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Berlin Alexanderplatz - Plakat zum Film

BERLIN ALEXANDERPLATZ

(D, 2020)

Regie: Burhan Qurbani
Film-Länge: 183 Min.
 
  


 Kino-Start:
 25.06.2020

"Berlin Alexanderplatz" - Handlung und Infos zum Film:


Als Francis (Welket Bungue), der einzige Überlebende einer Überfahrt aus Afrika, an einem Strand in Südeuropa erwacht, schwört er einen Eid auf den lieben Gott: Von nun an will er ein neuer, besserer und anständiger Mensch sein.

Bald darauf findet sich Francis in Berlin wieder, wo ihm klar wird, wie schwer es ist, rechtschaffen zu sein, wenn man als "illegaler" Flu?chtling in Deutschland ist - ohne Papiere, ohne Nation und ohne Arbeitserlaubnis. Und Francis will mehr als nur am Leben sein, er will ein gutes Leben führen. Er will Anerkennung, Wohlstand, einen Platz in der Mitte der Gesellschaft. Umso verlockender ist das Angebot des charismatischen Deutschen Reinhold (Albrecht Schuch), leichtes Geld zu verdienen. Reinhold rekrutiert junge Männer aus Flüchtlingsheimen rund um Berlin, um in der Stadtmitte mit Drogen zu dealen. Obwohl er sich von Reinholds Charme angezogen fühlt, widersteht Franzis zunächst der Versuchung, hält seinen Schwur ein und bleibt Reinholds Machenschaften fern.

Das geht eine Zeit lang gut. Francis kämpft sich als Schwarzarbeiter auf einer Baustelle am Berliner Alexanderplatz durch. Doch als er um seinen neuen Job betrogen wird, gerät Francis in einen blutigen Streit: Sein dunkles und gewalttätiges Temperament bricht durch und er attackiert einen Kollegen. Im Glauben, den anderen Mann getötet zu haben, flieht Francis von der Baustelle. Er kann nicht in sein Flüchtlingsheim zurückkehren und treibt verloren durch die Straßen Berlins. Da er weiß, dass er sich an niemand anderen wenden kann, geht er zu Reinhold.

Francis findet in Reinholds Wohnung ein neues Zuhause. Die beiden Männer leben zusammen und entwickeln eine enge, intensive, aber auch zwanghafte und zerstörerische Freundschaft. Der neurotische und dominante Reinhold schikaniert Francis, und obwohl er sich weigert, als Drogendealer zu arbeiten, wird Francis dennoch Teil von Reinholds Geschäften. Seine Aufgabe ist es, die Männer im Park mit Essen zu versorgen. Dabei lernt Francis Pums (Joachim Krol), den herrischen Boss der Bande, kennen. Pums und Francis haben sofort einen Draht zueinander, was Reinhold sehr stört. Auch lädt Reinhold, der sexsüchtig ist, die Frauen, die er aufreißt und die er dann wieder loswerden will, bei Francis ab. Trotzdem sind die Männer, die durch eine düstere Anziehungskraft miteinander verbunden sind, auch Freunde. Francis findet sich mit seiner Rolle in dieser Beziehung ab und wird sogar auf den Namen Franz "getauft". Doch eines Abends trifft Franz die Clubbesitzerin Eva (Annabelle Mandeng) und sie verlieben sich.

Da Francis - nun Franz - einen neuen Bezugspunkt in seinem Leben hat, folgt er Reinhold nicht mehr bedingungslos und wagt sogar, ihn zu kritisieren. Als er sich weigert, weiterhin Reinholds Liebhaberinnen zu übernehmen, beschließt dieser, Franz loszuwerden. Er sieht Franz als ein kaputtes Werkzeug, das nicht mehr funktionieren will und damit auch keinen Nutzen mehr hat. Er lockt ihn in eine Falle und wirft ihn - auf der Flucht bei einem Raubüberfall - aus einem fahrenden Auto.

Franz wacht im Krankenhaus auf und stellt zu seinem Entsetzen fest, dass er seinen linken Arm verloren hat. Aber er hat auch das verloren, was er für seinen einzigen Freund hielt. Gerade als Francis dabei ist, alle Hoffnung zu verlieren, geschieht etwas wirklich Gutes. Eva stellt Franz Mieze (Jella Haase) vor. Mieze arbeitet als Sexworkerin. Eva bittet sie, sich um den verletzten Franz zu kümmern. Mieze stimmt zu, ist aber überhaupt nicht glücklich darüber, jemanden in ihrer Wohnung zu haben. Der verletzte Fremde stört ihr Leben. Auch Franz will nicht bei ihr sein. Er will an keinem Ort mehr sein. Er will von der Welt verschwinden, er will sterben. Er versucht, Selbstmord zu begehen. Mieze rettet ihm das Leben und langsam finden sie einen Weg, miteinander zu leben, sich sogar zu verlieben. Aber Franz erzählt Mieze nichts über seine Vergangenheit und wie er seinen Arm verloren hat. Und obwohl sie ihn nach dem Unfall fragt und den tiefen Schmerz ihres Geliebten versteht, verrät er Reinholds Tat nie.

