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Eine Karte der Klänge von Tokio - Plakat zum Film

EINE KARTE DER KLäNGE VON TOKIO

("Mapa de los sonidos de Tokyo")
(E, 2009)

Regie: Isabel Coixet
Film-Länge: 109 Min.
 
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 Kino-Start:
 05.08.2010

 DVD/Blu-ray-Start:
 29.10.2010

 Free-TV-Start:
 12.01.2012

"Eine Karte der Klänge von Tokio" - Handlung und Infos zum Film:


Roher Fisch auf nackten Frauenkörpern. Schnell wird die Situation klar: Es handelt sich um ein luxuriöses Geschäftsessen zwischen Japanern und Europäern. Die Gastgeber wollen ihren Geschäftspartnern offenbar etwas ganz Besonderes bieten. Mr. Nagara (Takeo Nakahara), der Chef der japanischen Delegation und sein Assistent Ishida (Hideo Sakaki) wissen um die Erwartungen der Europäer an Japan, um Klischees der Wahrnehmung und zeigen, wie distanziert die Japaner selbst dem Blick der Europäer auf ihre Kultur gegenüberstehen: Die Japaner müssen sich maskieren, immer lächeln und die Haltung wahren.

Wenige Augenblicke später wandelt sich Ishidas Gesichtsausdruck jäh. Er flüstert seinem Chef die offenkundig schreckliche Nachricht ins Ohr, die er gerade erhalten hat, Nagaras Gesicht erstarrt und kurz darauf verliert er die Fassung: Mit ein paar Fausthieben zerstört er das Essensarrangement, reißt damit symbolisch seine Maske herunter und zeigt seinen tiefen Schmerz: Nagara hat erfahren, dass sich seine Tochter Midori umgebracht hat.

Sanfte, träumerische Musik begleitet eine Bootsfahrt unter den Brücken von Tokio. Die Blicke der Kamera zeigen Häuser, U-Bahn, das Wasser und geben so erste Eindrücke vom Schauplatz dieses Films. Ansichten der Metropole Tokio aus immer neuen, vor allem nächtlichen Perspektiven, in kleinen Ausschnitten, auch aus der Vogelperspektive wirft die Kamera Blicke auf die neonstrahlende, glitzernde Stadt. "Es gibt nicht einen Tag, an dem ich nicht an Ryu's Atmen denke..." - ein alter Mann erinnert sich. Seinen Namen erfahren wir nie, aber wir erfahren, dass er Toningenieur ist.

Wie ein Lumpensammler sucht er nach kostbaren Geräuschen, Tönen, Stimmen seiner Heimatstadt, die er sich und uns auf diese Weise erschließt - und eine Landkarte der Klänge erstellt. Das erste, was er über Ryu erzählt ist, welches Geräusch sie machte, wenn sie ihre Nudelsuppe schlürfte. Sie trägt fortan ein Mikrophon und macht ihn so zum Zeugen ihres Lebens.

Ryu (Rinko Kikuchi) arbeitet auf dem Fischmarkt. Die Luft ist feucht, sie atmet den Geruch von Meer und Salz, aber auch den Schweiß der Arbeiter und das Öl der Maschinen. Große Thunfische werden zerlegt und vorsorglich zubereitet für die Restaurants des ganzen Landes. Eine Frau bei der Arbeit. Sie ist jung und eine zerbrechlich-schöne Erscheinung, deren stoisch-ungerührter Gesichtsausdruck sie sofort von den Übrigen trennt. "Sie hat zwar verschiedene Namen" erläutert der Erzähler weiter, "aber ich bin nahezu sicher, dass Ryu ihr wirklicher Name war." Der Alltag der geheimnisvollen Schönen wird bestimmt von ihren Nachtschichten, nach denen sie noch eine Suppe an einem Marktstand isst, zuhause ihren Körper von Schmutz und Gerüchen reinigt, und gedankenverloren in Erbeermochis beißt. Doch tatsächlich führt sie ein Doppelleben: Entgegen ihrer zarten Erscheinung nimmt Ryu Aufträge als Profikillerin an. Gelegentlich geht sie auf die Friedhöfe und pflegt dort die Gräber ihrer Opfer. "Sie dachte immer, dass sie selbst jung sterben würde."

An einem der nächsten Tage wendet sich Ishida an Ryu. Sein Auftrag: Sie soll David (Sergi Lopez) töten, einen spanischen Weinhändler und Midoris letzten Freund, dem Nagara die Schuld am Tod seiner Tochter gibt. Ishida und die rätselhafte Einzelgängerin sprechen kurz über das Honorar und darüber, ob Ryu mehr über die Hintergründe erfahren will. Doch Ryu will keine Einzelheiten wissen. Ryu schminkt sich, macht sich fertig für die Nacht, und geht zu Davids Weinhandlung, wo sie ihr nächstes Opfer beobachtet. Sie betritt das Geschäft, beide beginnen ein unverbindliches Gespräch über Wein, dann lädt David sie zum Essen ein. Gespräche über Essen, über Kino, über Japan folgen, beide lachen viel, und die verschlossene Ryu taut zunehmend auf. Noch am gleichen Abend beginnen sie eine Affäre in einem Liebeshotel, in dem ein Zimmer einem Waggon der Pariser U-Bahn nachgebaut ist...

In den nächsten Tagen begegnen sie sich immer wieder. Beide sind von einander stärker angezogen, als sie sich eingestehen wollen: Ihre Liebespiele werden immer erotischer und leidenschaftlicher, zunehmend reizen sie tastend ihre Grenzen aus. Dabei geht David ganz offen mit dem Tod Midoris um, gesteht aufrichtig, dass Ryu für ihn ein Ersatz ist, die Begegnungen mit ihr für ihn auch Ablenkung sind, ein Nacherleben der Zeit mit Midori, ein paar Stunden in der Illusion, das Midori noch lebt: "Wenn ich mit Dir schlafe, denke ich an sie."

Für Ryu ist es mehr. Als sie sich mit dem Toningenieur trifft, bemerkt er ihre Veränderung, sieht ihr neues Lächeln. Aber sie will nicht darüber reden, was ihr David bedeutet. Zugleich mehren sich die Nachfragen: Nagara wartet ungeduldig auf die Nachricht, das Ryu ihren Auftrag erfüllt hat. Die Situation spitzt sich immer mehr zu...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 24.06.2010


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