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Die Sprache des Herzens - Plakat zum Film

DIE SPRACHE DES HERZENS

("Marie Heurtin")
(F, 2014)

Regie: Jean-Pierre Ameris
Film-Länge: 98 Min.
 
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 Kino-Start:
 01.01.2015

 DVD/Blu-ray-Start:
 21.05.2015

 Pay-TV-Start:
 20.04.2016

 Free-TV-Start:
 21.04.2019

"Die Sprache des Herzens" - Handlung und Infos zum Film:


Ein junges Mädchen mit ihrem Vater auf einem Pferdefuhrwerk. Sie ist festgebunden, scheint die Fahrt zu genießen. Ihr Ziel ist das Institut Larnay in der Nähe von Poitiers. Dort angekommen hebt der Mann das Kind vom Wagen, trägt es zu den Nonnen und bittet um Aufnahme für seine Tochter Marie (Ariana Rivoire).

Kaum steht Marie auf ihren Beinen, reißt sie aus, klettert auf einen Baum. Schwester Marguerite (Isabelle Carre) bekommt von der Oberin den Auftrag, das gehörlose und blinde Mädchen herunterzuholen. Es kommt zur ersten Berührung ihrer Hände, Marie ertastet Marguerites Gesicht.

Die Mutter Oberin (Brigitte Catillon) verweigert die Aufnahme des Mädchens mit der Begründung, man sei in Larnay auf taube Kinder spezialisiert, nicht auf taubblinde, und könne sich nicht hinreichend um Marie kümmern. Der enttäuschte Vater zieht mit ihr von dannen. Keiner will Marie haben – es bleibt wohl nur die Unterbringung in einem Irrenhaus.

Schwester Marguerite hat die Begegnung mit Marie berührt. Am 10. Mai schreibt sie in ihr Tagebuch: "Heute bin ich einer Seele begegnet (...) Einer Seele, die durch die Gitter ihres Gefängnisses wie tausend Lichter strahlte (...) aber sie hat mich erwartet." Wie kann sie mit dem Mädchen, das in einer Welt der Dunkelheit und der Stille eingeschlossen ist, kommunizieren? Diese Frage lässt die junge Nonne nicht mehr los. Mit verbundenen Augen und Stöpseln in den Ohren macht sie Selbstexperimente, wie es ist, sich in totaler Dunkelheit und Abgeschiedenheit zu orientieren. In langen Verhandlungen ringt sie der Mutter Oberin, die anfangs strikt dagegen ist, schließlich die Erlaubnis ab, sich um Marie kümmern zu dürfen. Maries Schicksal wird ihre Mission. Doch Marguerites Gesundheit ist fragil, ihre Lungen sind schwach, jede Anstrengung könnte fatal sein.

Am 27. Mai macht sie sich zu Fuß auf den Weg, um Marie bei ihren Eltern abzuholen. Es wird ein Kampf – Marie wehrt sich mit Händen und Füßen. Die Mutter gibt der Nonne Maries Lieblingsgegenstand mit auf den Weg: ein Taschenmesser. Der Abschied vom Vater, an dem Marie sehr hängt, wird schwer. Nur mit Hilfe eines Lederriemens, mit dem sie an Marguerite festgebunden wird, ist Marie zum Mitkommen zu bewegen. Die beiden übernachten in einem Kuhstall, Marie genießt das Berühren des Tieres, seines Fells. Da sich Marie weigert Schuhe zu tragen, wird sie das letzte Stück des langen Weges von Marguerite in eine Schubkarre verfrachtet und zum Ziel geschoben.

Die ersten Wochen in Larnay sind schwierig, eine Geduldsprobe für Marguerite und ein Kampf für alle Beteiligten. Anziehen, waschen, kämmen, essen - alles lehnt Marie wütend ab. Die anderen Kinder akzeptieren das neue, wilde Mädchen nicht im Gemeinschaftsschlafsaal. Marie bringt das geordnete Klosterleben gehörig durcheinander.

26. Juli. Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das Leben mit Marie wird zur Prüfung für Marguerite. Welchen Weg soll sie mit dem Kind einschlagen?

20. September. Nach vier Monaten hat Marie noch keine Fortschritte gemacht. Sie benimmt sich nach wie vor wie ein wildes Tier, zeigt keinerlei Interesse, etwas zu lernen. Positive Resonanz weckt nur ihr Taschenmesser.

