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Hannah Arendt - Plakat zum Film

HANNAH ARENDT

(D/LUX/F/IL, 2012)

Regie: Margarethe von Trotta
Film-Länge: 113 Min.
 
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 Kino-Start:
 10.01.2013

 DVD/Blu-ray-Start:
 10.10.2013

 Free-TV-Start:
 07.12.2014

"Hannah Arendt" - Handlung und Infos zum Film:


Im Mai 1960 spürt der israelische Geheimdienst den untergetauchten Adolf Eichmann, der im Dritten Reich die Deportationen der Juden in die Vernichtungslager organisierte, in Argentinien auf und entführt ihn nach Israel. Hannah Arendt (Barbara Sukowa) bietet dem Magazin "The New Yorker" an, über den Prozess in Jerusalem zu berichten. Begeistert ergreift der Herausgeber William Shawn (Nicholas Woodeson) die Gelegenheit, denn die berühmte Philosophin und Schriftstellerin wird zu jener Zeit weltweit für klare Standpunkte und scharfsinnige Analysen geschätzt.

Als Hannah Arendt ihren "tribe" – jenen Zirkel illustrer Intellektueller, der regelmäßig in ihrer Wohnung zusammenkommt um politische, gesellschaftliche oder geisteswissenschaftliche Themen zu diskutieren – über ihre Pläne informiert, ist es vor allem Hannahs Ehemann Heinrich Blücher (Axel Milberg), der ihrem Vorhaben skeptisch gegenüber steht. Er befürchtet, dass der Prozess seine geliebte Hannah emotional wieder zurück in die "dunklen Zeiten" führen wird. Doch Hannahs Entscheidung steht fest; dieser Prozess bietet ihr die letzte Gelegenheit, einem verantwortlichen Nazi leibhaftig zu begegnen und seinen Charakter zu verstehen.

Im April 1961 reist Hannah nach Jerusalem; sie besucht alle wichtigen Verhandlungen und protokolliert akribisch und präzise das Verfahren, das weltweite Aufmerksamkeit erfährt. In intensiven Diskussionen mit ihrem väterlichen Freund Kurt Blumenfeld (Michael Degen) schärft Hannah ihren Standpunkt. Mit ihrem Ehemann Heinrich Blücher in New York tauscht sie sich oft aus. Blücher bewundert seine Frau für den Mut, sich dieser Tortur auszusetzen. Aber er ahnt auch, wie schwierig es für sie werden wird, ihre Position zu verteidigen; er weiß, dass Hannah sich – allein der Klarheit des Gedankens verpflichtet – in ihrer Beurteilung jeder emotionalen Beteiligung enthalten und damit heftigen Widerspruch bei all jenen provozieren wird, für die Abscheu und Hass die einzig angemessenen Reaktionen auf Eichmanns Taten sind.

Zurück in New York beginnt sie ihre bahnbrechenden Theorien über Adolf Eichmann zu diskutieren – sehr zum Leidwesen ihres besten Freundes Hans Jonas (Ulrich Noethen), den Hannah seit ihrer gemeinsamen Marburger Studienzeit kennt. Ihr philosophischer Ansatz wird nur Verwirrung stiften, warnt Hans. Aber Hannah verteidigt ihre mutigen und einzigartigen Perspektiven und ihr Mann Heinrich unterstützt sie dabei. Während alle Welt sich darin einig ist, dass Eichmann ein bestialisches Monster zu sein habe – die "Inkarnation des Bösen", erkennt sie nur einen gedankenlosen kleinen Bürokraten. Die geistlose Mittelmäßigkeit eines Adolf Eichmanns passt einfach nicht zum abgrundtiefen Bösen seiner Taten. Hannah merkt schnell, dass dieser Widerspruch das Rätsel ist, das es zu lösen gilt.

Ihre Arbeiten über den Eichmann-Prozess rufen bei Hannah auch die prägende Marburger Studienzeit in den 1920er Jahren in Erinnerung – als sie bei dem renommierten Philosophen Martin Heidegger (Klaus Pohl) studierte, der ihre erste große Liebe ist. Es ist eine schwierige Beziehung, weil Heidegger verheiratet ist und seine Ehe nicht aufgeben will. Regelmäßig besucht er Hannah Arendt in ihrer kleinen Dachkammer in der Luther-Straße. So groß die Liebe auch ist, die Hannah mit ihm verbindet, so niederschmetternd ist doch ihre Enttäuschung, als Heidegger, nachdem er Rektor der Universität Freiburg wird, mit den Nazis kooperiert.

Nach zwei Jahren intensiver Gedankenarbeit, umfangreichen Recherchen, vielen Debatten mit ihren Freundinnen Mary McCarthy (Janet McTeer) und Lotte Köhler *Julia Jentsch Janet McTeer sowie natürlich mit Heinrich, liefert Hannah Arendt endlich ihr Manuskript ab. Die Veröffentlichung ihrer Artikelserie im "The New Yorker" provoziert sofort einen Skandal in den USA, Israel und bald auch in der restlichen Welt. Um dem öffentlichen Trubel zu entgehen, zieht sich Hannah aufs Land zurück. Nicht nur Hans Jonas geht auf Distanz, auch andere Freunde wie Kurt Blumenfeld und Kollegen aus der Universität kritisieren sie heftig. Sie erhält Briefe mit Beschimpfungen und Beleidigungen, auch handfeste Drohungen sind dabei. Hannahs akademische Karriere ist gefährdet. Vom Mossad wird sie massiv bedrängt, die geplante Veröffentlichung ihres heute berühmten Buches "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" aufzugeben. In wahrer Verbundenheit halten nur ihre Freundinnen Mary McCarthy und Lotte Köhler sowie Heinrich zu ihr. Blumenfeld stirbt, ohne sich mit Hannah zu versöhnen.

Doch bei ihren Vorlesungen sind die Hörsäle überfüllt; gebannt und mit aufrichtigem Interesse verfolgen die jungen Studenten die scharfen Analysen und unerschrockenen Schlussfolgerungen von Hannah Arendt – dieser unangepassten politischen Denkerin...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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