Einmal mehr lädt Regisseur James Cameron in seine fantastische Weltraum-Welt, die auch in Teil drei noch optisch beeindruckt. Das detailverliebte, fotorealistische 3D-Design hat die Serie mittlerweile genauso perfektioniert, wie das Performance-Capture-System, bei dem echte Schauspieler den blauen Na’vi-Charakteren in jede computergenerierte Pore Leben einhauchen. Wichtig, denn weil auch der größte Wow-Effekt mal verblasst, müssen irgendwann die Figuren die Story tragen. Und tatsächlich geht die Rechnung auf, dass allmählich auch die jüngere Sully-Generation – allen voran Sohn Lo’ak (
Britain Dalton) – an Tiefe und damit Sympathie gewinnt.
Dass Cameron Action kann, ist ja seit Jahrzehnten ohnehin gesetzt, und da enttäuscht auch „Avatar 3“ nicht. Gleich in der ersten Stunde legt der Film rasant und bildgewaltig los – und das Finale bietet ein üppiges Crescendo aus bewährten Zutaten: Flugsequenzen, Motorboote, Weltraumwale, Maschinengewehre, Pfeil und Bogen.
Etwas ins Stolpern gerät dabei allerdings teils die Story. Nach dem stringenten ersten Drittel verheddert sich der Film in übereilten Subplots, und gegen Ende gehen einige prägnante Nebenfiguren verloren – vermutlich auf dem berühmten „Cutting Room Floor“. In einem Interview erwähnte Cameron zumindest, dass er kurz vor Fertigstellung noch 20 Minuten aus dem Film geschnitten hat. Die – man mag es bei jetzt immer noch 197 Minuten Laufzeit kaum sagen – hätten dem Erzählfluss möglicherweise doch gutgetan.
Dass das die geplanten mindestens zwei weiteren „Avatar“-Fortsetzungen in Gefahr bringt, steht allerdings eher nicht zu befürchten. Cameron kokettiert zwar neuerdings damit, dass dazu erstmal das Einspielergebnis abgewartet werden müsse. Aber 3D- und Überlängenzuschläge werden es schon richten.