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Maria, ihm schmeckt

MARIA, IHM SCHMECKT'S NICHT!

(D/I, 2009)

Regie: Neele Leana Vollmar
Film-Länge: 96 Min.
 
"Maria, ihm schmeckt
"Maria, ihm schmeckt
Blu-ray:  11.60 EUR
 


 Kino-Start:
 06.08.2009

 DVD/Blu-ray-Start:
 14.01.2010

 Pay-TV-Start:
 19.12.2010

 Free-TV-Start:
 24.05.2012

"Maria, ihm schmeckt's nicht!" - Handlung und Infos zum Film:


Jan Armbruster (Christian Ulmen) arbeitet als Sachbuchlektor. Er hasst das Chaos und liebt die Ruhe. Sein Leben nimmt eine turbulente Wende, als er die Deutsch-Italienerin Sara Marcipane (Mina Tander) heiraten will. Schon der Antrittsbesuch bei den angehenden Schwiegereltern in Krefeld entpuppt sich als Kulturschock, denn Saras voluminöser Vater Antonio (Lino Banfi) ist das Paradebeispiel eines Süditalieners. Ständig aktiv, notorisch gut gelaunt, voller Ideen. 1965 kam er als Gastarbeiter nach Osnabrück, 1970 heiratete er die Deutsche Ursula (Maren Kroymann). Sie ist der Ruhepol in Antonios Leben.

Trotz all seiner Bedenken muss Antonio einsehen, dass Sara Jan wirklich liebt und heiraten will. Beim Mittagessen mit Jans Eltern, dem Düsseldorfer Akademikerpaar Eberhard (Peter Prager) und Gisela (Gundi Ellert), lässt Antonio die Bombe platzen: Die Hochzeit wird in seiner italienischen Heimatstadt Campobello ausgerichtet. Was für eine Überraschung! Vor allem für Jan, der eigentlich nur standesamtlich und im ganz kleinen Rahmen in Deutschland heiraten wollte.

Weil die Ehe das Ende aller eigenen Entscheidungen ist, findet sich Jan schon bald auf der Autobahn Richtung Süden wieder. Er sitzt mit seinem neuen "Papa" in dessen Mercedes. Sara und ihre Mutter Ursula fahren in Jans Karmann Ghia Cabrio hinterher. Ihnen bleiben 14 Tage für die Vorbereitung der italienischen Traumhochzeit.

In Campobello, einer kleinen Stadt in der Provinz Apulien, wartet die Großfamilie Marcipane auf ihre Liebsten und auf "den Deutschen". Den Kern des auffällig kommunikativen Clans bilden Nonna Anna (Lucia Guzzardi) und Nonno Calogero (Antonio Bellomo). Antonios älterer Bruder Raffaele (Paolo de Vita) ist ein arbeitsscheuer Nichtsnutz, die jüngere Schwester Maria (Ludovica Modugno) eine herzensgute kleine Frau, die mit dem bärigen Egidio (Sergio Rubini) verheiratet ist. Antonios Lieblingsneffe ist der lässige Womanizer Marco (Pierluigi Ferrandini).

Jan merkt schnell, wie sehr italienische Gastfreundschaft durch den Magen geht. Nonna Anna tischt gewaltige Portionen auf. Auch Muscheln. Dass Jan allergisch auf Meeresfrüchte reagiert, wird als typisch deutsche Kleinkariertheit ausgelegt: "Maria, ihm schmeckt’s nicht!"

Jan muss im Gästebett schlafen. Ohne Sara. Schließlich sind die beiden noch kein Ehepaar. Das Bett quietscht, der Rücken schmerzt, die weiche Matratze verschlingt den Schläfer. In seiner Not wählt Jan eine Luftmatratze in Krokodilform als Nachtlager. Das Krokodil kommt am nächsten Tag erneut zum Einsatz: Die Marcipanes wollen ans Meer. Nichtschwimmer Jan will zum Standesamt. Doch alle fahren zum Strand. Auch Jan.

