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Bis zum Horizont, dann links! - Plakat zum Film

BIS ZUM HORIZONT, DANN LINKS!

(D, 2012)

Regie: Bernd Böhlich
Film-Länge: 93 Min.
 
"Bis zum Horizont, dann links!" auf DVD bestellen
DVD:  10.99 EUR
  


 Kino-Start:
 12.07.2012

 DVD/Blu-ray-Start:
 11.01.2013

 Free-TV-Start:
 05.01.2015

"Bis zum Horizont, dann links!" - Handlung und Infos zum Film:


Von wegen Alltag – im Seniorenheim "Abendstern" stehen Veränderungen an. Der alte Eckehardt Tiedgen (Otto Sander) darf sich über einen neuen Zimmergenossen freuen, Willy Stronz (Ralf Wolter). Tiedgen, dessen Begeisterung für das Rentnerleben sich auch sonst in Grenzen hält, findet das nicht eben witzig. Die forcierte Geselligkeit im Heim ging ihm schon immer auf den Keks. Tiedgen ist ein Eigenbrötler wie er im Buche steht und nicht unbedingt ein Fan von Gemeinschaftsräumen, Lesenachmittagen und Bewegungstherapie. Den neuen Zimmergenossen erträgt er mit entsprechend viel Gegrummel und bissigen Kommentaren.

Auch Annegret Simon (Angelica Domröse) ist alles andere als begeistert darüber, ab sofort den "Abendstern" ihr Zuhause nennen zu müssen. Ihrer Familie steht ein Umzug in die USA bevor; für die alt gewordene, aber stolze und noch sehr attraktive Annegret kommt das nicht in Frage. Sie hält mit fiesem Sarkasmus nicht hinterm Berg und kennt keine Gnade wenn es darum geht, ihrem Sohn Friedhelm (Stephan Grossmann) ein schlechtes Gewissen zu machen. In der bejahrten Wohngemeinschaft zieht die elegante Annegret neugierige Blicke auf sich, vor allem von Tiedgen, für den die nächste Stunde Bewegungstherapie bei diesen Aussichten plötzlich wieder attraktiver wird.

Über die Hausordnung im Altersheim setzt sich Annegret gleich am ersten Abendhinweg – sie kann nicht schlafen und zieht trotz offizieller Bettruhe im nächtlichen Seniorendomizil umher. In den verschlafenen Winkeln und Treppen des Anwesens begegnet sie Tiedgen. Ein insistierendes Unwohlsein bei der einen, das nicht weniger beharrliche Schnarchen des Zimmergenossen für den anderen: beide sind einsame Wanderer in einer schlaflosen Nacht. Immerhin unternimmt Tiedgen einen vorsichtigen Trostversuch. Wenn er auch nicht ganz der Richtige dafür ist, Annegret das Heimleben warm zu reden.

Auf dem Rückweg in sein Zimmer und zu seinem ungeliebten Zimmergenossen geht Tiedgen noch einen kleinen Umweg. Und stellt fest, dass Schlaflosigkeit auch seine guten Seiten haben kann. Er beobachtet die hübsche Schwester Amelie (Anna-Maria Mühe) und ihren Besuch, den Polizisten, der ihr – auf sehr unorthodoxe Weise – die Zeit vertreibt. Beim Anblick der gedankenlos weggeworfenen Polizistenhose mit der verführerischen Pistole kann Tiedgen einfach nicht widerstehen. Er greift zu.

Auch am nächsten Morgen ist Annegrets Stimmung noch ungebrochen frostig. Und auch Tiedgen steckt die vergangene Nacht in den Knochen. Er ist wie berauscht von seiner neuen Erwerbung. Und auch die sehr prosaische Morgentoilette seines Mitbewohners Stronz kann ihn nicht von den himmelsstürmenden Gedanken losreißen, die in seinem Kopf herumschwirren. Ein besonderer Tag steht bevor: die Bewohner des "Abendstern" sind zu einem Rundflug eingeladen.

Per Bus geht es zum Rollfeld eines Feldflugplatzes, wo eine Propellermaschine bereits wartet. Begleitet von den kleineren Kabbeleien zwischen den Alten begibt sich die Gruppe an Bord. Da wären: Neben dem schlaumeierischen Tiedgen und dem gemütlichen Stronz der gutmütige Herr Klaussner (Herbert Köfer), der schon seit längerem ein Auge auf Fanny de Artong (Marion van de Kamp) geworfen hat, eine ehemalige, den alten Zeiten ewig nachhängende Schauspielerin, die ihrer Schwester Hanni (Us Conradi) das Leben schwer macht. Hanni hegt eine heimliche Leidenschaft für Stronz, traut sich jedoch nicht, unter dem schwesterlichen Scheffel hervorzulugen. Und schließlich das Ehepaar Evelyn (Monika Lennartz) und Herbert Miesbach (Herbert Feuerstein), das dreimal voneinander geschieden war und dreimal wieder geheiratet hat – wie es scheint, eher aus rechnerischen Gründen.

