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Beckenrand Sheriff - Plakat zum Film

BECKENRAND SHERIFF

(D, 2021)

Regie: Marcus H. Rosenmüller
Film-Länge: 113 Min.
 
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 Kino-Start:
 09.09.2021

 DVD/Blu-ray-Start:
 18.03.2022

"Beckenrand Sheriff" - Handlung und Infos zum Film:


Idyllisch ist es schon, das malerische Freibad von Grubberg mit seinem Old-School-Charme, als wären die Siebziger niemals vorbei gewesen, und dem großen Schwimmbecken und seinem Sprungturm, malerisch gelegen mitten im Grünen, umgeben von Bäumen. Und immer tipp-topp gepflegt von Karl Kruse (Milan Peschel), dem Bade… pardon… Schwimmmeister, der mit penibler Strenge über die Anlage herrscht. Was schon früh morgens beginnt, wenn noch der Morgendunst über den Becken hängt. Da sorgt Karl bereits für Ordnung, stellt die Liegen akkurat in eine Reihe, versucht die kleine Entenfamilie aus dem großen Becken zu vertreiben, die das Freibad längst ihr Zuhause nennt.

Die Liebe zur unbedingten Korrektheit setzt sich am Eingang fort, der von Karl erst Punkt 9 Uhr morgens geöffnet wird: Für andere wäre es wohl keine große Sache, die geduldig vor dem Tor wartende Frau Bogner – der einzige Stammgast, der so früh zum Schwimmen kommt – einfach hereinzulassen. Für Karl ist der Gedanke nicht erträglich. Er kann auch nicht akzeptieren, wenn Frau Bogner als einzige Person im Becken zum Kraul ansetzt. Das wäre ja noch schöner! Das ist verboten auf Bahn 6. Dafür gibt es eine Verwarnung. Und als die alte Dame mit zwei ausgestreckten Mittelfingern reagiert, die Drohung auf ein Hausverbot obendrein.

Das sind nicht die einzigen Probleme, mit denen sich Karl in seinem beruflichen Alltag konfrontiert sieht. Da ist auch noch Dr. Rieger (Rick Kavanian), der mit schöner Regelmäßigkeit den Fünf-Meter-Turm blockiert. Klettert immer hoch und traut sich dann nicht zu Springen. Auch nicht, wenn man ihm mit Engelszungen gut zuredet. Sprungturm! Nicht Stehturm! Das groteske Schauspiel verfolgt auch die strenge Frau Wilhelm (Johanna Wokalek). Sie ist im Schwimmbad, um einem Trupp untalentierter Männer Wasserball beizubringen. Um den Süddeutschen Pokal geht es! Immerhin. Erst einmal Warmlaufen. Denken sie. Schwimmmeister Karl sieht das anders: Im Rudel auf der Liegewiese laufen? Ein absolutes No-Go! Die patente Frau Wilhelm hat eine Lösung, gegen die auch Karl nichts einzuwenden hat: Rennt halt jeder in eine andere Richtung! Gut gemacht.

Um so viele Dinge hat Karl sich zu kümmern, dass er gar nicht mitbekommt, wie die Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) mit einer ganzen Delegation aus dem Gemeinderat das Schwimmbad bevölkert. So viele Menschen in seinem Bad mit Schuhen! Ein Irrsinn. Dass der Besuch nichts Gutes für die Zukunft des Freibads bedeutet, kommt dem Beckenrand Sheriff nicht in den Sinn. Dabei sollten alle Alarmglocken bei ihm klingeln, weil der Baulöwe Albert Dengler (Sebastian Bezzel) an der Seite der Bürgermeisterin ist: Dem Dengler geht’s immer nur um den Profit. Das weiß man doch. Auf der Baustelle seines aktuellen Neubaus arbeitet aktuell auch der nigerianische Refugee Sali (Dimitri Abold), der Asyl beantragt hat und hofft, in Bayern bleiben zu können. Längst spricht er fließend Deutsch, er hat sogar den Quali gemacht. Sein Freund Domek aber will weiter, sieht seinen Aufenthalt in Bayern nur als Zwischenstopp an. Ein Schleuser soll sie nach Kanada bringen – und Sali soll mitkommen. Als er hört, dass es über Wasser gehen soll, zuckt der junge Mann zusammen: Bei der Flucht nach Europa wäre er im Mittelmeer beinahe ertrunken – Sali kann nicht schwimmen.