Hier knöpft sich Antonio den künftigen Schwiegersohn vor. Jan wisse die Gastfreundschaft der Marcipanes nicht zu schätzen. Als er selber im Jahr 1965 seine Heimat verließ und allein nach Deutschland aufbrach, um dort als Gastarbeiter Geld zu verdienen, habe er Demütigungen und die Härten des Lebens erfahren müssen.

Der Papierkrieg beginnt: Jan, Sara und Antonio wollen beim Standesamt das Aufgebot für die Hochzeit bestellen. Doch die zuständigen Beamten sind nicht da oder sie gehören der Familie Carducci an. Mit den Carduccis sind die Marcipanes seit Jahrzehnten verfeindet und dürfen nicht mit ihnen reden. Zum Glück sind italienische Priester zugleich auch Standesbeamte, sodass Don Alfredo (Enzo Salomone) die Papiere ausstellen darf.

Dumm nur, dass im Familienbuch viele wichtige Einträge fehlen. Don Alfredo verkündet, dass in Campobello weder Antonios Hochzeit mit Ursula urkundlich erfasst wurde noch Saras Geburt. Ohne italienische Geburtsurkunde bekommt sie keinen italienischen Ausweis. Ohne italienischen Ausweis darf die Tochter eines Italieners in Campobello nicht heiraten.

Sara nimmt notgedrungen den Zug nach München, wo sie beim italienischen Konsulat die italienische Staatsbürgerschaft beantragen muss. Ursula fährt mit ihr. Das gibt Antonio die Gelegenheit, Jan den Rest der Verwandtschaft vorzustellen und ihm mehr aus seiner Vergangenheit zu erzählen: Als der junge Gastarbeiter 1968 erstmals nach Italien heimkehrte, präsentierte er seiner Familie eine Tüte voller Fünf- und Zehn-Mark-Scheine. Eine halbe Millionen Lire! Die Anerkennung seines Vaters war ihm sicher, der Neid seines Bruders Raffaele auch. Selbst die Lokalzeitung titelte "Nostro Figlio in Germania" – "Unser Sohn in Deutschland".

Ein Fischhändler kracht mit seinem Ape-Dreirad in Jans Cabrio. Weil der Schuldige ein verfeindeter Carducci ist, kann und will Antonio nicht helfen. Bei einer heftigen Diskussion blamiert sich Jan mit seinen schlechten Italienischkenntnissen. Alle lachen. Jan ist sauer. Und wieder gibt’s zum Abendessen Meeresfrüchte.

Sara ist zurück aus München. Sie hat einen italienischen Pass und wirkt auf Jan so italienisch wie nie zuvor. Das Aufgebot wird für den 13. September bestellt. Um 12 Uhr soll in der Kirche San Antonio della Croce die Trauung erfolgen. Antonio hat bereits Jans Ehering besorgt. Ein fettes altes Erbstück vom Urgroßvater aus Sizilien. Den filigranen Ring, den Jan in Deutschland gekauft hat, entsorgt Antonio wenig fachgerecht.

Die Stimmung kocht endgültig über, als Jans Eltern aus dem Ayurveda-Urlaub in der Toskana eintreffen und ihre Italien-Weisheiten aus dem Urlaubskatalog präsentieren. Ursula hat es satt. Jan sowieso. Zumal auf dem Tisch schon wieder Meeresfrüchte stehen. Am Vorabend der Hochzeit steht die Familie am Rande der Kernschmelze.

Die Wogen haben sich auch bei Sonnenaufgang noch nicht geglättet. Zwar ist der Bus mit den deutschen Hochzeitsgästen schon kurz vor Campobello, doch das Brautpaar sieht ein: Mit der italienischen Sippe in Saras Nacken passen die beiden einfach nicht zusammen. Jan flieht im Pyjama aus der Wohnung und rast in seinem Cabrio Richtung Deutschland. Richtung Heimat.

Ein Motorschaden hält ihn auf. Wenig später spürt Antonio den verlorenen Sohn in einer Autowerkstatt auf. Wird am Ende doch noch geheiratet...?

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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