GOLDEN GLOBE 2001

59. Verleihung

DIE GEWINNER

 

Zum 59. Mal verlieh die "Hollywood Foreign Press Association", die Vereinigung der Auslandskorrespondenten in der Film-Metropole, die "Golden Globes", traditionell der wichtigste Indikator für eine eventuelle "OSCAR"-Chance.

Demnach kann sich Ron Howards "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" (Deutschland-Start: 28.02.) nun größte Hoffnungen machen: Insgesamt vier Preise gingen an den Film, für den besten Film des Jahres, zwei Darstellerpreise und eine Auszeichnung für das Drehbuch. Knapp dahinter folgte "Moulin Rouge", der mit drei "Globes" bedacht wurde. Alle weiteren Filme bekamen nur eine Auszeichnung. Enttäuschung für Peter Jacksons "Herr der Ringe": Trotz vier Nominierungen ging der erste Teil der Trilogie schließlich leer aus und muss beim "OSCAR" nun mehr denn je auf die "Nebenkategorien" hoffen.

In vielen Kategorien gab es Überraschungen - die fehlten der Zeremonie leider völlig. Routiniert spulte man das Programm ab, bei dem neben den 13 "Film-Globes" auch noch neun Auszeichnungen für den TV-Bereich verliehen wurden. Nicht einmal als Harrison Ford den "Cecil B. DeMille-Award" für sein Lebenswerk erhielt, kam Stimmung auf - das mag aber auch daran liegen, dass der Geehrte selbst sich relativ zugeknöpft gab. Bewegender war da schon, als Kevin Spacey bevor er den Preis für den besten Film "Musical/Comedy" vergab, einen Toast auf den vor einer Woche verstorbenen Regisseur Ted Demme ausbrachte.

 

Die Kategorien und Preisträger im einzelnen:

BESTE NEBENDARSTELLERIN:

Traditionell begann die Verleihung mit einem der Nebendarsteller-Preise. Jennifer Connelly war diesmal die erste, die sich über einen "Golden Globe" freuen durfte, den sie aus der Hand von Kollegin Halle Berry in Empfang nahm. Connelly wurde damit für ihre Darstellung der Physikstudentin Alicia Larde in Ron Howards "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" ausgezeichnet.

 

BESTER NEBENDARSTELLER:

Eine kleine Überraschung gab es in der Kategorie "bester Nebendarsteller": Sprach man im Zusammenhang mit "Iris" bisher nur von den beiden Damen Kate Winslet und "Dame" Judi Dench, war es ausgerechnet Jim Broadbent, der hierfür seinen ersten "Golden Globe" in Empfang nehmen durfte.

 

BESTER SCHAUSPIELER - MUSICAL/KOMÖDIE:

Auch bei den besten Schauspielern in der Kategorie "Musical/Comedy" gab es eine kleine Überraschung: War hier im Vorfeld vor allem Ewan McGregor für "Moulin Rouge" als Favorit gehandelt, ging der Preis schließlich an Gene Hackman für "The Royal Tenenbaums", der nach seinem dritten "Globe" nun auch "OSCAR"-Ambitionen hegen dürfte - auf seine letzten beiden "Globes" folgte dann jeweils auch der begehrteste Filmpreis. Leider konnte Hackman seinen Preis nicht selbst in Empfang nehmen, da er in der Karibik sein Flugzeug verpasst hatte...

 

BESTE SCHAUSPIELERIN - MUSICAL/KOMÖDIE:

Nicole Kidman zum ersten - viel war im Vorfeld davon gesprochen worden, dass sie die Chance hatte, sowohl in der Sparte "Drama" als auch "Musical/Comedy" den Preis für die beste Schauspielerin zu erhalten. Den Preis für ihre Darstellung der Kurtisane Satine in "Moulin Rouge" erhielt sie in jedem Fall souverän.

 

DREHBUCH:

Den zweiten "Golden Globe" für Ron Howards "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" konnte Drehbuchautor Akiva Goldman entgegennehmen, der sichtlich erfreut über seinen ersten Preis überhaupt war.

 

MUSIK:

Würden die epischen Klänge von Howard Shore im "Herr der Ringe" triumphieren oder das fröhliche und liebevoll zusammengestellte Musical "Moulin Rouge"? Das Musical machte seinem Namen alle Ehre und brachte dem Komponisten Craig Armstrong den Preis für den besten Soundtrack.

 

SONG:

Wenn schon nicht der "Globe" für den Score, so sollte "Der Herr der Ringe" doch "wenigstens" den Preis für den besten Song entgegennehmen ... oder doch Diane Warren für "There You'll Be", die nach 5 "OSCAR"- und der 2. "Golden Globe"-Nominierung doch endlich mal "dran" wäre ... Nein, der Preis ging hier schließlich an Sting für seinen Song "Until..." - eine weiter Überraschung.

 

REGIE:

Bei den Regisseuren trafen nun zum ersten Mal die Favoriten unmittelbar aufeinander: "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn", "Moulin Rouge" und "Der Herr der Ringe". Doch hier eine weitere Überraschung: Den Preis für die beste Regie durfte Robert Altman für seinen "britische Krimi" "Gosford Park" entgegennehmen. Vielleicht auch ein "Alters-Globe": Altman war zum insgesamt 5. Mal nominiert, hinzu kommen 4 "OSCAR"-Nominierungen - einen der beiden Preise gewann er jedoch vorher noch nie.

 

BESTER FILM - MUSICAL/KOMÖDIE:

Musste man nun auf eine weitere Überraschung gefasst sein? Nein, diesmal nicht: Mit "Moulin Rouge" setzte sich in der Kategorie "Musical/Comedy" der Favorit vor - die Kategorie scheint für Baz Luhrmanns Streifen ja auch wie gemacht. Immerhin erfreulich, dass mit "Shrek" wieder einmal ein Animationsfilm nominiert wurde; ein Genre, das beim "OSCAR" ja dieses Mal erstmalig seine eigene Kategorie bekommt.

 

BESTE SCHAUSPIELERIN - DRAMA:

Nun "ging es also drum": Sollte Nicole Kidman zwei "Golden Globes" als beste Schauspielerin an einem Abend entgegennehmen? Es gelang nicht: Sissy Spacek wurde für ihre Darstellung in dem Drama "In The Bedroom" ausgezeichnet und bekam damit nach 1981 und 1986 ihren dritten "Golden Globe".

 

BESTER FREMDSPRACHIGER FILM:

Diese Kategorie schien im Vorfeld entschieden - zu überzeugend war der Erfolg von "Amelie" auch in den USA. Doch auch hier kam es anders: Der bosnische Streifen "No Man's Land" gefiel den Kritikern besser und bescherte seinem Regisseur Danis Tanovic aus den Händen von Ian McKellen den "Globe" für den besten fremdsprachigen Film.

 

BESTER SCHAUSPIELER - DRAMA:

Die Überraschung bei den Schauspielern war, dass es keine gab: Zum dritten Mal hintereinander war Russell Crowe für einen "Golden Globe" nominiert und kann nun - nachdem er im Vorjahr bereits den "OSCAR" für "Gladiator" bekam - auch diesen Preis sein eigen nennen.

 

BESTER FILM - DRAMA:

Die letzte Chance für den "Herrn der Ringe" - doch auch die ging schief. Mit insgesamt vier "Golden Globes" avancierte Ron Howards "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" zum großen Sieger des Abends und nun wohl ersten Favoriten für die "OSCAR"-Verleihung am 24. März.

 

Autor: Frank Ehrlacher

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Update: 02.03.2015

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