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Herrenkinder - Plakat zum Film

HERRENKINDER

(D, 2009)

Regie: Eduard Erne, Dr. Christian Schneider
Film-Länge: 95 Min.
 
"Herrenkinder" auf DVD bestellen
DVD:  15.96 EUR
  


 Kino-Start:
 03.12.2009

 DVD/Blu-ray-Start:
 29.06.2010

 Free-TV-Start:
 31.08.2011

"Herrenkinder" - Handlung und Infos zum Film:


Die 1933 gegründeten Napolas (offiziell: NPEA, "Nationalpolitische Erziehungsanstalten") hatten das Ziel, die künftige zivile Elite des NS-Staats auszubilden: eine kompromisslos nach Maßgabe der NS-Ideologie handelnde Führungsspitze, die gleichzeitig die "gute Gesellschaft" des "Dritten Reichs" hervorbringen sollte. Bis 1945 gab es in Deutschland und den neuangegliederten Gebieten ca. 40 Napolas. Insgesamt haben sie etwa 15 000 Schüler ausgebildet.

Vorbild für die Napola-Pädagogik waren die englischen Public Schools und die preußischen Kadettenanstalten. Die Rekrutierung der Schüler erfolgte unter scharfen Auswahlkriterien. Der ideale Napola-Schüler ("Jungmann") war von reiner arischer Herkunft und körperlich fit, dazu risikofreudig, überdurchschnittlich intelligent, nicht brav, sondern vom Charakter her eher rebellisch. Jungmannen sollten spezifische Fähigkeiten entwickeln: insbesondere den Willen und das Vermögen, Führungspositionen einzunehmen. Ihnen und ihren Eltern wurde eine Erziehung auf höchstem Niveau versprochen, mit gesicherten Chancen für eine spätere Karriere. Mittellose Familien waren vom Schulgeld ausgenommen, manche erhielten sogar finanzielle Unterstützung.

Schon die Aufnahmeprüfung verlangt den Knaben List und Mut ab, die internen Aufnahmerituale sind teilweise grausam und erniedrigend. Ähnlich wie bei der Armee geht es in der Aufnahmephase zunächst darum, die zivile Identität und Individualität des Schülers aufzuheben: aus dem Knaben einen "Jungmann" zu machen. Von nun an lebt er in Uniform. Das Leben ist in "Zügen" organisiert und streng kollektiv geregelt. Die kleinste Verfehlung des Einzelnen zieht die Bestrafung des ganzen "Zuges" nach sich. Strafen wie winterliche Nachtmärsche in kurzen Hosen mit beladenem Rucksack sind typisch und üblich.

Neben dem körperlichen Drill sind die Schüler einer intensiven nationalsozialistischen Indoktrination unterworfen, die nicht als "Schulfach" gelehrt, sondern in den Alltag des Schullebens verwoben ist. Jeder Jungmann soll sich als siegreicher Herrenmensch erfahren, zugleich aber lernen, sich bedingungslos unterzuordnen und ohne Widerspruch zu gehorchen. "Du bist besser!" ist ebenso Parole der Napola wie "Du bist nichts – Dein Volk ist alles." Permanent steht der Schüler in der Spannung, besser als alle anderen und gleichzeitig "nicht gut genug" zu sein, dem Ideal nicht zu genügen. Die Anstaltsregie verhindert eine freie Entfaltung seiner Individualität. Nur in der Gruppe fühlt sich der Jungmann sicher.

In der letzten Phase des Krieges schließen sich die älteren Schüler häufig den kämpfenden Einheiten an. Als überzeugte Anhänger des Regimes kämpfen viele von ihnen mit fanatischer Hingabe. In den letzten Kriegswochen fällt etwa die Hälfte der betreffenden Jahrgänge. Nach der Kapitulation sagt man den Überlebenden, dass alles, was man ihnen beigebracht hat, alles, was sie zu idealisieren gelernt haben, falsch war. Man behandelt sie wie Verfemte, gefährliche Bastarde und gibt ihnen zu verstehen, dass sie künftig besser nicht von ihrer Schulherkunft sprechen sollten. Einige haben dieses Schweigegebot ihr Leben lang durchgehalten: Selbst ihren Kindern haben sie nichts oder wenig von ihrer Napola-Zeit erzählt...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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