Doch Reinholds Verrat schmerzt tief, und Franz beschließt, nach Berlin zurückzukehren, um sich an ihm zu rächen. Aber als er Reinhold konfrontiert, verliert Franz den Mut. Statt sich endlich von seinem destruktiven Freund zu lösen, verfällt Franz wieder dessen Charme. Reinhold überredet Franz sogar, seinen Schwur endgültig aufzugeben, so dass Franz ein vollwertiges Mitglied von Reinholds krimineller Bande wird. Franz beginnt ein Doppelleben. Tagsüber arbeitet er bei Reinhold als Drogendealer im Park Hasenheide und verbringt die Abende mit Mieze auf der Couch. Zum ersten Mal, seit er in Europa gelandet ist, ist er wirklich glücklich. Als Reinhold bei einem Raubzug der Bande auch noch Pums, den Boss der Gang, umbringt, werden Franz und Reinhold die unumstrittenen Anführer des Drogengeschäfts in der Hasenheide.

Aber Reinhold kann Franz' Glück und Zufriedenheit einfach nicht ertragen. Vor allem hasst er die Tatsache, dass Franz die Liebe gefunden hat. Also überredet er Franz, ihn mit Mieze bekannt zu machen. Franz weiß, dass das keine gute Idee ist, aber er ist auch sorglos und stolz auf seine hübsche Geliebte. Schließlich stimmt er einem Treffen mit Mieze zu. Aber indem er Reinhold zu sich nach Hause einlädt, lädt er das Verderben wieder in sein Leben ein.

Reinhold fühlt sich zu Mieze hingezogen und ist fortan entschlossen, sie zu besitzen. Mieze erkennt die Dunkelheit in Reinhold und vermutet, dass er auf die eine oder andere Weise für das Unglück im früheren Leben von Franz verantwortlich sein muss.

Eines Tages nimmt er sie mit auf einen Ausflug. Er zeigt Mieze das Flüchtlingsheim, wo er Franz kennengelernt hat. Geschockt von den Zuständen dort, flieht Mieze in den angrenzenden Wald. Um endlich die Wahrheit u?ber Franz‘ verlorenen Arm zu erfahren, verspricht sie Reinhold dort, ihm zu zeigen, wie sich wahre Liebe anfühlt. Der Verführer wird verführt und gibt lustvoll seinen Verrat zu und wie er seinen Freund um den Arm gebracht hat. Mieze ist von Reinholds Geständnis zutiefst erschüttert und läuft weg. Reinhold folgt ihr und erwürgt sie.

Franz wird fälschlicherweise als der Mörder von Mieze verhaftet. Im Gefängnis, von Trauer und Schmerz überwältigt, beschließt Franz, sich umzubringen. Doch er stirbt nicht. Stattdessen erwacht er in seiner Zelle und wird von Visionen von Reinhold und den Menschen, die er auf seiner Reise getroffen hat, heimgesucht.

Auch Reinhold, der sich zu derselben Zeit mit zwei Prostituierten vergnügt, wird von Stimmen und Bildern verfolgt und gesteht schließlich den Mord an Mieze. Franz, der nicht weiß, ob er träumt oder nicht, sieht plötzlich Reinhold in seiner Zelle. Als er kurz davor ist, Reinhold zu erwürgen, hält Franz inne. Eine tiefe Erkenntnis trifft ihn: Er versteht, dass er seit seiner Ankunft in Berlin den falschen Stimmen gefolgt ist; dass er niemandem die Schuld an seinem Schicksal geben kann, außer sich selbst; dass er sich die längste Zeit geweigert hat, die Verantwortung für sein Fehlverhalten zu übernehmen.

Franz besinnt sich auf sich selbst und befreit Reinhold aus seinem tödlichen Griff. Er beschließt, nicht zu töten und nicht zu sterben, sondern das zu tun, was er am besten kann: aufstehen, neu beginnen. Zurück auf Anfang. Aus Franz wird wieder Francis. Vier Jahre später wird Francis aus dem Gefängnis entlassen und kehrt als neuer Mensch an den Alexanderplatz zurück…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 03.03.2020


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