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Friedliche Zeiten - Plakat zum Film

FRIEDLICHE ZEITEN

(D, 2008)

Regie: Neele Leana Vollmar
Film-Länge: 98 Min.
 
"Friedliche Zeiten" auf DVD bestellen
DVD:  12.49 EUR
  


 Kino-Start:
 18.09.2008

 DVD/Blu-ray-Start:
 08.05.2009

 Free-TV-Start:
 07.07.2010

"Friedliche Zeiten" - Handlung und Infos zum Film:


Irgendwo in einer kleinen Stadt in Deutschland, Ende der 60er Jahre. Nachkriegsdeutschland macht es sich gemütlich. Nicht so Familie Striesow – Mutter Irene (Katharina Schubert), Vater Dieter (Oliver Stokowski) und die Kinder Ute (Nina Monka), Wasa (Leonie Brill) und Flori (Tamino Wecker): Bei ihnen braut sich ein ganz eigener privater Kleinkrieg hinter der Wohnungstür zusammen, die Irene am liebsten geschlossen halten, ihr Mann dagegen gern weit öffnen würde.

Bei ihrem Überlauf in den Westen 1961 haben die Striesows ihren Besitz zurück gelassen, die Konflikte aber mitgenommen. Der Vater wollte raus aus der DDR, die Mutter hat Heimweh. Jetzt will der Vater raus aus der Wohnung, die Mutter will alle zu Hause um sich scharen. Der Vater erzählt gern Witze, der Mutter ist mehr nach Weinen. Irene sehnt sich nach der vermeintlichen Sicherheit, die sie vor ihrer Flucht aus der DDR zu haben glaubte. Sie ist nie im Westen angekommen, misstraut seiner gelackten Oberfläche, sieht überall Gefahren lauern. "Macht die Kette vor", ist oberstes und striktes Gebot, wenn sie das Haus verlässt und ihre Kinder daheim bleiben. Auch Dieter muss jeden Abend klingeln, wenn er von seiner Arbeit bei Telefunken nach Hause kommt. Und nicht selten wird es spät...

Sein fortdauerndes Zuspätkommen fördert nicht gerade Irenes Vertrauen in ihren Mann – schon lange hat sie ihn im Verdacht, sie zu betrügen. Was der meist gut gelaunte Dieter natürlich weit von sich weist. Wenn Irene nachts auf ihren Dieter wartet, muss sie Kuchen backen. Oder sie unternimmt notgedrungen Ausflüge im Familien-Opel mit den Kindern, die meist damit enden, dass der Wagen eine Delle mehr hat oder mal wieder in der Werkstatt landet. Mit stoischer Ruhe kommentiert Dieter die Fahrten seiner Frau mit einem "...selbst voll wie eine Haubitze fahr ich noch besser als du stocknüchtern".

Nichts in diesem Alltag ist dazu angetan, Irene glücklich zu machen. Im Gegenteil – ihre erste große Liebe wurde nach Kriegsende von den Russen erschossen, ihr Mann wird sie bestimmt auch noch verlassen, im Westen ist alles anders und überhaupt steht der Dritte Weltkrieg unmittelbar bevor. Das Leben meint es nicht gut mit ihr, und außerdem liebt sie nun mal das Gefühl leer geweinter Augen. An den alltäglichen Streit der Eltern sind Ute, Wasa und Flori gewöhnt, an den Lieblingssatz ihrer Mutter "Kinder, ich werde nicht alt, ich sterbe bestimmt mal jung" werden sich die Kinder allerdings nie gewöhnen.

Als im Fernsehen die Bilder der russischen Invasion in Prag laufen, werden Irenes schlimmste Alpträume wahr: Sie, die der Waffenruhe ebenso wie vielem anderen misstraut, ist überzeugt davon, dass die Russen vor der Tür stehen. Natürlich ist Dieter mal wieder unterwegs, als die Dämonen der Vergangenheit sie einholen und deshalb redet Irene nun nicht mehr nur vom Jung-Sterben, sie will nun endgültig Ernst damit machen: In einer Kurzschlusshandlung packt Irene die Kinder ins Auto und fährt los – ihr Ziel: der Westen. Doch wo beginnt der überhaupt? Es ist Nacht, es regnet stark, die Fahrt ist gefährlich. Bang sitzen die Kinder im Wagen, doch ehe Schlimmeres geschehen kann, greift Ute beherzt ins Steuer, macht den Fahr-Unkünsten der Mutter ein Ende und bringt das Auto auf einer Brücke abrupt zum Stehen.

Jetzt tagt der Geschwisterrat, denn so kann es nicht weitergehen. Ute findet die vierte Klasse toll und möchte auch die fünfte noch erleben. Etwas muss geschehen, um die Mutter endlich glücklich – und den Rest der Familie (über-)lebensfähig zu machen. Obwohl sie selbst durch schwierige Zeiten gehen, versuchen die Kinder der Mutter keinen Anlass zu weiterer Sorge zu geben. Sie behalten die Schlaftabletten im Auge und geben sich Mühe, die Mutter in den wöchentlichen Kaffeekreis der Nachbarinnen zu integrieren, und vor allem suchen sie einen passenden Mindestkrieg für die Familie – denn davon sind sie überzeugt: Jeder muss im Leben einen Mindestkrieg durchstehen. Da die Russen zum Glück noch nicht auf den Knopf gedrückt und damit den Dritten Weltkrieg ausgelöst haben, beschließen die Kinder sich doch einfach einen kleinen Krieg in die eigenen vier Wände zu holen – dann wäre das Thema des Mindestkriegs auch schon gleich vom Tisch.

Die beiden Großen entwickeln einen Plan: Zwar lieben sie Mama und Papa, aber um die Nerven der Mutter zu schonen und sie noch ein bisschen älter werden zu lassen, scheint es am besten, man arbeitet gezielt auf eine Scheidung der Eltern hin – weil Papa sie doch immer so aufregt. Unterdessen verspricht Irene ihrem Dieter allerdings mal wieder, sich zu ändern, aus dem Haus zu gehen, Menschen kennen zu lernen. Auch als Dieter ihr seinen Fehltritt mit einer Kollegin (Anna Böger) eingesteht, hält sie an der vermeintlichen Idylle fest. Sie begleitet Dieter sogar zur Faschingsfeier seiner Firma, als sie dort aber auf seine ehemalige "Zweitfrau" trifft, verlässt sie wütend die Party.

Somit sind die Kinder ihrem Ziel schon einen Schritt näher und schreiten kurzerhand zur finalen Tat: Sie deponieren verdächtiges Material in Form von zwei Kinokarten von "Dr. Schiwago“ in Papas Manteltasche. Ihnen ist klar, dass Mama die verdächtigen Karten finden und ihre Schlüsse ziehen wird. So kommt es dann tatsächlich zu der von den Kindern ersehnten Trennung. Dieter zieht zu seinem Vetter Karl (Axel Prahl) und schläft auf dessen Sofa. Und vermisst seine Familie. Und umgekehrt. Und das kann auf Dauer auch keiner aushalten...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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