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Die Schachspielerin - Plakat zum Film

DIE SCHACHSPIELERIN

("Joueuse")
(F/D, 2009)

Regie: Caroline Bottaro
Film-Länge: 97 Min.
 
"Die Schachspielerin" auf DVD bestellen
DVD:  8.99 EUR
  


 Kino-Start:
 07.01.2010

 DVD/Blu-ray-Start:
 05.08.2010

 Free-TV-Start:
 23.06.2013

"Die Schachspielerin" - Handlung und Infos zum Film:


Helene (Sandrine Bonnaire) scheint mit ihrem Leben glücklich zu sein. Vor einigen Jahren ist sie ihrer Liebe in eine kleine korsische Küstenstadt gefolgt. Sie hat einen einfachen Hafenarbeiter, Ange (Francis Renaud), geheiratet, mit ihm eine bescheidene Existenz aufgebaut, eine inzwischen 15jährige Tochter, Lisa (Alexandra Gentil), bekommen und ihren Platz unter den Einheimischen gefunden. Inzwischen arbeitet sie als Zimmermädchen in einem Hotel und ihre Tage sind von Routine geprägt.

So auch an diesem Morgen: der Wecker klingelt, sie zieht ein schmuckloses Kleid an, steckt sich die Haare hoch, trinkt den Kaffee hastig im Stehen und fährt mit dem Fahrrad an der Küste entlang ins Hotel. Als sie die Bettwäsche in einem der Zimmer wechselt, erkennt sie durch den Vorhang auf der sonnigen Veranda ein junges, verliebtes amerikanisches Paar. Beide sind in eine Schachpartie vertieft. Helene fasziniert die Muße, Harmonie und Erotik, die beide ausstrahlen. Vor allem, als die schöne Amerikanerin (Jennifer Beals) im Negligé ihren Partner Schachmatt setzt und den Verlierer küssend tröstet.

Was sie gesehen hat, lässt Helene nicht mehr los, urplötzlich verkörpert das Schachspiel für sie den Traum von einem anderen Leben. Auf einmal merkt sie, dass ihr etwas fehlt. Beim Abendessen kündigt die 15jährige Tochter Lisa an, anstatt in den Ferien Geld zu verdienen, zu einem kostspieligen Praktikum nach England fahren zu wollen. Als sie auf Widerspruch stößt, revoltiert sie gegen die kleinen Verhältnisse ihrer Eltern. Außerdem fürchtet ihr Mann, seine Arbeit auf der Werft zu verlieren, für Zärtlichkeiten ist er nicht richtig in Stimmung. So sieht also Helenes raue Realität aus...

Am nächsten Tag fährt sie im Bus zu dem als verschroben geltenden Doktor Kröger (Kevin Kline), dessen Haushalt sie in Ordnung hält. Durch sein großes Haus mit Blick auf das Meer flutet klassische Musik, die Bücher stapeln sich in hohen Regalen und die Antiquitäten sind erlesen: eine für Helene fremde Welt der Muße und der Kultur. Der zurückgezogen lebende, verwitwete Hausherr ist kein umgänglicher Mensch, sondern eher ein arroganter Misanthrop, der seine Putzfrau auch schon einmal zurechtweist und herablassend behandelt. Helene aber lässt sich von seiner schroffen Art kaum beeindrucken. Sie fasst den Mut, ihn um eine dringend benötigte Lohnerhöhung zu bitten - und erhält sie auch.

Längst beflügelt die Idee vom Schachspiel Helene immer stärker. Als sie ihrem Mann zum Geburtstag ein elektronisches Schachspiel schenkt, stößt sie auf Unverständnis. Sie spürt aber, was sie jetzt antreibt. So steht sie mitten in der Nacht auf, studiert die Spielregeln. Sie lernt, dass die Dame die stärkste Figur ist und beginnt, gegen den Schachcomputer anzutreten.

