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Mantra - Sounds Into Silence - Plakat zum Film

MANTRA - SOUNDS INTO SILENCE

("Mantra: Sounds Into Silence")
(E/F/GR/IND/RUS/USA/G, 2017)

Regie: Georgia Wyss, Wari OM
Film-Länge: 85 Min.
 
"Mantra - Sounds Into Silence" auf DVD bestellen
DVD:  15.99 EUR
  


 Kino-Start:
 07.06.2018

 DVD/Blu-ray-Start:
 12.10.2018

"Mantra - Sounds Into Silence" - Handlung und Infos zum Film:


Als Rapper vertritt der New Yorker Nicholas Giacomini alias MC Yogi sowohl mit seiner Biografie als auch mit seiner Musik die zeitgenössische Erscheinung einer uralten Tradition: Für ein zeitgenössisches, nach Sinn und innerer Ruhe suchendem Publikum verpackt er indische Mantras in moderne, leicht zugängliche Rhythmen und angesagte Happenings. Damit verkörpert er als erster Protagonist in MANTRA gleich dessen Kernthema: Klang und Philosophie der Mantras, gerne vermittelt und gesungen in einer Zusammenkunft namens "Kirtan", können moderne Menschen in ihrem Alltag enorm bereichern und mehr Leichtigkeit sowie Tiefe ins Leben bringen.

Die zwei Silben des Wortes "Mantra" bedeuten "Geist" ("man") und "Instrument" ("tra"), um ersteren aus seiner Unruhe zu befreien. Was das Singen und Rezitieren dieser ursprünglich als "heilig" betrachteten Silben für Menschen aus dem Westen bedeutet, zeigt der Film anhand von Konzerten der populärsten Vertreter der Kirtan-Bewegung. Tanzend, voller Hingabe oder in ruhiger Meditation: MANTRA zeigt alle Arten, am Kirtan teilzunehmen, sowie die wichtigsten Musiker aus verschiedenen Kulturkreisen und Stilen. Oft führten sie, wie im Fall von Miten, MC Yogi und Krishna Das, ernsthafte Lebenskrisen zur Beschäftigung mit Mantras. Auch die amerikanische Kunsthändlerin Caren Fine berichtet als "Vertreterin" des Publikums, wie Kirtan ihre innere Leere in einen kreativen Raum verwandelte: Wie MANTRA zeigt, kann Kirtan Biografien verändern.

Mit vielen anderen Yogis und Kirtan-Fans nimmt Fine am "Ecstatic Chant Festival" am Omega Institute in Rhinebeck, New York, teil, einem Zentrum der Szene. Sein Gründer ist Stephen Rechtschaffen, der sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung nachhaltiger Gemeinschaften und Lebensentwürfe beschäftigt. Als ganzheitlicher Arzt untersucht er auch die Wirkung von Meditation und Mantra auf den Körper: "Singen ist eine Gelegenheit, unser System wieder aus einem übersteigerten Lebenstempo in seine natürliche Taktung zu bringen."

Headliner des Festivals sind Deva Premal & Miten, die sich trotz ihres immensen Erfolgs nicht als Künstler sehen, eher als Vermittler: "Wir wollen der Vorwand sein, unter dem Menschen zusammen kommen." Die erstaunliche Wirkung der Mantras auf Menschen, die teilweise zum ersten Mal mit ihnen in Berührung kommen, sieht das deutsch-britische Duo "jenseits von Glaube und Intellekt". Der Film beobachtet sie unter anderem bei Konzerten in Moskau und auf Korfu.

Szenenwechsel: Auf der Barcelona Yoga Konferenz erzählt Kirtan-Star Krishna Das von seinen Jahren in Indien und der reinigenden Wirkung, die die Mantras nicht nur auf seine Kokainsucht hatten. Ein Weg, den die Insassen des San Quentin Prison in San Francisco nachvollziehen können: Das Konzert von Jai Uttal ist für die meisten Häftlinge die erste Begegnung mit spiritueller Musik, auf die sie sich einlassen können. Sichtbar vorsichtig und zunächst skeptisch bewegen sie sich zum Groove, manche beginnen zu tanzen. Zwei von ihnen, Michael Adams und Gino Sevacas, sprechen von ihrer Motivation, sich zu transformieren, der Kraft spendenden Wirkung der Mantras und neuen Räumen, die sie für sich erschließen: "We get a lot of freedom" - im Gefängnis-Kontext eine besondere Aussage. Initiatorin ist die interreligiöse Geistliche und praktizierende Buddhistin Susan Shannon. Der Fokus ihrer Arbeit liegt seit Jahrzehnten auf sozial benachteiligten Gruppierungen und besonders auf Gefängnis-Projekten.

Dass der Effekt von Mantras auf das Gehirn wissenschaftlich belegt ist, berichtet Neurowissenschaftler Andrew Newberg, Pionier im Feld der "Neurotheologie", der Analyse von spirituellen Erfahrungen. Seine Forschungen umfassen Gehirnscans von betenden oder meditierenden Menschen, bei Ritualen und in Trance. Kurz gefasst ist sein Fazit: Spirituelle Haltungen und Praktiken beruhigen die Gehirnaktivität des Menschen, aktivieren andere Bereiche des Gehirns als die der Logik und festigen somit sein Vertrauen in etwas "Größeres".

Erkenntnisse, denen auch die Kirtan-Stars Dave Stringer und Gaura Vani zustimmen. Als Bhakti Yogis gilt ihr Interesse außerdem der nicht hierarchischen Zusammenkunft von Menschen, der nicht elitären, sondern sinnlichen Vermittlung und der Anbindung an besagtes (individuell definiertes) "Größeres".

Paris: Als "Essenz" aller spirituellen Praktiken bezeichnet Lama Gyurme die Mantras. Seine Stimme und sein tiefes Wissen des tibetischen Buddhismus waren Auslöser für den französischen Pianisten Jean-Philippe. Als von Geburt an Blinder habe er, erzählt Rykiel, große Sensibilität für Klänge und das Zuhören. Das Resultat seiner Kooperation mit Gyurme sind beeindruckende tibetische Gesänge mit Klavierbegleitung.

Mantras beim Autofahren, bei einem Gruppenmeeting von Suchtkranken in Oregon, die Tina Turnerähnliche Energie, die beim Kirtan von Sängerin C.C. White entsteht, und am Schluss die Rückkehr nach Indien: Dass Mantras und Kirtan im Westen so gut ankommen, habe sein Interesse für die eigene Tradition neu entdeckt, so der indische Unternehmer Yash Mehta. Ein Krishna Das-Konzert sei der endgültige Auslöser gewesen. Zurück zu den Wurzeln...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 06.06.2018


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