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Das ist unser Land - Plakat zum Film

DAS IST UNSER LAND

("Chez nous")
(F/B, 2017)

Regie: Lucas Belvaux
Film-Länge: 117 Min.
 
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 Kino-Start:
 24.08.2017

 DVD/Blu-ray-Start:
 29.12.2017

"Das ist unser Land" - Handlung und Infos zum Film:


Auch an diesem Tag ist Pauline Duhez (Emilie Dequenne) schon vor dem Morgengrauen auf den Beinen. Ihr Beruf als Krankenschwester im ambulanten Pflegedienst lässt ihr keine andere Wahl. Immerhin hat die junge Frau einen Job, was in Hénart, ihrer Heimatstadt im Norden Frankreichs, längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Immer mehr Geschäfte schließen und die Arbeitslosigkeit steigt seit Jahren unaufhaltsam. Obwohl Pauline ihren Beruf liebt, zeigt sich an diesem Morgen wieder einmal, dass er häufig an die Substanz geht. Denn als Pauline die Tür zum Haus einer Patientin aufschließt, begrüßt sie die alte Dame nicht wie gewohnt. Sie ist in der Nacht gestorben, Herzinfarkt. So jedenfalls lautet die Diagnose von Dr. Berthier (Andre Dussollier), den Pauline von klein auf kennt, als er ihr zur Seite stand, während ihre Mutter nach langer Krankheit starb. Der Arzt gehört zu den örtlichen Honoratioren und saß schon als Europaabgeordneter im Brüsseler Parlament. Pauline bittet ihn, nach ihrem Vater zu schauen, dessen gesundheitlicher Zustand ihr schon seit längerem Sorgen bereitet. Auch Berthier möchte Pauline um etwas bitten und lädt sie für den nächsten Tag zum Essen ein. Von den großen Plänen, die Berthier mit ihr hat, ahnt Pauline nichts. Ihr bleibt an diesem anstrengenden Arbeitstag keine Zeit, die Gründe der Einladung zu hinterfragen. Gegessen wird zwischendurch im Auto, dann rufen die nächsten Patienten und abends ist Pauline wie gerädert. Die Füße hochlegen kann sie trotzdem noch nicht. Erst holt sie ihre beiden Kinder bei einer Freundin ab und sieht anschließend bei ihrem Vater (Patrick Descamps) nach dem Rechten. Ein Besuch, der wie so oft im Streit endet. Entnervt fährt Pauline mit den Kindern nach Hause.

Paris, am nächsten Tag: Dr. Berthier erklärt bei einem Treffen mit Agnès Dorgelle (Catherine Jacob), weshalb er glaubt, dass Pauline sich bestens eignet, um als Kandidatin für den populistischen RNP (Rassemblement National Populaire) in die anstehenden Kommunalwahlen zu ziehen. Dorgelle ist die Tochter eines landesweit bekannten Rechtsradikalen, dessen Patriotischer Block seit Jahrzehnten zu den Schreckgespenstern der französischen Politszene gehört. Mit der von ihr neu gegründeten RNP will sie sich vom Hardcore-Image ihres Vaters absetzen und fährt einen Schmusekurs, bei dem alles was nur ansatzweise auf faschistische, antisemitische oder rassistische Tendenzen hinweisen könnte, peinlichst vermieden werden soll. Sie lässt sich von Berthier überzeugen, dass Pauline die Richtige ist, um für den RNP das Rathaus von Hénart zu erobern: eine junge Frau aus dem Volk, die hart arbeitet und sich nie beklagt, die allseits beliebt ist und (noch) nicht Teil des sogenannten Systems, von dem sich der RNP so gern distanziert. Noch bevor Pauline überhaupt weiß, was Berthier mit ihr vorhat, ist es in Paris beschlossene Sache: Sie soll das neue Gesicht der Partei werden.

