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Die dunkle Seite des Mondes - Plakat zum Film

DIE DUNKLE SEITE DES MONDES

(D/LUX, 2015)

Regie: Stephan Rick
Film-Länge: 97 Min.
 
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 Kino-Start:
 14.01.2016

 DVD/Blu-ray-Start:
 24.06.2016

"Die dunkle Seite des Mondes" - Handlung und Infos zum Film:


Wirtschaftsanwalt Urs Blank (Moritz Bleibtreu) ist der Beste seines Fachs, der unangefochtene Star auf seinem Gebiet, der es als Partner der Anwaltskanzlei Von Berg, Geiger und Blank zu allem gebracht hat, was man sich erträumen kann. Keiner kann ihm das Wasser reichen in Sachen Kaltblütigkeit und Nervenstärke, wenn es um das Einfädeln und Durchsetzen höchst komplexer Deals geht. Weil er wie ein Wolf ist, der sich lautlos anschleicht, abwartet und erst zuschlägt, wenn sein ahnungsloses Opfer es am wenigsten ahnt. Nie verliert er die Contenance, nie fällt er aus der Rolle, seine Selbstkontrolle ist perfekt. Dafür wird er fürstlich entlohnt. Urs Blank ist wohlhabend, er ist erfolgreich, er wird angesehen und gefürchtet, er hat die für ihn perfekte Frau, die Galeristin Evelyne (Doris Schretzmayer), er hat einen teuren Geschmack und kann sich leisten, was er will: Und das war bisher vor allem eines: Mehr. Nur wenn Urs Blank alleine mit sich ist und sich im Spiegel betrachtet, dann blickt er immer öfters in das Gesicht eines Fremden. Zunehmend fühlt er sich leer, losgelöst von seinen Erfolgen, seinen Kollegen und Freunden, den Insignien der Macht. Und er spürt, dass das Tier in ihm, von schierer Willenskraft immer so souverän in Zaum gehalten, mit Macht nach draußen drängt.

Gerade hat Urs Blank wieder einen genialen Deal schonungslos durchgezogen. Im letzten Moment vor der Fusion der traditionellen Fluri Pharma mit Blanks Klienten, dem mächtigen Konzern Confed, hat er deren altehrwürdigen Patriarchen Dr. Fluri aus heiterem Himmel mit einer Haftungsklausel konfrontiert, die dieser unterzeichnen muss, wenn der Deal zustande kommen soll: Wenn etwas schiefläuft, haftet Fluri mit seinem Privatvermögen. Blank weiß, dass der Mann damit ruiniert ist. Von seinem Privatanwesen aus verfolgt Pius Ott (Jürgen Prochnow) aus sicherer Distanz die Verhandlungen. Der 60-Jährige ist der Strippenzieher von Confed, ein geborener Gewinner mit Killerinstinkt, ein passionierter Jäger, immer auf der Suche nach neuer Beute: Eine ganze Galerie ausgestopfter Tiere unterstreicht das nachdrücklich. Ihm gefällt, was er sieht. Diesen Urs Blank hält er für einen faszinierenden Mann. Einer, mit dem es sich lohnen könnte, die Kräfte zu messen. Ott lädt Urs zu sich ein und unterbreitet ihm, dass er ihn für die nächste Fusion mit einem Pharmariesen aus Großbritannien an seiner Seite wissen will – eine Fusion, die aus der Confed den mächtigsten Pharmakonzern Europas machen wird.

Viel Zeit bleibt Urs nicht, seinen Triumph auszukosten. Ohne sich vorher angemeldet zu haben, drängt Dr. Fluri in Blanks Büro. Er gratuliert dem Anwalt zu seinem Triumph, zieht eine Pistole und erschießt sich vor Urs’ Augen. Der Schock sitzt tief. Urs Blank spürt, dass nach dieser Tragödie nichts mehr so ist, wie es vorher war. Er fühlt sich wie betäubt, als er Fluris Beerdigung besucht und aus der Entfernung zusieht, wie der Sarg hinabgelassen wird. Wie von unsichtbaren Strippen gezogen, wendet er sich ab und marschiert los, mitten hinein in den an den Friedhof angrenzenden Wald. Immer weiter läuft er, saugt die frische, unverbrauchte Luft ein, verliert sich. Dass er damit seine sündhaft teuren Schuhe ruiniert, ist ihm egal. Als Urs Blank wieder aus dem Wald auftaucht, hat er die Orientierung verloren. Er steuert auf einen kleinen alternativen Flohmarkt zu. Dort fällt ihm eine junge Frau auf, die ein T-Shirt trägt, auf dem "The Dark Side of the Moon" von Pink Floyd abgedruckt ist – Lucille (Nora von Waldstätten). Er spricht sie darauf an, sie kommen ins Gespräch. Sie bietet an, den Anwalt wieder zu seinem Wagen zu fahren und lädt Urs ein, sie am kommenden Wochenende in einem kleinen Club zu besuchen, in dem Freunde von ihr auflegen.

