach Baarìa zurück.

Die aufkeimende Studentenprotestbewegung sieht in Leuten wie ihm bald nur einen laschen Reformer, der nicht radikal genug sei für die notwendige Revolution. Peppinos Sohn Pietro (Gaetano Sciortino), inzwischen selbst ein Teenager und Sympathisant der Studenten, ist irritiert. Sein Vater erklärt ihm: Ein Reformer weiß, wenn er mit dem Kopf durch die Wand will, geht sein Kopf kaputt, nicht die Wand. Als er für das Parlament in Rom nominiert wird, hilft sein Sohn tatkräftig beim Wahlkampf mit.

Inzwischen leicht ergraut, macht Peppino die Gesundheit zunehmend zu schaffen. Pietro begleitet ihn voller Sorge zum Arzt, doch Peppino versucht ihn zu beruhigen. Bald wird er sich am Bahnhof von dem fast erwachsenen Pietro verabschieden, der nun alt genug ist, sich auf den Weg zu machen in ein eigenes, neues, aufregendes Leben…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 11.03.2010


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