Harry Potter – The Exhibition

Odysseum Köln ab 3. Oktober 2014 Harry Potter - The Exhibition

Am Anfang ist der Hut! Das muss man Harry-Potter-Fans nicht groß erklären – und ahnungslose Eltern fragen einfach anschließend mal ihre Sprösslinge, warum im Empfangsraum eine staubige Zipfelmütze erzählt, ob man Gryffindor, Slytherin, Ravenclaw oder Huffelpuff ist. Und warum eigentlich alle Gryffindor sein wollen…

Harry Potter - The Exhibition

Es folgt Warteraum Nummer 2 mit einer düsteren Videoclip-Collage. Dann endlich öffnet sich das Tor zur eigentlichen Ausstellung, und "Harry Potter – The Exhibition" entpuppt sich als eine Art begehbares Bonusmaterial zur Filmserie. In einer guten Handvoll thematischer Einzelbereiche werden hunderte von Requisiten und Kostümen aus den acht Potter-Filmen präsentiert. Von Harrys Schuluniform, über Rons Strickpulli bis zu Hermines Abendkleid, vom trimagischen Pokal, über den Nimbus 2000 bis zum goldenen Schnatz. (Wie gesagt: Fragen Sie jemanden, der sich auskennt!) Und dazwischen gibt es auch einige Modelle von Kreaturen zu sehen, die im Film letztendlich aus dem Computer kamen.

Harry Potter - The Exhibition

 

Das alles ist liebevoll in Szene gesetzt. Die einzelnen Teile der Ausstellung sind an die prägnantesten Filmsets angelehnt. Der Gryffindor-Schlafsaal, Hagrids Hütte, die große Hogwarts-Halle sehen mal mehr, mal weniger wie im Kino aus. Kleine Texttafeln erklären durchgängig, was man als Fan woher wieder erkennen sollte. Gerade bei den Kostümen einiger Nebenfiguren hätten aber ein paar zusätzliche Fotos der Darsteller nicht geschadet. Lohnenswert ist auf jeden Fall der Aufpreis für den Audioguide, der zu diversen Exponaten die passenden Anekdoten von Produzenten, Ausstattern und der französelnden Kostümbildnerin aufs Ohr liefert.

Je nachdem wie viel Zeit man hat, wie voll es ist und wie erfolgreich man es schafft, die auf Dauerschleife dröhnende Filmmusik zu überhören, kann man sich also durchaus in Details versenken und viel Zeit damit verbringen, all die Kleinigkeiten zu bewundern, mit denen J.K. Rowlings Bestseller-Serie für die Leinwand zum Leben erweckt wurde. Familien mit Kindern seien aber gewarnt: Trotz lauter Inszenierung und vereinzelter Aktionsmöglichkeiten wie quietschender Alraunen und einer Quidditch-Torwand ist "Harry Potter – The Exhibition" in weiten Teilen eine tatsächlich recht klassische Museums-Veranstaltung für eher erwachsene Fans.

 

 

Immerhin: Wer dann doch keine Lust hat, sich den zwanzigsten aufwändig bestickten Zauberumhang anzusehen, kann sich nebenan im Klettergarten oder an den anderen Erlebnisstationen des Odysseums austoben. Der Eintritt für den Rest des "Abenteuermuseums" ist nämlich inbegriffen. Das sollte man nutzen, zumal es auch die saftigen Potter-Eintrittspreise etwas relativiert. Wie lange die "Exhibition" auf ihrer Welttournee in Köln Station macht, ist übrigens noch nicht offiziell bekannt. Vorerst lassen sich Tickets bis zum 1. Februar 2015 buchen.

Autor: Martin Günther

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Update: 01.10.2014

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