Als Pauline am Abend darauf im Haus von Berthier mit diesem Plan konfrontiert wird, ist sie erst einmal sprachlos. Sie sei schon lange nicht mehr wählen gegangen, wendet sie ein, weil es ja doch nichts bringe. Durch ihren Vater, der sein Leben lang Gewerkschafter und Mitglied der kommunistischen Partei gewesen ist, sei sie eher links geprägt. Nein, in die Politik zu gehen könne sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Doch Berthier lässt nicht locker, umgarnt Pauline und schmeichelt ihr, redet ihr alle Zweifel am RNP aus, indem er behauptet, die neue Gruppierung habe mit dem alten Patriotischen Block 6 rein gar nichts mehr zu tun, sei weder rechts noch links, sondern für alle da, und überhaupt: Was hat Patriotismus denn mit Rassismus zu tun? Sie sehe doch am allerbesten die sozialen Missstände in der Stadt, sei es nicht an der Zeit, selbst aktiv zu werden, etwas zu tun, statt tatenlos zuzusehen?

Obwohl Pauline den Gedanken, sich um das Bürgermeisteramt von Hénart zu bewerben, für eine Schnapsidee hält, lässt sie Berthiers Vorschlag doch nicht mehr los. Durch persönliche Begegnungen mit Agnès Dorgelle, die Pauline rhetorisch geschickt Honig ums Maul schmiert, durch die Teilnahme an politischen Meetings, auf denen Pauline miterlebt, wie begeisterungsfähig Dorgelles Anhänger sind, und auch durch den Einfluss von Paulines Freundin Nathalie (Anne Marivin), die aus ihrer rechten Gesinnung keinen Hehl macht und Pauline ermuntert, in die Politik zu gehen, lässt sich die alleinerziehende Mutter weichklopfen. Und schlägt am Ende alle Bedenken in den Wind.

Sofort greift die Partei und mit ihr auch der eiskalte RNP-Stratege Dominique (Michel Ferracci) massiv in Paulines Leben und ihren Alltag ein. Sie raten ihr, sich die Haare blond zu färben (kommt beim Wahlvolk besser an) und im Beruf kürzer zu treten (dafür ist jetzt keine Zeit mehr). Selbst ihre gerade wieder frisch aufgeflammte Jugendliebe zu Stanko (Guillaume Gouix) scheint dadurch bedroht. Denn Stanko hat eine Vergangenheit als rechtsextremer Schlägertyp und war auch für den Patriotischen Block aktiv. Das könnte Dorgelles und Berthiers Pläne gefährden. So wird ihr geraten, sich von Stanko zu trennen, weil sein Ruf als Neonazi extrem schädlich sei. Pauline nimmt diese Aufforderung nicht ernst ("Mein Privatleben und die Politik sind doch zwei Paar Schuhe") – und kann nicht ahnen, dass Stanko seinerseits von der Partei unter Druck gesetzt wird, Pauline zu verlassen. Aber auch er weigert sich und droht Berthier, mit belastenden Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen und seine gutbürgerliche Fassade zum Einsturz zu bringen, falls er ihn und Pauline nicht in Ruhe lässt

Bevor sie sich in den Wahlkampf stürzt, schenkt Pauline ihrem Vater reinen Wein ein. Dass er ihr Vorhaben nicht gutheißt, damit hatte sie gerechnet, aber nicht mit der vollen Wucht seiner Ablehnung: Er wolle nicht der Vater einer Faschistin sein, und sie solle nie wieder einen Fuß in sein Haus setzen. Auch eine Muslima und ihre Tochter, mit denen sich Pauline bislang gut verstand, sind entsetzt von ihrer offensichtlichen Kehrtwende und wenden sich von ihr ab. Agnès Dorgelle stimmt Pauline darauf ein, dass ihr nunmehr von allen Seiten Hass und Anfeindungen entgegenschlagen werden, sogar ihre beiden Kinder müsse sie darauf vorbereiten, dass nichts mehr sein wird wie vorher. Tatsächlich stellt die Partei ihr schon bald Bodyguards an die Seite. Dass es bei einem von Paulines Patientenbesuchen in einem Problemviertel trotzdem zu Gewaltexzessen kommt, in die Jugendliche und rechte Schlägertypen verwickelt sind, erschreckt sie zutiefst. Und dann ist auch plötzlich Stanko nicht mehr erreichbar. Als Pauline endlich erkennt, dass sie nur eine Marionette in Dorgelles und Berthiers perfidem Spiel ist, scheint es bereits zu spät zu sein...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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