FilmstreifenFilm - InfoFilmstreifen

Das Labyrinth der Wörter - Plakat zum Film

DAS LABYRINTH DER WöRTER

("La Tete en friche")
(F, 2010)

Regie: Jean Becker
Film-Länge: 82 Min.
 
"Das Labyrinth der Wörter" auf DVD bestellen
DVD:  5.99 EUR
"Das Labyrinth der Wörter" auf Blu Ray bestellen
Blu-ray:  11.08 EUR
 


 Kino-Start:
 06.01.2011

 DVD/Blu-ray-Start:
 09.06.2011

 Free-TV-Start:
 24.09.2014

"Das Labyrinth der Wörter" - Handlung und Infos zum Film:


Eine Kleinstadt irgendwo in der französischen Provinz. Hier ist Germain (Gerard Depardieu) geboren und aufgewachsen. Er geht verschiedenen Jobs nach und kultiviert mit Hingabe seinen Garten. Die Erträge verkauft er auf dem Wochenmarkt. Regelmäßig trifft sich Germain mit seiner jüngeren Freundin Annette (Sophie Guillemin), einer Busfahrerin, und er kümmert sich um seine Mutter, eine laute, streitsüchtige alte Frau (Claire Maurier), obwohl die es ihm zeitlebens nicht einfach gemacht hat. Germain ist zufrieden mit seinem bescheidenen Leben – er kennt nichts anderes. Die Arbeit, die Gespräche und Dart-Spiele mit den Kumpels im Bistro, der Garten, Holzschnitzereien zur Entspannung.

Bis er eines Tages im Park Margueritte (Gisele Casadesus) trifft, mit Doppel T, wie sie betont. Gemeinsam betrachten sie die Tauben, denen Germain Namen gegeben hat. Eine heißt wie sie, Margueritte. Eine zierliche, elegante, überaus gebildete alte Dame, neben der Germain in seinen karierten Hemden und Arbeitshosen wie ein ungehobelter, aber gutmütiger Elefant wirkt. Sie kommen ins Gespräch, und schließlich liest sie ihrem neuen Bekannten eine Passage aus Albert Camus "Die Pest" vor. "Schlafen Sie?", fragt Margueritte irritiert. Doch Germain hat nur die Augen geschlossen, um dem Text intensiver lauschen zu können. Vor seinem inneren Auge läuft ein Film ab zu den Worten, die er hört. Ob er gerne lese, will Margueritte wissen, die das tiefe Interesse ihres Zuhörers spürt.

Oh nein, antwortet Germain, er besitze keine Bücher. Tatsächlich ist er fast Analphabet geblieben, den bis zum heutigen Tag die Erinnerung an die Schule und den Lehrer schmerzt, der ihn regelmäßig vor versammelter Klasse lächerlich machte.

"Sie sind ein guter Leser", sagt ihm Margueritte. "Lesen ist auch zuhören." Ganze Bücher liest die alte Dame dem "jungen Mann", wie sie ihn nennt, bei ihren regelmäßigen Treffen auf der Parkbank vor. Bücher, die Germain eine neue Welt eröffnen, die er begierig in sich aufnimmt.

Das macht sein Leben allerdings erheblich komplizierter. Die Kumpels im Bistro reagieren aggressiv, denn ihr Germain verändert sich. Er gebraucht Wörter, die sie nicht verstehen, hat neue Interessen und verbringt immer weniger Zeit mit ihnen. Dabei ist Germain so etwas wie die gute Seele der Kneipe, er schlichtet Streit, tröstet die Wirtin (Claude Maurane), als sie von ihrem jüngeren Mann verlassen wird, und kümmert sich um seinen Freund Landremont (Patrick Bouchitey), als der mal wieder einen moralischen Durchhänger hat.

Er besucht Margueritte in ihrem Zimmer im Altersheim und beschwert sich bei ihr: Sein Leben sei einfacher gewesen, bevor sie sich kannten. Bücher seien nun einmal nichts für Leute wie ihn, an denen die Versprechungen des Lebens vorbeigegangen seien. Es sei zu schmerzhaft, sagt er seiner alten Freundin, durch sie immer wieder daran erinnert zu werden, was das Schicksal ihm vorenthalten habe. Er gibt ihr das Geschenk zurück, das sie ihm gemacht hat: ein Wörterbuch, "Le petit Robert", DAS Nachschlagewerk der französischen Sprache. Doch kaum hat sie angefangen, aus einem neuen Buch vorzulesen - bezeichnenderweise Luis Sepúlvedas "Der Alte, der Liebesromane las" - ist er wieder fasziniert und gefangen in dieser neuen Welt, die sich ihm erschließt.

Margueritte, die seine Verzweiflung spürt, fragt behutsam nach seiner Vergangenheit, der Beziehung zu seiner Mutter. Schmerzhaft steigen die Bilder in Germain hoch: einen Vater gab es nicht, die Mutter betrachtete ihn als den "Unfall" einer Feier zum 14. Juli und behandelte ihn als unerwünschtes, lästiges Anhängsel. Aber er erinnert sich auch daran, dass die Mutter ihn einmal verteidigte, als einer ihrer Liebhaber ihn schlug, und den Mann mit der Mistgabel davonjagte.

Auch für Margueritte ist das Leben, seit die beiden sich kennen, nicht einfacher geworden. Mit zunehmendem Alter verliert sie ihr Augenlicht und sie kündigt Germain an, dass sie ihm nicht mehr lange wird vorlesen können. Um ihr das Gehen zu erleichtern, schnitzt Germain ihr einen Stock. Vor allem aber übt er, von seiner Freundin ermutigt, laut und flüssig zu lesen. Schließlich nimmt er all seinen Mut zusammen, leiht aus der Bibliothek ein Buch aus und überrascht Margueritte bei einem ihrer Treffen auf der Parkbank damit, dass er ihr laut vorliest...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 29.10.2010


Alle Preisangaben ohne Gewähr, Stand: n.n.

 
© 1996 - 2018 moviemaster.de

Technische Realisation: "PHP Movie Script" 9.3; © 2002 - 2018 by Frank Ehrlacher

   powered by
   Moviemaster Logo

Anzeige


Filmtitel suchen
(8.585 Filme/DVDs)   

Person suchen
Neu im Kino
Neu auf DVD / Blu-ray
Neu im Pay-TV
Neu im TV
Film-Lexikon
Alle OSCAR®-Gewinner
Film-Specials
Film-Suchmaschine
Film-Charts
Impressum