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Das Herz von Jenin - Plakat zum Film

DAS HERZ VON JENIN

("The Heart Of Jenin")
(IL/D, 2008)

Regie: Lior Geller, Marcus Vetter
Film-Länge: 89 Min.
 
"Das Herz von Jenin" auf DVD bestellen
DVD:  10.99 EUR
  


 Kino-Start:
 07.05.2009

 DVD/Blu-ray-Start:
 09.10.2009

 Free-TV-Start:
 21.01.2011

"Das Herz von Jenin" - Handlung und Infos zum Film:


Der 12-jährige Ahmed lebt 2005 mit seiner Familie in dem Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland. 15.000 Menschen wohnen hier auf engem Raum unter schwierigen Lebensverhältnissen und das seit vielen Jahren. Jenin ist ein politisches Pulverfass, das jederzeit zu explodieren droht, die meisten Selbstmordattentäter, die Anschläge in Israel verüben, kommen von hier. Für die israelische Armee bedeutet Jenin eine große Gefahrenzone, deshalb ist sie hier militärisch omnipräsent.

Für das Fest des Fastenbrechens zum Ende des Ramadans will sich Ahmed eine neue Krawatte kaufen. Seine Mutter schickt ihn um die Mittagszeit zu einem nahegelegenen Laden, doch auf dem Weg dorthin trifft Ahmed auf zwei Freunde. Einer von ihnen hat ein Spielzeuggewehr dabei, und so spielen die Kinder Krieg, wie andernorts Kinder "Räuber und Gendarm" spielen. Zeitgleich findet in Jenin eine Militärrazzia der israelischen Armee statt. Normalerweise werden diese in der Nacht durchgeführt, um so wenig Kontakt wie möglich mit der palästinensischen Bevölkerung zu haben. Doch dieses Mal muss die Einheit bei Tage ausrücken. Bei ihrem Vormarsch treffen die Soldaten auf die Kinder. Das Spielzeuggewehr, das Ahmed gerade in den Händen hält, wird von einem Soldaten fälschlicherweise für eine echte Kalaschnikow gehalten. Er schießt und trifft Ahmed tödlich am Kopf. Im Krankenhaus von Haifa können die Ärzte nur noch seinen Hirntot feststellen. Ein Pfleger vor Ort spricht den Vater des Jungen, Ismael Khatib, auf die Möglichkeit einer Organspende an. Für die Familie eine schwere Entscheidung, zudem eine, die schnell getroffen werden muss. Doch Ismael Khatib und seine Frau Abla stimmen zu, die Organe ihres Sohnes israelischen Kindern zu spenden.

Zuvor aber benötigt Ismael Khatib die Erlaubnis des Imams von Jenin. Auch den Chef der militanten Al-Aksa-Brigaden in Jenin bittet Ismael Khatib um seine Einschätzung. Von beiden erhält er die Zustimmung für die Organspende - auch als klar wird, dass Kinder aus jüdisch-orthodoxen Familien als Empfänger in Betracht gezogen werden. Sechs Kinder, die ohne eine Transplantation keine Überlebenschancen gehabt hätten, erhalten dank der Organspende die Möglichkeit einer lebensrettenden Operation. Seitdem sind zwei Jahre vergangen. Ismael Khatib verspürt den großen Wunsch, die Kinder kennenzulernen, möchte erfahren, wie es ihnen heute geht. Drei Empfängerfamilien möchten anonym bleiben, doch drei Kinder wird er treffen können. Zuerst besucht er Samah, ein junges Mädchen, das aus einer Drusenfamilie stammt und in den nördlichen Hügeln nahe der libanesischen Grenze lebt. Dank Ahmeds Herz kann sie nunmehr unbeschwert leben wie jeder andere Teenager. Dann trifft Ismael den kleinen Mohammed, Sohn eines Beduinen, der, seit er nicht mehr täglich zur Dialyse muss, in den Weiten der Negev- Wüste seinem unbändigen Lebensdrang freien Lauf lassen kann.

Schwieriger ist der Kontakt zu Menuha, deren ultra-orthodoxe Eltern sich in einem großen Zwiespalt befinden. Als Eltern sind sie überglücklich, dass ihre Tochter dank der gespendeten Niere überleben kann. Als strenggläubige Juden hadern sie mit der Tatsache, dass das Organ von einem palästinensischen Jungen stammt. Ismaels Reise führt ihn quer durch Israel. Für ihn ist sie schmerzhaft und zugleich befreiend, denn durch die Kinder kommt er auch seinem eigenen Sohn wieder ganz nah. Begleitet wird Ismael Khatib von einem deutsch-israelischen Filmteam. Die beiden Regisseure, der Deutsche Marcus Vetter und der Israeli Leon Geller, recherchierten die Hintergründe zu dieser tragischen Geschichte und erzählen beeindruckend anhand der Reise, wie eine zutiefst menschliche Geste wahrhaftig Hoffnung stiften kann. Ganz real im Hier und Jetzt und vielleicht auch für die Zukunft - denn, so Ismael Khatib: "Kinder können keine Feinde sein, Kinder tragen keine Schuld".

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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