Helene lässt sich von ihrer neuen Leidenschaft mitreißen. Tagsüber denkt sie pausenlos daran und nachts schleicht sie sich aus dem ehelichen Schlafzimmer in die Küche, um Schach zu spielen. Ihren zurückhaltenden Mann für ihre neue Passion zu begeistern, ist weiterhin nicht möglich, er bleibt bei seiner ablehnenden Haltung.

Am nächsten Tag überrascht der bärbeißige Doktor Kröger Helene, die übernächtigt von ihrer neuen Leidenschaft beim Putzen über seinem Schachbrett eingeschlafen ist. Als sie ihn bittet, ihr das Spiel beizubringen, lehnt er erst ab, aber sie lässt nicht locker und ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Er lässt sich erweichen und stimmt einem Probespiel zu. Beim nächsten Treffen kommt sie zum ersten Mal nicht nur zum Arbeiten in sein Haus. Kröger wartet schon hinter dem Schachbrett auf sie. Zwar setzt der bärtige Griesgram die junge Frau in wenigen Zügen matt, aber Helene gibt nicht auf.

Von nun an ist ihr sonst so eintöniger Alltag geprägt vom Warten auf die nächstmögliche Gelegenheit, um Schach zu spielen. Das wöchentliche Treffen bei Kröger wird für Helene zum herbeigesehnten Rendezvous fixe, neben dem alles andere nebensächlich erscheint. Der sonst so mundfaule und misstrauische Kröger erklärt ihr die Regeln, die Ausnahmen, die Strategie. Helene ist ausdauernd und lernt schnell. Schon bald verwandeln sich die Lektionen zwischen Lehrer und Schüler in regelrechte Duelle ebenbürtiger Partner.

Die neue Leidenschaft Helenes bleibt nicht ohne Auswirkung auf ihre Umwelt: Ihre 15jährige Tochter Lisa hat sich auf der England-Reise erstmals verliebt, fühlt sich aber von der abwesend wirkenden Mutter vernachlässigt. Im Friseursalon von Helenes Freundin Marie-Jeanne (Elisabeth Vitali) machen hartnäckige Gerüchte die Runde, sie gehe nicht nur zu Kröger, um dort zu putzen.

Gerüchte, die ihren Mann Ange so eifersüchtig machen, dass er ihr eines Tages heimlich zu Krögers Villa folgt. Zu seiner Überraschung wird er nicht Zeuge eines Seitensprungs, sondern eines anderen intimen Rituals: Nachdem sie den Haushalt in Ordnung gebracht hat, streift Helene ihren Kittel ab, setzt sich an das Schachbrett, und vergisst die Welt um sich herum.

Zu Hause wartet ein zorniger Ehemann auf sie, es kommt zum Streit: Ihm sei egal, was die Leute sagen, was er heute gesehen habe, sei viel schlimmer. Er will verstehen, was Helene zu Kröger zieht. Sie lässt sich nicht einschüchtern und besteht auf das Recht, endlich auch mal etwas für sich selbst zu tun.

Ihr neuer Freiheitsdrang stößt auf Widerstände. Die Hoteldirektorin Maria (Valerie Lagrange) beschwert sich über Helenes ungewöhnliche Nachlässigkeit bei der Arbeit. Und auch zu Hause hängt der Haussegen schief. Helene erkennt die Warnsignale und resigniert. Sie sagt die Treffen bei Kröger ab und wirft das elektronische Schachbrett an dem sie jede Nacht lernte weg. Der Alltag kehrt in seiner alten Monotonie zurück, aber ohne ihre Schach-Leidenschaft ist er jetzt kaum noch zu ertragen.