27. Oktober: Keinerlei Fortschritte. Im Gegenteil. "Maries Zustand hat sich sogar verschlechtert, seit sie hier ist", notiert Schwester Marguerite in ihrem Tagebuch. Von Anfang an versucht sie, Gegenstände für Marie mit Zeichen zu verbinden. Doch das Kind scheint nichts zu verstehen. Marguerite zweifelt an ihrem Vorhaben, will aufgeben. Doch ihre gehörlose Mitschwester Raphaelle (Noemie Churlet), die ihr die Zeichensprache beibrachte, ermuntert sie, weiterzumachen.

15. November. Zum ersten Mal lässt sich Marie kämmen, baden und einkleiden. Stolz befühlt sie ihre neuen, sauberen Kleider. Sie lässt sich sogar Schuhe anziehen. Ein erster Erfolg ...

Marie fasst immer mehr Vertrauen zu ihrer Erzieherin. Sie lernt, mit Messer und Gabel zu essen. Mit Hilfe ihres geliebten Taschenmessers gelingt schließlich der Durchbruch: Nach vielen Versuchen und Rückschlägen versteht Marie das Zeichen für Messer, das Marguerite immer wieder mit Maries übereinander gelegten Fingern symbolisiert: Schneiden. Jetzt ist Maries Wissensdurst geweckt: Sie will die Zeichen der Gegenstände kennenlernen, die sie umgeben. Brot, Gabel, Karotte, Apfel und vieles mehr lernt sie mit ihren Fingern zu symbolisieren.

15. Juni. "Eine Explosion der Sprache", notiert die Lehrerin über ihre wissbegierige Schülerin. Marie will alles erkunden, verstehen. Ein Damm ist gebrochen. Das erste Wort war schwer, jetzt lernt sie Adjektive, Grammatik, abstrakte Bedeutungen: jung und alt, arm und reich...

Maries Eltern kommen zu Besuch. Und finden eine veränderte Tochter, die stolz ihr Wissen präsentiert. Die glücklichen Eltern lernen von der Tochter, mit einfachen Zeichen zu kommunizieren. Marguerites Gesundheitszustand verschlechtert sich, ein Rückfall zwingt sie, das Bett zu hüten. Zur Genesung schickt die Mutter Oberin sie in die Berge. Marie soll nichts davon erfahren. Heimlich verlässt Schwester Marguerite Larnay. Marie sucht sie, ist verzweifelt, fällt in ihre alte Wildheit zurück. Schwester Raphaelle berichtet Marguerite davon in einem Brief. Die entschließt sich, entgegen dem Rat des Arztes, zur Rückkehr. Die Reise wird zwar ihren Gesundheitszustand verschlechtern, aber Marguerite will ihre Aufgabe beenden, so lange sie noch dazu in der Lage ist. Sie ist glücklich, Marie wieder zu sehen – die Tochter ihrer Seele, das Licht ihres Lebens. Marie macht ungeheure Fortschritte.

Als die ältere Schwester Elisabeth stirbt, lernt Marie zu verstehen, was Sterben heißt. Marguerite bereitet sie darauf vor, dass sie ebenfalls bald sterben wird. Die Nonne erklärt ihr das Gottesprinzip – ein wichtiger Schritt, denn sie lebt schließlich in einem Kloster, und der Erfolg ihrer Arbeit wird auch an Maries Frömmigkeit gemessen.

Als Marguerites Gesundheitszustand sich weiter verschlechtert, kümmert sich Marie liebevoll um sie. Als Marguerite jedoch immer schwächer wird, verbietet sie den Mitschwestern, Marie zu ihr zu lassen. Das Ende will sie ihrem Schützling ersparen. Doch Marie akzeptiert das nicht. Sie will Marguerite noch einmal sehen, ehe sie stirbt und rebelliert so lange, bis sie eingelassen wird. Die beiden verabschieden sich voneinander. „Lebe“, gibt Marguerite ihr mit auf den Weg.

Marie bringt Blumen an Marguerites Grab. Sie spricht mit ihr, im Himmel, erzählt ihr von den Fortschritten, die sie macht und davon, dass sie sich jetzt um ein kleines Mädchen kümmert, taubblind wie sie, ein Neuzugang in Larnay. Marie Heurtin blieb ihr Leben lang in Larnay, wo sie am 22. Juli 1921 im Alter von 36 Jahren starb.

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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