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Halbe Brüder - Plakat zum Film

HALBE BRüDER

(D, 2015)

Regie: Christian Alvart
Film-Länge: 116 Min.
 
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 Kino-Start:
 09.04.2015

 DVD/Blu-ray-Start:
 29.10.2015

 Pay-TV-Start:
 24.06.2016

"Halbe Brüder" - Handlung und Infos zum Film:


Julian (Paul Würdig alias Sido) ist ein äußert cleverer Vertreter für Reinigungsmittel und scheut keine Tricks seine Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. Seine Verkaufstour hat ihn in eine zwielichtige Spelunke geführt, in deren Hinterzimmer illegale Glücksspiele stattfinden. Julian lässt sich von Stanni (Manni Laudenbach) zu einem Pokerspielchen überreden und hat Glück. Und selbst als Stanni eine Revanche einfordert und dafür auf die Hautfarbe des nächsten Gastes wettet, hat Julian immer noch Glück oder besser gesagt: Er hilft dem Glück gekonnt auf die Sprünge. Auch als Stanni Julian die frisch gewonnenen 120.000 Euro abnehmen will, trickst Julian ihn aus und hinterlässt ihm nur einen Sack mit Lumpen. Das Geld packt Julian sofort für die Zukunft seiner Kinder auf ein Konto, an das selbst er nicht mehr kommt. Addi (Tedros Teclebrhan) übt für seine große Karriere als GangsterRapper und rappt mit seinen Freunden auf einem Hochhausdach, bis er einstürzt. Yasin (Fahri Yardim) ist bei der Dialyse und nutzt die Zeit, den Wirtschaftsteil der FAZ durchzuarbeiten.

Die drei könnten unterschiedlicher nicht sein, weswegen es wenig verwundert, dass sie sich auch herzlich unsympathisch finden, als sie in der Kanzlei von Notar Garcia (Samuel Finzi) aufeinander treffen. Als ihnen Garcia eröffnet, dass sie Brüder sind – Halbbrüder – und ihre Mutter Esther (Julia Dietze) eine Nonne war, die es mit dem Enthaltsamkeitsgelübde nicht immer so ernst nahm, glauben sie an die "Versteckte Kamera". Und wie dem auch sei: Sie möchten keinesfalls miteinander zu tun haben. Julian, der Deutsche, möchte sein Leben und seine Ehe in den Griff bekommen. Yasin, der Türke, will es seinem Ziehvater Recht machen und die Firma übernehmen und Addi, der Afrikaner, muss sich entscheiden, ob er Vater werden möchte oder nicht. All diese Pläne können auch 40.000 Euro Erbe pro Person nicht ändern. Ohnehin ist das Geld an Bedingungen geknüpft, die nicht ohne eine gewisse Anstrengung zu erfüllen sind. Alles was Esther ihren Söhnen hinterlassen hat, ist eine Postkarte aus den Sechzigern mit einem Leuchtturm, Strand, Strandhaus und einem Mädchen drauf, das aufs Meer schaut. Addi packt Postkarte und Urne ein und entsorgt deren Inhalt im nächsten Gully. Die Wege der Brüder trennen sich.

Vor Julians Haustür wartet eine böse Überraschung: Der große, dreckige, rosafarbige Hase Herr Klopfer (Gregor Bloeb). Der Mann in dem Hasenkostüm verschleppt ihn zu U-BahnLemmele (Charly Hübner), der tief unter der Stadt in alten U-Bahnstollen residiert. Lemmele will, dass Julian die ergaunerten 120.000 Euro zurückzahlt und droht ihm, die Hand abzuhacken, wenn er das Geld nicht innerhalb von vier Tagen zu ihm bringt. Zurück zu Hause plagen ihn die Geldsorgen und seine Frau Sandra (Mavie Hörbiger) wirft ihm auch noch vor, dass er ein verantwortungsloser Vater und Ehemann sei, der alle belügt und betrügt. Addis Freundin Linh (Yvonne Yung Hee) ist in freudigen Umständen. Addi fürchtet sich vor der Verantwortung und mit seiner Gangster-Rapper-Karriere läuft es auch nicht so gut. Als Julian zu Besuch kommt und die Postkarte sehen will, weiß Addi sofort, dass es Julian nur um das Geld geht. Addi und Yasin hatten sowieso vor das Erbe zu suchen und nun nehmen sie Julian eben mit. Julian fährt zurück nach Hause, wo der Streit mit seiner Frau Sandra erneut ausbricht und sie ihn erst wieder sehen will, wenn er sein Leben geändert hat. Addi und Julian holen Yasin bei seinem Stiefvater Dr. Blöckers (Michael Mendl) ab. Yasin widersetzt sich zum ersten Mal in seinem Leben dem Willen seines Vaters und schlägt die Übernahme der Firma aus, um Loszuziehen und mit seinen neu gewonnen Brüdern das Erbe zu suchen. Im Gegenzug lässt sein empörter Vater die Kreditkarten seines Sohnes sperren und verbannt ihn.

