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Ein nasser Hund - Plakat zum Film

EIN NASSER HUND

(D, 2020)

Regie: Damir Lukacevic
Film-Länge: 102 Min.
 
  


 Kino-Start:
 09.09.2021

"Ein nasser Hund" - Handlung und Infos zum Film:


Hände weg vom Wedding – dem jungen iranischstämmigen Juden Soheil (Doguhan Kabadayi), der gerade mit seiner Familie aus Göttingen in den Berliner Bezirk gezogen ist, fallen zuerst die Graffiti ins Auge. Er streift durch den Kiez, sucht Anschluss und findet ihn in der Gang von Husseyn (Mohammad Eliraqui).

Als er in einem Laden von jungen Arabern angefeindet wird, die seine Kette mit Davidstern entdecken – ein Geschenk seiner Oma –, beschließt Soheil, seine Identität zu verbergen. Schließlich sieht er mit seinen schwarzen Haaren so aus wie die anderen hier, und alle sind überzeugt, dass Perser sowieso Muslime sind.

Als begabter Sprayer, der mit King Star zeichnet, erlangt Soheil schnell eine gewisse Berühmtheit: Sein Style ist besonders, das erkennt auch Husseyn an, sein schärfster Konkurrent – der zu seinem besten Freund und Beschützer wird. Zwar gibt es in seiner Gang auch Konflikte zwischen Türken und Kurden, vor allem aber ist man antisemitisch: Die "dreckigen Juden, die das meiste Geld im Land haben", sind bei allen verhasst. Soheil will sich bei seinen neuen Freunden beweisen, die einen Überfall auf einen Juwelierladen planen. Mit einer frechen Aktion – er besprüht ein vor dem Laden parkendes Polizeiauto – lenkt er die Polizisten ab. Sein Vater, der ihn von der Polizeiwache abholt, ist alles andere als begeistert über seinen neuen Umgang. Die Familie betreibt eine Schneiderei, und Soheil lässt sich von seiner Mutter ein Emblem auf die Jacke nähen: einen gestickten schwarzen Tigerkopf, das Symbol seiner Gang Wedding Tigers...

Bei einer Prügelei mit einer rivalisierenden Kreuzberger Gang tut sich Soheil hervor, indem er deren Anführer ein Messer ins Bein rammt. Die Konflikte zu Hause nehmen zu, immer mehr rutscht Soheil in eine potenzielle Kleinkriminellen-Karriere ab. Als der Vater herausfindet, dass sein Sohn mit Drogen dealt, schmeißt er ihn raus.

Soheil schließt sich enger an Husseyn und dessen Familie an. Der Freund nimmt ihn mit zum Freitagsgebet in die Moschee. Doch das ist nicht Soheils Welt: "Ich glaube nicht an Gott. Ich bin auch ohne Gott superhappy", erklärt er. Lieber sammelt er Plastikdeckel für Selma (Derya Dilber), die junge Türkin aus der Parallelklasse, in die er sich verliebt hat. Selma will 5000 Plastikdeckel zusammenbringen und damit einen Rollstuhl für Flüchtlinge erstehen. Auch sie mag Soheil … Als sie allerdings im Laden seiner Eltern die jüdische Verwandtschaft sieht, die zu Besuch ist, zieht sie sich irritiert zurück.

An der Schulwand taucht das Graffito "JUDE" auf. Die entsetzte Schulleiterin ruft eine Versammlung ein. "Vor 80 Jahren brannten die Synagogen", erklärt sie den Schülern, "so fing es an …" Ein Zwischenruf macht die Stimmung unter den Jugendlichen deutlich: "Das werden die Juden schon verdient haben." Soheil ist verantwortlich für die Schmiererei und kommt ins Grübeln: "Wieso sind wir in den Scheiß-Wedding gezogen?", fragt er seine Eltern. "Wieso werden Juden gehasst?" Die Eltern erklären ihm, es sei egal, wo man lebt, man werde immer anders angesehen, wenn man Jude ist. Sie sind aus dem Iran geflüchtet, wo das Sprichwort kursierte: "Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude." Die Eltern sind nicht religiös, aber sie seien stolz, Juden zu sein. "Du sollst dich nicht verleugnen", sagt der Vater.

Soheil will endlich zu seiner Herkunft stehen. Mutig entschließt er sich, sich in der Gang zu outen. "Was macht mich zu einem von euch?", fragt er seine Kumpel. Sein Freund Husseyn glaubt ihm nicht: "Du bist kein Jude, ich kann Juden riechen …" "Ich wusste, dass ich Jude bin, aber ich wusste nicht, dass es so wichtig ist", erklärt Soheil. "Ich wollte euch nicht belügen." Und er fügt hinzu: "Der Davidstern gehört zu mir."

In der Bibliothek des Jüdischen Gemeindehauses versucht Soheil, mehr über das Judentum herauszufinden und über den Konflikt zwischen zwei Völkern, Palästina und Israel, um eine Heimat. Doch jedes Mal, wenn er das Gemeindezentrum betritt, wird er vom Sicherheitspersonal streng kontrolliert. Für die Araber sei er ein Jude, für die Deutschen ein Kanake, für die Juden ein Terrorist aus dem Wedding, konstatiert er frustriert: "Auch die Muslime sind untereinander zerstritten – alle hassen sich, Israel steht dazwischen und hat das gleiche Problem wie ich in Berlin", meint Soheil. Als er einen Davidstern an eine Hauswand sprüht, wird er entdeckt und gejagt.

Selma hilft ihm, sich zu verstecken. Sie hat den Rollstuhl bekommen und gespendet und als Spender ihre beiden Namen angegeben. Fadi (Omar Antabli) aus der Gang setzt Selma unter Druck, den Kontakt zu Soheil abzubrechen. Juden seien dreckige Lügner, sie habe keine Zukunft mit ihm. Selma antwortet: "Wisst ihr, was Liebe ist? Religion ist scheißegal – du liebst einfach!" Die Mitglieder der Gang planen eine Intrige, einen Revanche-Kampf gegen die Kreuzberger, bei dem Soheil ans Messer geliefert werden soll. Selma warnt ihren Freund vor der Falle: "Du gehörst nicht dazu", sagt sie ihm. Aber Soheil geht mit, um Husseyn zu unterstützen. Auch der steht zu seinem Freund. "Ich liebe ihn wie einen Bruder. Ich habe den Koran gelesen, es gibt keinen Grund, Juden zu hassen", erklärt er der Gang und bittet sie, sich zu vertragen.

Doch es kommt zur Auseinandersetzung, ein Schuss fällt, Soheil wird verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Selma offenbart ihm, dass sie schwanger ist. Ihre Mutter will, dass sie abtreibt, aber die junge Frau möchte ihr Kind der Liebe behalten. Aber Soheil hat einen Entschluss gefasst. Er will ein Leben der Zugehörigkeit führen, als Jude, ohne schiefe Blicke. Er wird Deutschland verlassen und nach Israel gehen. Er bittet Selma mitzukommen. Wie soll das gehen, mit Baby allein in einem fremden Land, ohne Familie? Am Ende finden die drei Freunde einen Weg, aber es ist kein gemeinsamer. Husseyn heiratet Selma und wird der Ersatzvater für Soheils Kind. Soheil geht nach Israel und leistet dort erst einmal Militärdienst...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 21.10.2020


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