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Glück ist was für Weicheier - Plakat zum Film

GLüCK IST WAS FüR WEICHEIER

(D, 2018)

Regie: Anca Miruna Lazarescu
Film-Länge: 95 Min.
 
  


 Kino-Start:
 07.02.2019

"Glück ist was für Weicheier" - Handlung und Infos zum Film:


Das Leben stellt die zwölfjährige Jessica Gabriel (Ella Frey) immer wieder vor neue Herausforderungen. In der Schule gilt sie wegen ihres burschikosen Aussehens und der seltsamen Ticks, unter denen sie leidet, als Außenseiterin. Zu Hause muss sie darüber hinaus ganz andere Probleme meistern. Denn ihre über alles geliebte, ältere Schwester Sabrina (Emilia Bernsdorf) ist schwer krank. Sabrina lässt sich von ihrem Handicap jedoch nicht abhalten, das Leben im Rahmen ihre Möglichkeiten zu genießen.

Vater Stefan Gabriel (Martin Wuttke) hat gelernt, sein kompliziertes Leben in den Griff zu bekommen. Der Bademeister, der sich in seiner Freizeit als Sterbebegleiter engagiert, musste den Tod seiner Ehefrau verkraften und nach und nach in die Rolle des alleinerziehenden Vaters hineinwachsen. Gar nicht so einfach bei zwei Teenager-Mädchen, die ihn vor die unterschiedlichsten Aufgaben stellen. Um diese bewältigen zu können, hat er eine ganz eigene Methode entwickelt: Stefan hört Musik mit Walgesängen. Das beruhigt, hilft gegen Stress und lenkt ab.

Obwohl Stefan alles andere als ein strenger Vater ist, erfüllt er seinen Töchtern nicht jeden Wunsch. Für Jessica hat er allerdings eine Überraschung parat. Sie bekommt endlich die langersehnten Spikes-Turnschuhe geschenkt. Diese werden dann auch sogleich in der Schule sehr erfolgreich im Nahkampf mit Andrea, einem italienischstämmigen Klassenkameraden, ausprobiert. Doch der Unterlegene schlägt verbal, in Anspielung auf Jessicas kranke Schwester, erbarmungslos zurück: "So eine Verschwendung, dass die schöne Sabrina stirbt und nicht du".

Zu Hause herrscht gerade keine so gute Stimmung. Sabrina hatte einen Rückfall, ihr geht es schlecht. Stefan kann Jessi aber erst einmal beruhigen. Kleinere Unverträglichkeiten seien völlig normal. Dennoch würde Jessica alles dafür geben, damit es Sabrina wieder besser geht. Deshalb machen ihr auch die Hänseleien und Sticheleien ihrer Mitschüler, die sie täglich über sich ergehen lassen muss, fast nichts aus. Ob Raufereien vor dem Klassenzimmer, Untertauchen im Schwimmbad oder gehässige Verbalattacken, bei denen sie als Neutrum bezeichnet wird, all das scheint förmlich an ihr abzuperlen.

Aber dann platzt Jessica eines Tages doch der Kragen. Als einer ihrer Klassenkameraden sie mit einem Blasrohr während des Unterrichts malträtiert, flippt sie plötzlich völlig aus und geht dem Übeltäter schreiend an die Gurgel. Die wenig einfühlsame Englischlehrerin ist mit dieser Situation hoffnungslos überfordert und ordnet an, dass Jessica ab sofort einen Psychologen aufsuchen muss.

Stefan ist unterdessen im Krankenhaus seelsorgerisch tätig. Um einem schwerkranken Patienten die Angst vor dem Sterben zu nehmen, beginnt er, ihm von seinen eigenen Erfahrungen zu erzählen. Während er ausschweifend davon berichtet, dass er sich von seiner Frau wegen ihres plötzlichen Unfalls nicht richtig verabschieden konnte, merkt er nicht, dass sein Patient unterdessen für immer eingeschlafen ist.

Viel Zeit, über dieses Erlebnis nachzudenken, bleibt Stefan nicht. Schließlich muss er, wie von der Lehrerin angeordnet, Jessica noch zum Psychologen bringen. Er findet den Besuch beim „Seelendoktor“ alles andere als dramatisch. Denn er ist der festen Überzeugung, dass jeder Mensch einmal an dem Punkt ankommt, an dem sein Geist den Anforderungen des Lebens nicht mehr standhält.