Der Selbstmord Fluris, die Beerdigung, der Wald, Lucille: Urs Blank ist ein anderer Mann, als er abends mit Evelyne, seinem besten Freund, dem Psychotherapeuten Wenger, und ihrer Gesellschaft in edlem Ambiente zusammensitzt. Er ist geistesabwesend. Ihre Gespräche perlen an ihm ab, die Themen interessieren ihn nicht. Urs spürt nur, dass er weg muss. Und steuert auf den Club zu, um Lucille wiederzusehen, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Er fühlt sich wie verwandelt, ist ausgelassen, trinkt, tanzt. Er folgt Lucille in ihre Wohnung, die sie sich mit ihrer 6 Katze teilt. Sie kiffen. Und Urs lässt sich von Lucille zu einem Abenteuer einladen. Mit einer kleinen verschworenen Gesellschaft geht es in eine Waldhütte, wo Zeremonienmeister Joe Gasser (Andre Hennicke) ihnen Pilze anbietet – psychedelische Pilze, wohlgemerkt. Urs zögert zunächst, aber er will sich vor Lucille und den Anderen keine Blöße geben. Also nimmt auch er vier Pilze. Und noch einen weiteren extra, einen ganz kleinen. Die Wirkung ist unbeschreiblich. Der Trip trifft Urs wie ein Hammer. Er schwebt förmlich in den Wald. Doch dann wandelt sich das Wohlgefühl urplötzlich in nackten Schrecken, in einen Horrortrip. Urs Blank, der Inbegriff der Selbstkontrolle, rastet aus und dreht durch. Nur mit Mühen können die anderen den panischen Mann wieder runterbringen. In seiner Panik schlägt er um sich und trifft Lucille mit der Faust. Blut fließt.

Am nächsten Tag kann Urs sich an nichts erinnern. Aber er weiß, dass er nicht mehr weitermachen kann wie bisher, dass er sein Leben ändern wird, konsequent. Er macht Schluss mit Evelyne und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Er will auch raus aus der Anwaltskanzlei, will nichts mehr mit seinem Beruf zu tun haben, er will nur noch bei Lucille sein, in den Tag hinein leben und herausfinden, wer er tatsächlich ist. Seine Partner sind sprachlos, hilflos, ebenso Evelyne. Pius Ott will sich nicht mit dem plötzlichen Gesinnungswandel abfinden. Er nimmt Urs mit zur einstigen Fluri Pharma und zeigt ihm, dass Fluri in langen Jahren ein Medikament entwickelt hatte, mit dem Multiple Sklerose geheilt werden kann: In Kürze schon will man es auf den Markt bringen. Ott weiß, welche Knöpfe er drücken muss. Eindringlich ermahnt er, die große geplante Fusion noch mit durchzuziehen, Fluri zu Ehren. Urs Blank nickt.

Zum ersten Mal seit langer Zeit verspürt Urs Blank Glück, bei Lucille, die ein anderes Leben lebt. Sie haben wilden Sex. Urs fühlt sich verstanden. Geborgen. Doch da ist noch etwas anders, das tief in Urs pocht und nach draußen drängt. Allein am Frühstückstisch fühlt er sich von Lucilles Katze bedrängt. Und eher er realisieren kann, was er da tut, packt Urs das Tier und dreht ihm den Hals um. Er hat die Katze getötet. Er fühlt sich hin und hergerissen, schämt sich für diese brutale Grenzüberschreitung. Aber es fühlt sich auch gut an, seinen Impulsen nachgegeben und sich nicht gebremst zu haben. Es gibt ihm ein Gefühl von Macht, wie er es noch nicht gekannt hat, auch wenn er weiß, dass er sich schuldig gemacht hat. Urs lässt die tote Katze verschwinden, heuchelt Lucille gegenüber Unwissen, was mit dem Tier passiert sein könnte.

Pius Ott scheint Urs jedoch zu durchschauen. Er nimmt ihn mit in den Wald; auf die Jagd, und er sorgt dafür, dass Urs einen mit einem gezielten Schuss ganz bewusst nur verletzten Bock töten muss. Mit einem Messer, das er Urs danach schenkt - auf ihm ist eingraviert: "Never hesitate".

Die Abwärtsspirale des Urs Blank scheint unaufhaltsam. Immer weniger hat er sich unter Kontrolle, immer machtvoller brechen sich Wut und Gewalt in ihm Bahn und machen den einst zivilisierten Anwalt zum instinktgetriebenen Individuum und unberechenbaren Mörder. Auf der Straße provoziert er einen tödlichen Unfall mit einem Autofahrer, von dem er sich belästigt fühlt. Dann tötet er Joe Gasser, als der ihm erzählt, dass er sich der Wirkung des Pilzes nicht bewusst gewesen war, den er ihm gegeben hatte.

Urs weiß, dass es jetzt kein Zurück mehr für ihn gibt. Er muss weg. Und er muss herausfinden, was für ein Pilz das war, der ihn so sehr verändert hat. Wie magisch zieht es ihn in den Wald, der einzige Ort, an dem er er selbst sein kann, an dem es Antworten auf seine Fragen. Und der Ort, an dem Pius Ott ihn haben will. Pius Ott, der mit Urs spielt wie mit einer Marionette, der jeden seiner Schritte verfolgt. Und der das letzte Duell sucht, ohne zu zögern: Never hesitate...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 12.12.2015


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