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Mitten im Sturm - Plakat zum Film

MITTEN IM STURM

("Within The Whirlwind")
(D/B/F/PL, 2009)

Regie: Marleen Gorris
Film-Länge: 106 Min.
 
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 Kino-Start:
 05.05.2011

 DVD/Blu-ray-Start:
 25.04.2014

 Free-TV-Start:
 03.02.2013

"Mitten im Sturm" - Handlung und Infos zum Film:


1937: Eugenia Ginzburg (Emily Watson) arbeitet als Professorin für russische Literatur an der Universität von Kasan, der Hauptstadt der autonomen sozialistischen Sowjetrepublik Tatarstan. Sie ist Mitglied der kommunistischen Partei, zu deren Vorstand ihr Mann Pavel Aksyonov (Benjamin Sadler) gehört. Gemeinsam mit ihren Söhnen Alyosha und Vasya genießen sie die Privilegien kommunistischer Apparatchiks: eine große Wohnung, einen neuen amerikanischen Wagen und eine Datscha auf dem Lande.

Doch seit dem Attentat auf den Parteisekretär Kirov (1935) macht die Partei unter Stalins Führung eine grundlegende Wandlung durch. Eugenia muss miterleben, wie sich ihre Welt auf entsetzliche Weise verändert: Einer nach dem anderen werden alle Intellektuellen zu Verhören ins Büro der Geheimpolizei NKWD vorgeladen. Auch Eugenia bleibt von dem Wahnsinn nicht verschont. Der NKWD wirft ihr die Mitgliedschaft in einer trotzkistischen Organisation vor. Eugenia bleibt sich auch unter diesen Umständen treu und beharrt auf ihrer Unschuld. Ihr Mann Pavel reagiert mit Unverständnis; der Druck, der auf ihr lastet, wird zunehmend auch für die Familie zu einem Problem.

Schließlich wird Eugenia verhaftet und wie Tausende andere einem ausgeklügelten Psycho-Terror ausgesetzt: Schlafentzug und Monate in Einzelhaft. Gleichzeitig werden ihr absurde, fingierte Vergehen vorgeworfen. Freiheit verspricht man ihr nur, wenn sie Freunde und Kollegen denunziert. Einige Monate später wird Eugenia zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Damit beginnt ihre lange Reise durch das Gulag-Lagersystem, das bereits unter dem Zaren eingerichtet wurde. Aber Eugenia hatte keine Ahnung, dass es immer noch existiert.

Im Lager Elgen ganz im Osten Sibiriens dauert der Winter acht Monate. In dieser hoffnungslosen Umgebung geht es um das nackte Überleben, hier lassen die Häftlinge die letzte Maske fallen: Entweder bewähren sie sich als anständige Menschen, oder sie werden auf ihre egoistischen darwinistischen Urinstinkte reduziert. Eugenia muss wie die anderen unter härtesten klimatischen Bedingungen Schwerstarbeit verrichten und Bäume fällen. Um dabei einen klaren Kopf zu behalten, rezitiert sie die Gedichte, die sie einst mit ihren Studenten diskutiert hat. Dadurch gelingt es ihr auch, ihren Mitgefangenen Mut zu machen – dem unerträglichen Leben im Lager Stand zu halten.

Als die Sowjetunion 1941 von Deutschland überfallen wird und in den Weltkrieg eintritt, verschlechtern sich die Lebensumstände im Lager weiter. Eugenia erfährt aus einem Brief, dass ihr älterer Sohn Alyosha während der deutschen Belagerung in Leningrad verhungert ist – in diesem Moment gibt Eugenia jegliche Hoffnung auf. Denn sie ist mit Alyosha vor der Deportation im Streit auseinandergegangen und konnte sich nie mit ihm versöhnen. Einer versuchten Vergewaltigung kann sie sich erfolgreich widersetzen, aber ihr Lebensmut ist gebrochen. Sie sucht den Freitod durch Erfrieren im Schnee.

Halbtot wird Eugenia gefunden und in die Krankenstation des Lagers gebracht. Dort lernt sie en wolgadeutschen Lagerarzt Dr. Anton Walter (Ulrich Tukur) kennen und hält ihn für einen Angestellten der Lagerleitung. Deshalb lehnt sie seine Hilfe ab – sie bedauert, dass ihr Suizidversuch fehlgeschlagen ist. Doch trotz ihres Widerstandes gelingt es Anton, ihr neuen Mut zu machen. Widerwillig erklärt sie sich bereit, als seine Assistentin in der Krankenstation zu arbeiten.

Anton bleibt ihr ein Rätsel: Als Arzt bemüht er sich ernsthaft, das Leben der Gefangenen zu retten, obwohl er nur sehr begrenzt über Medikamente verfügt. Vor allem aber versucht er den Patienten ihre menschliche Würde zurückzugeben, indem er sich jedem mit großem Einfühlungsvermögen widmet. Eines Tages erfährt Eugenia, dass Anton nicht freiwillig im Lager arbeitet, sondern ein Häftling ist wie sie selbst – Antons Familie ist den Lagern umgekommen. Umso weniger kann Eugenia verstehen, dass Anton ohne Ansehen der Person die russischen Lageroffiziere und die Gefangenen völlig gleich behandelt und von jedermann Unterstützung akzeptiert, wenn sie das Leben seiner Schutzbefohlenen erleichtert. Trotz oder gerade wegen der unerbittlichen Lebensbedingungen verlieben sich Eugenia und Anton allmählich ineinander. Doch die Liebe zwischen Häftlingen ist untersagt und kann mit bis zu zehn weiteren Jahren im Lager bestraft werden.

Aufgrund einer Denunzierung wird die Beziehung beinahe entdeckt. Eugenia und Anton müssen sich trennen: Er wird tags darauf in ein anderes Lager verlegt. Anton sollte in Kürze entlassen werden, während Eugenia – nach nunmehr neun Jahren Haft – noch ein Jahr ihrer Strafe vor sich hat. Beide befürchten jedoch, dass die Haftstrafen aufgrund möglicher Revisionen ihrer Urteile verlängert werden könnten – anderen Gefangenen ist es so bereits ergangen. Anton versichert Eugenia, dass er am Tag ihrer voraussichtlichen Entlassung am Lagertor auf sie warten wird. Außerdem planen sie Alternativen, falls einer oder beide von Haftverlängerungen betroffen sein sollten: Sie versprechen sich, einander zu suchen.

Als der Tag der Entlassung gekommen ist, ist die zweifelnde Eugenia ungeheuer erleichtert, als man ihr tatsächlich den Entlassungsschein aushändigt. Ein Schneesturm droht. Nach dem bewegenden Abschied von ihren Kameradinnen verlässt Eugenia das Lager. Enttäuscht stellt sie fest, dass Anton nicht erschienen ist – sie setzt sich in den Schnee und wartet. Schließlich gibt sie die Hoffnung auf und geht los – durch den heftigen Sturm, der ihr den Schnee in die Augen treibt. Um ihre Enttäuschung zu überwinden, sagt sie sich wieder Gedichte auf. Langsam wird ihr klar, dass sie tatsächlich frei ist...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 02.04.2011

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