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Miss Sixty - Plakat zum Film

MISS SIXTY

(D, 2014)

Regie: Sigrid Hoerner
Film-Länge: 98 Min.
 
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 Kino-Start:
 24.04.2014

 DVD/Blu-ray-Start:
 07.11.2014

 Free-TV-Start:
 17.08.2015

"Miss Sixty" - Handlung und Infos zum Film:


Luise Jansen (Iris Berben) wird 60. Für die renommierte Molekularbiologin wird ihr Geburtstag, auch wenn sie das noch nicht ahnt, auch der letzte Arbeitstag sein. Als sie die Tür zum Labor öffnet, sieht sie sich ihren versammelten Kollegen gegenüber, die sie mit Kuchen und Kerzen zur Abschiedsfeier begrüßen. Wutentbrannt stürmt sie zu ihrem Chef und Ex-Geliebten Bernhard (Götz Schubert), der sie salatkauend aufs Altenteil abschiebt. Frühpension. Vierzig Jahre im Job sind genug, findet er, und außerdem hat der jüngste Streit mit ihrer Kollegin und Rivalin Marlies, bei dem Luise ihr den Daumen brach, das Betriebsklima nicht gerade verbessert. Luise geht im Streit – nur wohin? Der Beruf war doch ihr Ein und Alles...

In der Galerie von Frans Winther (Edgar Selge) kommt es zur selben Zeit zu einem folgenschweren Austausch von Zärtlichkeiten. Frans hat mit seiner jungen Assistentin Romy (Jördis Richter) Sex auf der Bücherleiter – und anschließend eine schmerzende Bandscheibe. Beim Joggen im Park erleidet er dann auch noch einen Hexenschuss und bleibt bewegungsunfähig im Gebüsch liegen. Er kann Luise, die zufällig vorbeikommt, durch Rufen auf sich aufmerksam machen. Auf der Rückbank ihres Autos schafft es Frans, sofort einen schlechten Eindruck zu hinterlassen, denn als Luise ihre Mutter erwähnt, ist Frans ganz erstaunt, dass die noch lebt, Luise sei schließlich auch nicht mehr die Jüngste. Luise setzt ihn in der Notaufnahme ab und will diesen uncharmanten Kerl nie wieder treffen. Zuhause verbringt Luise den Abend wie immer mit ihrer Mutter Doris (Carmen-Maja Antoni) vor dem Fernseher. Doch seit sie den Job los ist, spürt Luise zum ersten Mal schmerzlich, dass sie über der Karriere das Wichtigste verpasst hat: zu leben, zu lieben – und vielleicht auch ein Kind zu haben...

Am nächsten Tag erreicht sie ein Anruf ihrer Kollegin Marlies: Sie möge bitte ihre persönlichen Sachen im Institut abholen. Dort kommt es zum Showdown mit der Nachfolgerin. Mit höhnischem Lächeln hält Marlies Luise ein Metallgefäß hin. Darin stecken Ampullen mit Luises Eizellen, die sie vor 20 Jahren als Teil eines Forschungsprojekts hat einfrieren lassen. Luise lässt sich den Schock über dieses unverhoffte Wiedersehen nicht anmerken – und allein schon um Marlies Kontra zu geben, beordert sie die Eizellen zurück in die Tiefkühlung. Frans macht sich unterdessen für Romy schick: Er probiert ein neu gekauftes Toupet. Sein erwachsener Sohn, Onlinejournalist Max (Björn von der Wellen), der bei ihm wohnt, wundert sich nur noch, aber immerhin bringt ihn Vaters peinliches Gebalze auf die Idee für eine Artikelserie über ältere Menschen.

Luise hat einen großen Entschluss gefasst: Ja, sie will ein eigenes Kind! Planvoll wie immer geht sie zum Jugendamt und leiht sich eine "Trainings-Baby-Puppe" ("für meine Tochter") aus, um zu testen, ob sie eine Mutterschaft wirklich aushalten würde. Dann bestellt sie im Internet Sperma. Ihrer entsetzten Mutter erklärt sie, dass es dank des medizinischen Fortschritts kein Problem mehr sei, mit 60 noch ein Kind zu bekommen – und "jede zweite Hollywoodschauspielerin bringe heutzutage mit 55 Zwillinge zur Welt". Beim gemeinsamen Suchen in der Samenspender-Datei (Nobelpreisträger oder Waschmaschinenmechaniker?) überlässt sie die Auswahl schließlich dem Zufall. Doch dann will sie doch mehr über den Spender wissen.

Also beschafft sie sich heimlich am Institutscomputer seine Daten. Ihrr Kandidat heißt Max. Ausgerechnet den Sohn von Frans hat sie sich herausgepickt! Beim Versuch, Max auszuspionieren, gerät sie unfreiwillig erneut an den Vater. Genauer: unter die Räder seines Autos. Diesmal ist es Frans, der Luise in der Klinik abliefert - und umkippt, weil er kein Blut sehen kann. Wieder werfen sich die beiden sexistische und altersrassistische Gemeinheiten an den Kopf. Was allerdings nicht zur endgültigen Trennung auf Nimmerwiedersehen führt, sondern zu einer Essenseinladung beim Lieblingsitaliener von Frans. Mit spitzen Zähnen kommen Luise und Frans einander näher. Beide beharren vehement auf ihrem schrägen Umgang mit dem verfluchten Älterwerden.

Luise will unbedingt herausfinden, ob sie mit einem Kind an der Hand noch als Mama durchgeht, nicht als Oma. Sie stylt sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf, legt sich ein Designerkleid zu, trägt Make-up und Lippenstift auf. Außerdem borgt sie sich von Bernhard unter einem Vorwand eines seiner Enkelkinder, den sechsjährigen Dennis, und übt auf dem Spielplatz im Park die Mutterrolle.

Auch Frans steigert sich: In betrunkenem Zustand lässt er sich ein Zungen-Piercing verpassen, stellt aber schnell fest, dass er den schmerzenden Fremdkörper im Mund nicht aushält. Weil er sich vor seinem Sohn schämt, fährt er zu Luise, die ihm unsanft das Piercing entfernt.

Nach einem gemeinsamen Abendessen beim Italiener machen Luise und Frans noch einen Spaziergang. Doch ihr kontroverses Gespräch endet abrupt, als sie Bernhard und Marlies begegnen, die Arm in Arm unterwegs sind. Jetzt wird Luise so manches klar! Vor Wut besprüht sie sein Auto mit Grafitti-Farbe – und wird prompt von der Polizei erwischt. Bernhard verzichtet auf eine Anzeige. Luise und Frans könnten also ihren unterbrochenen Streit über moderne Beziehungsfragen fortsetzen. Stattdessen geht Luise spontan auf Frans zu und küsst ihn, worüber beide gleichermaßen erschrocken sind. Doch dabei bleibt es nicht. Im Bett, bei der Zigarette danach, gesteht Luise ihm, dass sie sich sehnlichst ein eigenes Baby wünscht. Frans fällt aus allen Wolken. Das übersteigt seine männliche Vorstellungskraft. Enttäuscht und verletzt schickt Luise ihn weg.

Luises Situation ist nun also ziemlich verfahren: Sie hat sich nach langer Zeit wieder verliebt, aber Frans will kein Kind. Sie hat einen Samenspender, aber der ist der Sohn von Frans. Ihre Mutter will mit Luise unbedingt auf Kreuzfahrt gehen. Und das ist erst der Anfang von Luises Problemen. Wird sie sich wirklich entschließen, ein Kind zu bekommen? Und wenn ja: Wer wird der Vater sein...?

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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