Die drei Halbbrüder fahren los in Richtung Frankfurt. Dort will Addi noch schnell in einer großen Sozialbau-Mietskaserne ein Paket abgeben. Das ist die Gegenleistung für das Auto, das er sich geliehen hat. Die Empfängerin für das Paket mit Drogen ist eine Oma (Dorothea Walda). Die Polizei verhaftet Oma Irmi. Addi und seine Brüder können zwar in letzter Sekunde entkommen, doch die Polizei sieht das Auto noch wegfahren. Am Abend kommen die halben Brüder in der Villa von Addis Vater an. Dort ist eine große Party im Gange. Gastgeber ist Herr Zequera (Roberto Blanco), der wie sich rausstellt wirklich Addis Vater ist. Er ist pleite und das Haus wird zwangsversteigert. Im Garten beobachtet Yasin wie Jenny (Violetta Schurawlow) über den Zaun steigt, um sich am Buffet zu bedienen. Er spricht sie an. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch. Zuerst will Roberto sich nicht an Esther erinnern, doch dann beschließen Addi, Yasin und Julian seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Als sie ihm Tape auf seine behaarte Brust kleben und eins nach dem anderen abziehen, erinnert er sich plötzlich sehr gut an Esther und als er die Karte sieht, erinnert er sich sogar daran, dass sie mal in Köln mit einem Türken zusammen lebte, der im "Jeilen Büggl" auftrat.

Die halben Brüder machen sich also auf nach Köln. Auf dem Weg kehren sie an einer Raststätte zum Frühstück ein. Im Fernsehen läuft ein Bericht über die Drogenrazzia am Tag zuvor, bei der Herr Klopfer verhaftet wurde, der die Brüder verfolgt hatte. Die aktuellen News: Die Polizei hat Addi, Julian und Yasin erkannt und fahndet nach ihrem Auto. Bevor der Gastwirt (Friedrich Liechtenstein) sie erkennen kann, fliehen die Brüder und fahren in einen Steinbruch, um das Auto zu verbrennen. Dummerweise haben sie vorher vergessen ihr Gepäck, ihr Geld und ihre Handys aus dem Auto zu nehmen. Die Nerven liegen blank, die Brüder fangen, an zu streiten und wo Streit ist, sind Beleidigungen nicht weit. Sauer gehen sie auseinander. Das war es mit dem Erbe. Julian quälen die Geldprobleme und er sieht nur noch einen Ausweg: von einer Kante in den Steinbruch zu springen. Doch seine Brüder halten ihn davon ab und reden ihm Mut zu. Es muss weiter gehen, sie wollen das Erbe finden.

Damit es weiter gehen kann, müssen die Drei sich aber erstmal etwas Sauberes zum Anziehen und etwas zu essen besorgen und das ohne einen Cent in der Tasche. Kein Problem für Julian. Er zieht Yasin selbstbewusst in den Wellness-Bereich des besten Hotels in Köln und verpasst ihm und sich eine Frischebehandlung inklusive neuer Anzüge, die sie sich einfach nehmen. So geschickt wie sie an die Anzüge gekommen sind, kommen sie auch an einen überladenen Frühstückswagen, mit dem sich die Brüder in bester Rheinlage zum Picknick nieder lassen. Frisch gewaschen und gestärkt, geht es in den "Jeilen Büggl", einem Schwulenvarieté. Dort arbeitet Yasins Vater Erdal (Erdal Yildiz) als Schlammcatcher. Dumm nur, dass er schwul ist. Aber ja, da war mal was mit einer Frau. Um mehr zu erfahren, muss Yasin gegen Erdal antreten, weil er nur während des Wettkampfs Zeit zum Reden hat. Erdal erzählt, dass das Geld in Esthers Heimat ist – im Norden auf einer Insel. Aber welcher, das weiß er nicht.

