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Die Summe meiner einzelnen Teile - Plakat zum Film

DIE SUMME MEINER EINZELNEN TEILE

(D, 2011)

Regie: Hans Weingartner
Film-Länge: 118 Min.
 
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 Kino-Start:
 02.02.2012

 DVD/Blu-ray-Start:
 21.09.2012

 Free-TV-Start:
 19.03.2014

"Die Summe meiner einzelnen Teile" - Handlung und Infos zum Film:


Als Mathematiker in einem großen Unternehmen hat Martin Blunt (Peter Schneider) hauptsächlich seine Arbeit im Blick. Er arbeitet mit Zahlen, Algorithmen, Logik. Es ist sein Job, aus bloßen Zahlenreihen Sinn zu stiften und diesen Job macht er gut. Jung, erfolgreich, selbstbewusst – Martin Blunt scheint das Erfolgsideal des Spätkapitalismus.

Dass dieses Ideal im Kern mythologisch ist, nicht nur wenig mit der Realität eines Menschen zu tun hat, sondern diese Realität sogar in Frage stellen kann, steht am Anfang von "Die Summe meiner einzelnen Teile". Martin Blunt bricht zusammen, seine Freundin trennt sich von ihm, er wird in die Psychiatrie eingeliefert. Als er die Klinik nach 6 Monaten wieder verlassen darf, steht ihm eine ganze Batterie von Pillen bei, die ihm helfen sollen, nicht wieder die Perspektive zu verlieren.

Dass will auch Martin nicht. Er hofft auf Reintegration. Und als er das Gebäude verlässt, scheint der karge, aber friedliche Winter in der Vorstadt wie ein Versprechen, dass das auch gelingen wird. Es folgt eine Reise ans andere Ende der Stadt, wo ihm eine Wohnung zugewiesen wurde. Martin zieht an Verkehrs- und Menschenströmen vorbei, bis er in eine freudlose Siedlung und schließlich in seine Wohnung gelangt. Ein Neuanfang steht ihm bevor, sind doch all diese Maßnahmen ergriffen worden, um nahtlos an das Leben vor seinem Zusammenbruch anzuknüpfen.

Doch in seinen Job kann Martin nicht zurückkehren. Zu groß sind die Vorbehalte der Geschäftsführer, die das Vertrauen in seine Belastbarkeit verloren haben. Von seiner Freundin bleiben ihm Erinnerungen, ein unausgepacktes Verlobungsgeschenk und ein letzter Besuch, um seine Sachen aus ihrem Keller abzuholen. Martin beginnt zu trinken, isoliert sich, hat Angst. Die Außenwelt empfindet er als Bedrohung, zieht sich in seine Wohnung zurück und wenn er sie verlassen muss, hält er sich an die Zahlen. So wie das Zählen der Schritte schon immer Orientierung versprach, unterwirft Martin seine Umwelt obsessiv Rechenoperationen: er ermittelt Quersummen, zählt Primzahlen. Zahlen sind seine einzige Sicherheit in einem unübersichtlichen Koordinatensystem. Sie werden sein Begleiter auf den notwendigsten Expeditionen in den urbanen Alltag.

Eine amtliche Zahlungsaufforderung, gefolgt vom Gerichtsvollzieher wirft ihn aus der Bahn. Seine Habseligkeiten werden gepfändet, Martin muss die Wohnung verlassen. Er treibt durch die Stadt, fühlt sich verfolgt, hinter den Hilfsangeboten seiner Therapeutin, die ihm zufällig begegnet, wittert er Gefahr. Um ihn herum die unablässig und nach einer geheimen Logik sich bewegende Stadt: Züge, Menschen, Nachrichten zirkulieren nach einem Plan, den Martin nicht berechnen kann. Über die Zahlen, für ihn stets Inbegriff des Realen, hat er die Kontrolle verloren.

Schließlich wendet sich der Verkehr gegen ihn. Martin wird angefahren und bleibt verletzt am Straßenrand liegen. Nach einem Handgemenge mit seiner bestürzten Begleiterin verliert der Fahrer des Wagens mehrere Visitenkarten und verschwindet. Zurück bleibt Martin, steckt die Visitenkarten ein und zieht benommen weiter. Völlig erschöpft kommt er in einer von Jugendlichen belagerten Ruine unter und schläft sofort ein.

Ein lautstarker Kampf weckt ihn und treibt ihn von seiner Matratze. Er findet einen kleinen Jungen (Timur Massold), der von mehreren Jugendlichen in die Mangel genommen wird und explodiert. Er verjagt die Angreifer und zieht sich wieder zurück. Der Junge aber findet Martin, kümmert sich um ihn, bringt ihm Lebensmittel. Schließlich gehen sie zusammen auf die Jagd – nach weggeworfenen Pfandflaschen, spendenwilligen Großstädtern, dem urbanen Rest, der übrig bleibt. Wer der Junge ist, erfährt Martin nicht. Er spricht nur russisch, mit Blicken und Gesten verständigen sie sich, teilen sich den Gewinn in gemeinsamen Einkäufen. Bald bilden die beiden Gejagten und Verfolgten eine Gemeinschaft und Martin erfährt den Namen des Jungen: Viktor.

Als die Jugendlichen zurückkehren und das Abbruchhaus nach ihnen durchsuchen, ergreifen Martin und Viktor die Flucht und sammeln Geld für Fahrkarten. Sie wollen die Stadt verlassen und bei Martins Vater (Andreas Leupold) unterkommen, der einen alten Bauernhof in einem der umliegenden Dörfer betreibt. Während Martin im Zählzwang Nummern referiert, zieht draußen die Landschaft vorbei.

Doch als der Vater die Klinik alarmiert und auf Abholung drängt, schleichen sich Martin und Viktor davon. Diesmal gehen sie weiter. Sie ziehen in den Wald. Es ist Viktors Idee, im Wald zu bleiben und dort eine Hütte zu bauen, in der sie bleiben können. Was sie dafür brauchen, holen sie sich auf Raubzügen in die Umgebung. Martin, der erst nicht daran glauben mochte, fühlt sich von Tag zu Tag besser, seine Tabletten hat er längst abgesetzt. In lebendige Architektur verwandelt, werden auch die Zahlenkolonnen wieder beherrschbar. Martin erstellt Skizzen und Baupläne für die gemeinsame Hütte, berechnet Statik, Regenabfluss, Heizsystem. Und die gemeinsame Arbeit verwandelt die notdürftige Gemeinschaft in Freundschaft. Als die Hütte steht, hat für Martin ein anderes Leben längst begonnen. Mit Viktor erkundet er den Wald, in dem es Frühling geworden ist.

Eines Tages finden sie einen weggeworfenen Liebesbrief, der auch zahlreiche Fotos von einer jungen Frau namens Lena (Henrike von Kuick) enthält, für die der Brief bestimmt war. Berührt von dem Brief sucht Martin die Adresse auf und übergibt Lena den Brief schließlich selbst. Sie erzählt ihm von ihrem Exfreund, der alles hinter sich gelassen hat, um mit ihr in Portugal ein neues Leben anzufangen und Martin versucht, ihr die Angst vor diesem Schritt zu nehmen. Er ist sich sicher, dass er den richtigen Weg gegangen ist.

Doch dann verschwindet Viktor. Bei seiner Rückkehr aus der Stadt findet Martin Waldarbeiter vor, die ihre Hütte abreißen und die Polizei verständigt haben. Martin wird festgenommen. Einen kleinen Jungen, so sagen die Beamten, hätten sie nirgends gefunden. Martin soll wieder in die Klinik eingeliefert werden. Doch diesmal hat er einen eigenen Plan...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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