Weil Sali nach einem dummen Fehltritt von Dengler gefeuert wurde, ist sein weiterer Aufenthalt in Deutschland in Gefahr. Die engagierte Sozialarbeiterin Bettina (Tina Pfurr) versucht vergeblich, die Wogen bei Dengler zu glätten. Sie redet Sali ins Gewissen und müht sich, eine neue Anstellung für ihn zu finden. Sali selbst wird auf eine Stellenausschreibung aufmerksam: Das Freibad sucht eine Aushilfe. Bettina kann Sali nur abraten. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie ist die Schwester von Schwimmmeister Karl und weiß, dass er ein besonderer Fall ist, mit dem man es nicht immer leicht hat. Aber Sali lässt sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Und als sich der Schwimmmeister wie erwartet querstellt, der keinen Assistenten haben will, der nicht schwimmen kann und so aussieht, als sei Ärger mit ihm vorprogrammiert, droht Bettina ihm kurzerhand, künftig nicht mehr seine Wäsche zu bügeln. Sali ist eingestellt – muss aber binnen einer Woche so weit sein, den Freischwimmer zu machen.

Besonders harmonisch lässt sich die Zusammenarbeit nicht an, aber Sali gibt sich Mühe, alle Regeln und Ordnungen schnell zu verinnerlichen. Karl und Sali werden Zeuge, als Dr. Rieger bei seinem nächsten Versuch, den Sprung vom Fünf-Meter-Turm zu meistern, abstürzt und sich schließlich beim Abtransport das Bein bricht, als er von der Trage fällt. Die Bürgermeisterin befiehlt Karl, er solle unbedingt nett sein und sich entschuldigen. Das erweist sich aber alsbald als das kleinste seiner Probleme: Bei der nächsten Sitzung des Gemeinderats plädiert die Bürgermeisterin mit Hilfe einer von Karl erstellten Mängelliste dafür, dass das Freibad abgerissen und einem neuen Bauprojekt von Albert Dengler weichen soll – exklusive Townhouses im Landhausstil. Karls Proteste bleiben ungehört.

Frau Wilhelm bringt ihn auf die rettende Idee: Eine Unterschriftenaktion! Ein Bürgerbegehren! Die Schwerter der Demokratie! Karl ist Feuer und Flamme. Bis er von seiner Schwester erfährt, dass wenigstens 600 Unterschriften von Nöten wären, um etwas ausrichten zu können. Dass er sich beim Sammeln eine Abfuhr nach der anderen abholt, macht die Sache für ihn nicht erfreulicher. Erstmals wird ihm bewusst, dass er kein Sympathieträger ist.

Sali versucht einstweilen, sich mitten in der Nacht das Schwimmen beizubringen. Keine gute Idee. Bis zur Mitte des Beckens geht’s noch halbwegs gut, doch dann säuft er ab. Er hat Glück, dass Lisa (Sarah Mahita) zur Stelle ist, die regelmäßig nachts schwimmen geht und die Sali zuvor schon fasziniert beobachtet hatte. Sie rettet ihn, verschwindet dann aber sofort. Sali kann sich nicht einmal bedanken. Er ist fasziniert. Von Karl erfährt er, dass Lisa von ihm entdeckt wurde, ein echtes Schwimmnaturtalent, das mehrere Rekorde aufgestellt hat – doch des Dopings überführt wurde und in Ungnade gefallen ist. Was Sali auch nicht weiß: Lisa ist Albert Denglers Tochter, der wenig erfreut ist, als Sali an der Haustür klopft, um einen Blumenstrauß abzuliefern. Dabei ist sein Anliegen ganz harmlos: Er will einfach nur, dass Lisa ihm das Schwimmen beibringt. Sie ziert sich.

Weil das Wasserballteam unter der Aufsicht von Frau Wilhelm keine Fortschritte macht und gerade der Torhüter die Schwachstelle ist, wird Sali als neuer Keeper verpflichtet, zuerst zwar noch mit Schwimmreifen, aber mit großem Talent. Schwimmmeister Karl bietet sich an, ihm das Schwimmen beizubringen, wenn ihm die Mannschaft beim Sammeln der Unterschriften hilft. Leider erfährt die Bürgermeisterin von ihrem guten Plan und übt Druck auf die Mannschaftsmitglieder aus, die den rettenden Einfall haben: Sie gründen eine Genossenschaft und kaufen das Schwimmbad einfach selbst. Wer will, kann sich beteiligen. Ab jetzt wird nichts mehr unversucht gelassen: Beim Gottesdienst werden Anteile verkauft. Das Fernsehen kommt ins Freibad. Dabei wächst die Gemeinde auf wundersame Weise zusammen, Freundschaften entstehen. Und urplötzlich liegt auch Romantik in der Luft…

Wenn da nicht Kräfte wären, die sich gegen die Freunde des Schwimmbads und das Schicksal verschworen hätten, könnte man wunderbar Happy-End feiern. Aber so wird es für Karl Kruse und seine Mitstreiter doch noch einmal knapp… Alle müssen folgenschwere Entscheidungen treffen. Beim mit Spannung herbeigesehnten Wasserball-Match geht es dann buchstäblich um Alles oder Nichts. Und dann naht tatsächlich noch die Rettung - aus einer Richtung, die keiner erwartet hätte…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 26.08.2021


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