Von Dr. Wolfgang Teuter (Christian Friedel) erhält Jessi wertvolle Tipps wie sie ihre Ticks in den Griff bekommen kann. Unter anderem fordert sie der freundliche Psychologe dazu auf, ein so genanntes Zwang-Tagebuch zu führen. Darüber hinaus ist er der Meinung, dass seiner Klientin ein Freund guttun würde. Deshalb gibt er ihr Ratschläge, wie ein Mädchen mit einem Jungen, für den es sich interessiert, ins Gespräch kommen kann.

Doch zunächst gilt es, sich um ihre große Schwester zu kümmern. Während Papa gerade in der Küche einen Multifunktionsmixer zusammenbaut, an den er eher zufällig über den kürzlich verstorbenen Patienten gekommen ist, hat Jessi ein interessantes Buch entdeckt. Darin wird die gewagte These aufgestellt, dass durch Beischlaf eine Krankheit auf die andere Person überspringen könnte. Jessica findet die Idee großartig und schlägt Sabrina sofort deren Freund Ron als mögliches "Opfer" vor.

Papa Stefan bekommt von alledem nichts mit. Er ist gerade viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Als Sabrina auch noch einen neuen Anfall erleidet, muss er erst einmal auf andere Gedanken kommen. Da trifft es sich gut, dass Horst (Stephan Grossmann), der Nachbar von gegenüber, sich gerade ein neues Auto gekauft hat und ihn zu einer kleinen Spritztour, ein kühles Bierchen inklusive, einlädt. Dieser spontane Ausflug endet jedoch in einem mittleren Desaster. Bei einem Wildunfall kommt es zu einem Zusammenprall mit einem kapitalen Hirsch. Während dem Tier nicht mehr zu helfen ist, kommen die beiden Männer immerhin mit dem Schrecken davon. Für Stefan löst die erneute Konfrontation mit dem Tod, auch wenn es sich nur um einen Hirsch handelt, jedoch eine weitere innere Krise aus.

Jessi hat in der Zwischenzeit versucht, die Tipps von Dr. Teuter in die Praxis umzusetzen. Schon seit längerem steht sie heimlich auf den attraktiven Nicolai. Doch bei der ersten Annährung zeigt sich Nicolai ziemlich irritiert von ihren Avancen – er hält sie für einen Jungen. Von diesem Fehlschlag frustriert macht Jessica hinter ihr aktuelles Liebesleben erst einmal einen Haken und kümmert sich um potenzielle "Beischläfer" für Sabrina, nachdem es mit deren Freund Ron aus terminlichen Gründen bisher nicht klappen wollte. Doch weder der Herr aus der Bücherei noch die zwei coolen Jungs aus dem Schwimmbad lassen sich auf diesen ominösen "Sex-Deal" ein.

Am Abend hat Stefan seit vielen Jahren erstmals wieder eine Art Rendez-Vous. Er ist mit Frau Gems (Sophie Rois), der Chefin des Hospizes, in dem er als Sterbebegleiter ehrenamtlich arbeitet, verabredet. Doch die Erwartungshaltung an den Abend ist unterschiedlich. Während Frau Gems Stefan unvermittelt verführen will, möchte er seiner Vorgesetzten eigentlich klar machen, dass Sterbebegleitung nichts für ihn ist und er seinen Job hinschmeißen will.

Nach einem weiteren Krankenhausaufenthalt kehrt Sabrina nach Hause zurück. Ihr Zustand hat sich zusehends verschlechtert. Damit kann der Vater kaum umgehen, muss er doch machtlos mit ansehen, wie er nach seiner Frau möglicherweise einen weiteren geliebten Menschen verliert.

Jetzt ist seine kleine Tochter gefragt. Und Jessica zieht ein letztes Ass aus dem Ärmel. Denn es gibt noch einen jungen Mann, der mit Sabrina schlafen und so ihr Leben retten könnte: Ihr Raufkumpan Andrea, der schmächtige Italiener aus der Schule. Doch um diesen Deal einfädeln zu können, muss Jessi einmal mehr ihren Kopf hinhalten – und das im absolut wortwörtlichen Sinne...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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