1972. Der von Krankheit gezeichnete, 26-jährige Kindermörder Jürgen Bartsch (
Tobias Schenke) gibt in der Landesheilanstalt Eickelborn während einer Therapiesitzung, die mit einer Videokamera aufgenommen wird, Auskunft über sein Leben. Dieser Video-Monolog (der auf veröffentlichten Aufzeichnungen und Briefen basiert) wird durch eine Reihe von szenischen Rückblenden unterbrochen, die das Erzählte – Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in den fünfziger und sechziger Jahren, sowie die einzelnen Morde – illustrieren. Versprengt finden sich auch Einblendungen von Bartschs Tagebucheintragungen mit Selbstreflexionen wieder.
Mit Hilfe diverser Montagetechniken nähert sich der Film der Persönlichkeit Bartschs ausschließlich aus dessen Perspektive an, ohne Kommentar von außen. Die Abfolge der Rückblenden beginnt mit den ersten Kindermorden. Von da ab wird Bartschs Kindheit und Jugend (hier gespielt von
Sebastian Urzendowsky) nahezu chronologisch aufgerollt. Er erzählt von der erlittenen seelischen Grausamkeit und über die Ignoranz von Seiten der Eltern (
Ulrike Bliegert und
Walter Gontermann) und der Umwelt, die sozial eigentlich unauffällig und fast durchschnittlich erscheinen. Von seiner Unfähigkeit zur normalen Sozialisation, der mangelnden Anerkennung durch Gleichaltrige, sein Außenseiterdasein, die strenge gewalttätige Erziehung im Knabeninternat, die Erfahrung der ersten wirklichen, aber unerwiderten Liebe, der Internatsmoral, die Homosexualität als Sünde gleich hinter Mord ansiedelt und schließlich von der Entwicklung seiner Gewaltphantasien. Am Ende stehen der letzte Mord und die Schilderung des versuchten fünften Mordes, der misslingt und zu seiner Verhaftung führt.