Am Sylvesterabend wird Jerome Martinaud (
Michele Serrault), ein angesehener Notar, ins Polizeipräsidium bestellt. Dort ermittelt Inspektor Antoine Galline (
Lino Ventura) im Mordfall zweier Mädchen, die vor der Tötung offensichtlich vergewaltigt wurden. Maitre Martinaud hat eines der beiden Opfer gefunden und die Polizei verständigt - schon bald stellt sich aber heraus, dass es Galline nicht so sehr um eine Zeugenaussage geht, sondern dass er Martinaud, den er offenbar nicht sonderlich schätzt, für den Hauptverdächtigen hält. Diese Abneigung beruht allerdings auf Gegenseitigkeit - zumal der Inspektor mehrfach versucht mit "Fangfragen" eine Falle zu stellen...
Als Protokollant ist Inspector Marcel Belmont (
Guy Marchand) anwesende, der dem Notar ebenfalls keine Sympathien entgegen zu bringen scheint. Als Galline den Raum verlässt, um mit Chantal (
Romy Schneider), der Frau des Verdächtigen zu sprechen, kommt es zwischen Bemont und Martinaud sogar zu Handgreiflichkeiten. Der Beschuldigte wird immer weiter in die Enge getrieben - nicht zuletzt durch ein "Beweisstück" seiner Frau und entschließt sich schließlich zur "Flucht nach vorne"...
1981 verfilmte Claude Miller diesen Stoff nach einem Roman von John Wainwright so intim wie ein Theaterstück -. kein Wunder, es gibt ja auch nur vier (Haupt-)Beteiligte. Diese Intimität ist es aber, die den Zuschauer trotz der spärlichen Handlung das ganze als spannend empfinden lässt. Romy Schneider ist dabei übrigens nur in einer Nebenrolle in wenigen Szenen zu sehen; dafür überzeugen vor allem Lino Ventura, aber auch Michele Serrault durch ihr intensives Spiel. Knapp 20 Jahre später gab es ein Remake des Stoffes: Stephen Hopkins drehte
"Under Suspicion - Mörderisches Spiel" mit
Gene Hackman und
Morgan Freeman - es kommt allerdings nicht an die Intensität des Originals heran.