Die halben Brüder gehen in eine Kneipe, die entfernt nach Seemannskneipe aussieht. Dort erkennt der alte Seebär Hein den Leuchtturm: er steht auf Fehmarn. Doch wie sollen die Drei jetzt ohne Geld und Auto von Köln nach Fehmarn kommen? Addi hat die Lösung: er rappt auf der Domplatte und mit dem eingesammelten Geld, werden sie es schon schaffen. Doch seine Kunst zündet beim Publikum nicht so recht. Julian und Yasin finden, dass Addi sein Erbe annehmen sollte. Also rappt Addi los: "Ein bisschen Spaß muss sein", was zwar jede Menge Applaus und auch Geld einbringt, aber nicht genug für drei Fahrkarten. Es bleibt nur noch Trampen. Doch Yasin hat eine bessere Idee. Schließlich hat er ja noch Jennys Telefonnummer. Sie holt die Brüder mit ihrem VW-Bus ab. Der Weg nach Norden ist lang und eine Mütze guten Schlafs dringend geboten. Die Vier mieten sich in einem Billigmotel ein, wo sich Jenny und Yasin näher kommen. An der Bahnstation Grossenbrode-Fehmarn verabschieden sich die Jungs von Jenny, die nach London weiter zieht.

Endlich auf Fehmarn angelangt, machen sich die Brüder auf die Suche nach Julians Vater, was sich schwerer gestaltet, als angenommen. Aber sie kommen sowieso zu spät. Allein Julians Onkel Achim (Detlev Buck) hält die Stellung in einem kleinen Ferienhäuschen am Strand in der Nähe des Leuchtturms und überbringt die traurige Nachricht: Andreas, Julians Vater, ist schon vor einigen Jahren verstorben. Zum Trost hat Onkel Achim jedoch ein paar 9 Super8-Aufnahmen aus der wilden Hippie-Zeit von Esther, die bei einem Festival auf der Insel entstanden sind. Doch wo das Erbe ist, weiß auch Achim nicht. Aber er erzählt den Brüdern, dass ihre Mutter Jimi Hendrix-Fan war, weil eben jener Hendrix bei einem Festival 1970 auf Fehmarn gespielt hatte. Ein Gedenkstein markiert heute die historische Stelle des Auftritts. Wenn das Erbe irgendwo versteckt ist, dann sicherlich darunter.

Schnell ist die Statue gefunden und umgekippt, eine Schaufel organisiert und die Kiste darunter ausgegraben. Doch was ist das? Sie enthält nur einen Haufen Fünf-DM-Stücke. Gegenwert? Maximal 250 Euro! Welch eine Enttäuschung. Nur Julian erkennt den wahren Wert der Münzen, behält es aber für sich und mimt den Frustrierten. Die Münzen sind Erstprägungen und etwa 130.000 Euro wert – etwas mehr als seine Schulden. Heimlich tauscht er sie um und will Fehmarn mit dem Geld und ohne seine Brüder verlassen. Doch er überlegt es sich anders, er will nicht mehr lügen und betrügen. Er lässt das Geld und eine Nachricht bei seinen Brüdern und fährt mit Herrn Klopfer, der sie inzwischen erneut aufgestöbert hat, nach Berlin zurück. Dort stellt sich Julian mit leeren Händen U-BahnLemmele, während seine Brüder auf dem alten Motorrad von Achim nach Berlin unterwegs sind, um ihn zu retten. Lemmele zögert den Moment der Wahrheit hinaus, während Julian gerne möchte, das alles so schnell als möglich vorüber ist.

Addi und Yasin finden Lemmeles geheimes U-Bahnversteck und es gelingt ihnen den Hasen außer Gefecht zu setzen. Aber sie kommen zu spät. In dem Augenblick als Addi und Yasin das Büro stürmen, saust das Beil in Julians Arm und bleibt dort stecken. Es ist zu klein für das Unterfangen. Lemmele hat die Prozedur einer Amputation unterschätzt – schließlich war es seine Erste.

Addi und Yasin übergeben Lemmele das gesamte Erbe und befreien Julian. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg ins Krankenhaus, wo Yasin seine überfällige Dialyse erhält und Julians Arm behandelt wird. Außerdem hat Addi die Chance, zum ersten Mal sein Kind im Ultraschall zu sehen. Währenddessen hat Julian seinem Bruder Yasin sogar eine Niere gespendet. Und als er wieder ohne Schmerzen laufen kann, nimmt er seine Brüder unter den Arm, geht zur vorübergehenden Ruhestätte ihrer Mutter, um sie aus dem Gully zu holen und ihr ihren großen Wunsch einer Windbestattung zu erfüllen. Aber in Gullywasser getränkte Asche fliegt nicht. Da kann man es auch vom höchsten Haus Berlins probieren...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 30.03.2015


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