Begleitet von viel Staunen und Aufregung geht es schließlich auf das Rollfeld. Von da an gibt es nur noch eine Richtung: nach oben. Doch noch bevor das kleine Flugzeug die Wolken unter sich gelassen hat, betritt "Techniknarr" Tiedgen unauffällig das Cockpit. Nach ein paar wohlgewählten Worten hat sich die Lage in der Maschine deutlich geändert. Nix is mit Rundflug, entscheidet Tiedgen, während die anderen noch darüber sinnieren, wie weit das Seniorenheim schon unter ihnen liegt.

Die beiden Piloten Schlepper (Tilo Prückner) und Mittwoch (Robert Stadlober) müssen einsehen: dieser Ausflug wird komplizierter als sie dachten. Als Tiedgen das Cockpit wieder verlässt, wird auch den anderen Passagieren klar, dass hier etwas nicht ganz planmäßig verläuft. Tiedgen hat sich zum Herrn der Lage aufgeschwungen und hält seinen Mitreisenden eine flammende Rede, versucht, den verschreckten Senioren ein wenig Rebellion beizubringen. Chorsingen und Plätzchenbacken, Unterwassermassagen und Blutdruckmessen macht er ihnen so richtig madig und zettelt eine regelrechte Sezession an. Tiedgen weiß genau – er streut Salz in buchstäblich alte Wunden. Nur zu gut wissen Stronz, Hanni, Fanny, Herr und Frau Miesbach, Herr Klaussner und Annegret, wie Recht Tiedgen hat, wie lange sie schon die Geisel von Kamille, Knoblauch und Kniegelenk sind. Sie wissen aber auch, wie gefährlich und anstrengend es werden kann, der Realität ins Gesicht zu schauen.

Schlussendlich wird basisdemokratisch abgestimmt – pro oder contra Flugzeugentführung. Eine solide Mehrheit spricht sich dafür aus – sehr zum Verdruss der beiden Piloten, die nur zu gut wissen, dass das Benzin nie und nimmer reichen wird, um an den Sehnsuchtsort der Alten – das Mittelmeer – zu gelangen. Doch einmal den Geschmack der Rebellion gekostet, gibt es so schnell kein Zurück mehr. Sonne, Sand und Seniorenheim wollen die Alten endlich einmal in einem Satz aussprechen können.

Tiedgens euphorisches "Ich will das Meer sehen!" hat auch bei den Piloten seine Wirkung. Sein Feuereifer, etwas Ungesetzliches, Verbotenes und vor allem Unerwartetes zu tun, entflammt alle an Bord. Die Gruppe aus dem "Abendstern" scheint vollzogen zu haben, was all zu oft Rhetorik bleibt: wo sie sind, ist oben. Auch Annegret kann sich nicht zurückhalten, Tiedgens radikale Unvernunft zu bewundern. Nur Schwester Amelies Einspruch kommt wie üblich mit resoluter Bestimmtheit. Tiedgen sperrt sie kurzerhand ins Flugzeugklo. Die Alten, noch Anfänger im Entführungsgeschäft, wenden sich nun den praktischen Notwendigkeiten der Gesetzesübertretung zu, teilen die Rollen auf, die sie gegenüber den Medien zu spielen gedenken. Denn jede Utopie braucht Basisarbeit, die Alten müssen glaubwürdig sein und das Flugzeug dringend Benzin auffüllen.

Während bei den Alten die Vorbereitungen für eine Show besonderer Art auf Hochtouren laufen, haben die Flugsicherungsbehörden auf dem Wiener Flughafen längst gecheckt, dass die Maschine Air-Bra 01 nicht das macht, was sie machen soll. Entsprechend hektisch fällt die Betriebsamkeit aus, als die ungebetene Maschine zum Landeanflug ansetzt. Denn das Schlimmste wird befürchtet und die Hochhäuser der Hauptstadt geraten vor dem geistigen Auge der Sicherheitsbeamten bereits ins Wanken. Spekulationen über die Forderungen der Entführer machen die Runde, die Presse ist in Habachtstellung.

Dieser bombastische Empfang macht den Passagieren endgültig das Ausmaß ihres kleinen Abenteuers klar. Doch unter Tiedgens Führung bewahren sie einen kühlen Kopf, denken sich hanebüchene Forderungen aus und inszenieren sich als Geiseln. Besonders Annegret weiß sich zum Erstaunen ihrer Komplizen packend als Opfer in Szene und die Vertreter des Flughafens in Angst und Schrecken zu versetzen. Am meisten beeindruckt ist jedoch Tiedgen, der Annegret einen so souveränen Auftritt gar nicht zugetraut hätte. Doch so langsam setzt den anderen die Situation sichtlich zu: vor allem Hanni und Fanny und dem Ehepaar Miesbach geht die Sache entschieden zu weit. Sie fordern: Auslieferung! Die Österreicher bekommen kalte Füße und beschließen, diese unselige Entführungsgeschichte ein für allemal aus der Welt, bzw. aus Österreich zu schaffen. Unbetankt wird das Flugzeug wieder entlassen und nimmt seinen Weg in Richtung sonniger Süden wieder auf...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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