Erst die Lektüre von Jack Londons Roman "Martin Eden" über einen Seemann, der zum Schriftsteller wird, gibt ihr neue Hoffnung. Auch ihre Tochter ist von dem Buch bewegt und ermutigt ihre Mutter, das Schachspielen nicht aufzugeben, selbst wenn es als Männerdomäne gelte: Schließlich sei doch die Dame die stärkste Figur des Spiels! Helene lächelt und tanzt in der Küche mit ihrer Tochter. Ein Bild einer neuen Harmonie zwischen den beiden Frauen zeichnet sich ab. Und selbst ihr Mann hat sich aus Liebe entschlossen, Helenes neue Leidenschaft zu unterstützen. Er stellt das elektronische Schachspiel wieder auf den Tisch und sagt, er wolle sie glücklich sehen.

Am nächsten Tag fährt Helene mit einem Blumenstrauß wieder zu Kröger, der inzwischen eine andere Putzfrau gefunden hat. Beide nehmen ihre Schachpartien wieder auf, aber unter anderen Vorzeichen. Von nun an spielen sie auf gleicher Augenhöhe. Als sie ihn zum ersten Mal besiegt, verkündet der gesundheitlich angeschlagene Kröger, sie müsse künftig auch ohne ihn auskommen und schlägt ihr vor, sich für ein lokales Schachturnier anzumelden. Eine Idee, die bei Helenes bescheidenem Mann zunächst auf wenig Gegenliebe stößt. Seine Vorbehalte schmelzen erst, als seine Tochter Lisa das seltene Talent ihrer Mutter vehement verteidigt.

Helene fährt in die Stadt, um sich bei dem eitlen Präsidenten des Schachclubs (Daniel Martin) für das Turnier anzumelden. Als sie entdeckt, dass Kröger sie in seinem Empfehlungsbrief herablassend als seine Putzfrau beschreibt, wird sie wütend. "Sie behandeln mich wie eine Marionette, aber ich bin nicht ihr Spielzeug", sagt sie und geht mit ihrem wortkargen Gönner und ambivalenten Mentor ins Gericht. Kröger hat ihren Widerstand nicht erwartet. Er ist verletzt, zögert, und hält sie zurück. Erstmals öffnet er sich Helene und zeigt ihr die Ölbilder seiner verstorbenen Frau: Sie sei sehr talentiert gewesen, habe aber nie wirklich an sich geglaubt. Noch heute werfe er sich vor, sie nicht genug ermutigt zu haben. Jetzt endlich sagt er Helene seine volle Unterstützung zu.

Am entscheidenden Tag des Turniers hat Helene ein herausfordernd rotes Kleid angezogen. Feste Entschlossenheit liegt in ihrem Blick, als sie zur ersten Partie gegen einen jungen Schachspieler antritt. Ihre Tochter und die Freunde stehen hinter ihr, ihr Mann wartet angespannt vor der Tür. Kröger sitzt zuhause vor dem Schachbrett und scheint sie wie durch Gedankenübertragung bei ihren Schachzügen zu begleiten. Helene scheint seine Ratschläge instinktiv anzunehmen. Sie kommt ins Finale – gegen den Präsidenten des Schachclubs. Er glaubt, einen leichten Sieg zu erringen, aber muss sich schon bald den Tatsachen stellen: Helene hat die bessere Strategie, die größere Übersicht und den stärkeren Willen. Sie gewinnt das Turnier und lässt sich feiern. Sie wirkt erlöst, getragen von einer neuen Leichtigkeit.

Sie ist bereit, nach ihrem Erfolg die neue Herausforderung anzunehmen und ihre Schach-Leidenschaft auszuleben. Bevor sie in Paris zum nächsten Turnier antreten will, fährt sie zum Abschied zu Kröger. Sie ist wie verwandelt: Keine Spur mehr vom unterwürfigen Zimmermädchen, das es allen Recht machen wollte. Selbstbewusst gesteht sie "Wer Risiken eingeht, kann verlieren, wer keine eingeht, verliert immer." Gemeinsam spielen sie ein letztes "blindes" Spiel ohne Schachbrett, bei dem sie sich die Züge nur ansagen, dann verabschiedet sie sich. Sie ist bereit für ein neues Leben...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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