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Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste - Plakat zum Film

INGEBORG BACHMANN - REISE IN DIE WüSTE

(A/LUX/CH, 2023)


Regie: Margarethe von Trotta
Film-Länge: 110 Min.
 

 
 
 
 
 

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 Kino-Start:
 19.10.2023

 DVD/Blu-ray-Start:
 22.02.2024

"Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste" - Handlung und Infos zum Film:


Ein Telefon läutet. Eine Frau geht wie im Traum langsam durch einen dunklen Flur. Am Telefon die Stimme eines Mannes, der auf ihre verzweifelten Fragen, wann er zu ihr zurückkommt, nur schallend lacht. Die Träumerin ist Ingeborg Bachmann (Vicky Krieps). Sie erwacht in einem Krankenhaus, greift hilfesuchend nach ihren Zigaretten. Mit dem sie behandelnden Psychoanalytiker spricht sie über ihre Alpträume. Dabei fällt ein Name, der Name eines Hundes, von dem sie sich besonders bedroht fühlt: Max.

Ein Bus fährt durch die Wüste. Ingeborg Bachmann sieht aus dem Fenster, und erinnert sich an ihr erstes Treffen mit Max Frisch (Ronalds Zehrfeld) in einem Pariser Hotel. Er hatte sie zu seiner Premiere von "Biedermann und die Brandstifter" eingeladen, weil ihn ihr Hörspiel "Der gute Gott von Manhattan" sehr beeindruckt hatte: "Eine ganz neue Stimme, die Stimme einer Frau." Die erste Begegnung ist geprägt von gegenseitigem Respekt und spürbarer Faszination füreinander. Es ist der Beginn einer jahrelangen Liebesbeziehung, die sie erst befreit und beflügelt, als Menschen wie als Künstler, dann aber zu vernichten droht.

In Ägypten ist Ingeborg Bachmann unterwegs mit dem jüngeren Adolf Opel (Tobias Resch), etwas mehr als ein Jahr ist vergangen seit ihrer endgültigen Trennung von Max Frisch. Immer noch ist sie gezeichnet von dieser Erfahrung; körperlich und geistig geschwächt. Wieder denkt sie zurück an den ersten Abend in Paris, wie sie durch die Straßen gingen, sich näherkamen und den Abend in einem Bistrot beendeten. Sie ist die einzige Frau, außer einer Alten, die einsam an ihrem Tisch sitzt und ein Lied über Liebesleid singt. Später küssen sich Ingeborg und Frisch erstmals auf dem Gang im Hotel.

In einem Restaurant unter freiem Himmel reden Ingeborg und Adolf Opel über diesen ersten Abend, den sie rückblickend aber als Beginn ihrer Tragödie empfindet. Im Hotel angekommen, möchte Opel einen gemeinsamen Spaziergang machen. Sie möchte lieber allein bleiben. Sie legt sich auf ihr Bett und denkt an einen Anruf von Frisch, der sie nach der gemeinsamen Zeit in Paris zu sich nach Zürich einlädt. Ohne sie bei sich zu wissen, könne er nicht mehr arbeiten. Ingeborg ist bei Max Frisch und erstaunt, wie aufgeräumt und geordnet sein Arbeitszimmer ist. Im Gegensatz zu ihr scheint er seine Texte kaum zu überarbeiten. Als Schriftsteller leben sie beide vom geschriebenen Wort. Und doch könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Vielleicht sind sie gerade deswegen fasziniert voneinander und verliebt. Erstmals verbringen sie eine gemeinsame Nacht.

In Rom besucht Ingeborg ihren Freund, den Komponisten Hans Werner Henze (Basil Eidenbenz). Ihre Vertrautheit spürt man sofort. Sie reden Deutsch miteinander, verfallen aber immer wieder ins Italienische. Er erkennt, dass sie verliebt ist. Frisch? Dieser Biedermann! Er hält Frisch für einen Spießer mit tradierten Rollenbildern und fürchtet, er könnte Ingeborgs Kreativität beschädigen: Denn noch ist das Libretto für seine nächste Oper "Der Prinz von Homburg" unvollendet.

Frisch überzeugt Ingeborg davon, zu ihm nach Zürich zu ziehen – auch wenn er glaubt, sie könne ihn vielleicht eines Tages unglücklich machen. Abends liest Frisch ihr aus seinem Roman "Stiller" vor. Auf den Satz "Ich werde die Wüste nie vergessen!" antwortet sie, sie sei noch nie in der Wüste gewesen. Und Frisch verspricht, sie ihr zu zeigen.

Nun ist sie in der Wüste, Jahre später, ohne Frisch. Sie bittet Opel, er solle sie eingraben wie eine Mumie. Dieser junge Schriftsteller aus Wien hatte sie auf ihre Einladung hin erst vor kurzem in Berlin besucht. Er begegnete einer kranken Frau, einer, wie sie sich selbst nennt, Vertriebenen. Die Trennung von Frisch hat sie nicht überwunden.

Beim zweiten Besuch erzählt Opel ihr von seinen Plänen, nach Ägypten und in die Wüste zu reisen. Spontan lädt er Ingeborg ein, ihn zu begleiten. Zu seiner Überraschung stimmt sie sofort zu. Als Opel sie in der Wüste im Sand eingräbt, fühlt sie sich, als müsse sie sterben. Wie sie sich irgendwann auch in der Beziehung mit Frisch gefühlt hat. Wenn er schon am frühen Morgen in seine Schreibmaschine hämmert, raubt das Ingeborg den Schlaf.

Sie kann nicht mehr arbeiten. Das Leben in Zürich ist eine beständige Herausforderung für sie. Sein Gönnertum, wenn er sie "mein Mädchen" nennt, empfindet sie als entmündigend. Die guten Momente, es gibt sie unverändert. Aber sie werden seltener. Frischs pathologische Eifersucht belastet sie immer mehr. Doch auch er scheint darunter zu leiden. In der Wüste schöpft sie neuen Lebensmut. Sie genießt die Hitze, liebt die Weite der Landschaft. Hier kehrt die Hoffnung eines unbeschwerten Lebens zurück. "Meine Wüste, meine einzige, meine sanfte Vorhölle, meine Erlösung."...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 09.03.2023


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