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Nowitzki. Der perfekte Wurf - Plakat zum Film

NOWITZKI. DER PERFEKTE WURF

(D, 2014)

Regie: Sebastian Dehnhardt
Film-Länge: 106 Min.
 
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 Kino-Start:
 18.09.2014

 DVD/Blu-ray-Start:
 09.04.2015

 Pay-TV-Start:
 21.06.2015

 Free-TV-Start:
 07.09.2015

"Nowitzki. Der perfekte Wurf" - Handlung und Infos zum Film:


Gestern war Dirk Nowitzki ein talentierter Spieler im deutschen Basketball, heute ist er ein internationaler Superstar in der amerikanischen NBA. Dazwischen liegt ein einziger Wurf: Der perfekte Wurf. Die gleichnamige Dokumentation erzählt vom Gestern und vom Heute. Davon, wie es Dirk Nowitzki mit Hilfe seines kongenialen Mentors Holger Geschwindner an die Spitze schaffte. Es ist eine Geschichte über Vertrauen, über Ängste und Siege, Kämpfe und Verluste.

Die "Rentnerband aus Eggolsheim" nennt Holger Geschwindner scherzhaft die Basketball-Mannschaft aus Schweinfurt, in der er 1994 mitspielt. Seine erfolgreiche Sport-Karriere liegt bereits hinter ihm. Der 16-jährige Dirk Nowitzki hat noch keine Erfolge vorzuweisen, als Geschwinder ihn zufällig während eines Spiels einer Würzburger Jugendmannschaft beobachtet: Der Zwei-Meter-Junge umtanzt fast artistisch die Defensive des Gegners. Seine Körperbeherrschung ist ungewöhnlich für einen Spieler seiner Größe. "Da rannte ein langer Dünner herum, der alles richtig machte, was ein guter Basketballer können muss. Dabei hatte er keinerlei technische Werkzeuge", erinnert sich Geschwindner.

Nach dem Spiel spricht Holger Geschwindner Dirk Nowitzki an: "Wer bringt dir eigentlich die Sportart bei?" Der Junge zuckt mit den Achseln. Holger Geschwindner bietet an, sich fortan um seine Karriere zu kümmern. Dirk vergisst das spontane Angebot schnell. Doch dann taucht Geschwindner bei den Eltern auf. Dirks Mutter, selbst eine ehemals erfolgreiche Basketballspielerin, erkennt den Kapitän des deutschen Olympia-Teams von 1972. Mit der Zustimmung der Eltern übernimmt Geschwindner Dirks sportliche Ausbildung. Ein enges

Meister-Schüler-Verhältnis entsteht, das im Profisport einmalig ist. Obwohl er nie zuvor jemanden trainiert hat, will Geschwindner Dirk zum weltbesten Spieler machen. Ein größenwahnsinniger Plan? Geschwindner glaubt, ihn mit einer bisher unerprobten Geheimwaffe umsetzen zu können: Dem "perfekten Wurf".

Holger Geschwinder ist nicht nur Ex-Basketballer sondern auch studierter Physiker und ehemaliger Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts. Er will all sein Wissen in Dirks Training einfließen lassen und errechnet nüchtern, wie der perfekte unhaltbare Basketball-Wurf speziell für Nowitzki sein muss. Basketball-Experten schütteln die Köpfe: Der perfekte Wurf mit der optimalen Flugbahn sei unmöglich mathematisch zu kalkulieren! Mit seinem "Theoriescheiß" ruiniere Geschwindner das Talent des Jungen, sagen die Funktionäre. Und die NBA? Für deutsche Bedenkenträger ist dieses Ziel vermessen und realitätsfern.

Der 27. März 1998 ist der Tag, an dem die Kritiker verstummen. Dirk soll für den DJK Würzburg in der Aufstiegsrunde zur Ersten Bundesliga spielen. Es geht um alles. Doch Geschwindner hat andere Pläne. Ohne Dirks Eltern oder den Verein zu informieren, fliegt er mit dem 20-Jährigen nach Texas. Beim "Nike Hoop Summit" kämpft eine Weltauswahl der besten Nachwuchstalente gegen die besten US-Newcomer. Dies ist Dirks große und einzige Chance, den alles entscheidenden Karriereschritt zu tun. Er legt ein unglaubliches Spiel hin. 33 Punkte, 14 Rebounds. Schon während des Spiels rückt Dirk Nowitzki auf die Wunschlisten vieler NBA-Vereine. Den Zuschlag für das "German Wunderkind" erhält schließlich Coach und Scout Donnie Nelson, der Nowitzki für die Dallas Mavericks einkauft. Die wollen nach Jahren des Mittelmaßes endlich große Erfolge feiern.

Das härtere Basketball-Spiel in Amerika, der plötzliche Verlust seiner Freunde, die Trennung von der Familie und die übliche Schikane, die alle Anfänger erleiden müssen, belasten Dirk Nowitzki. Der Anspruch an ihn ist immens. Dass Dirk jetzt gegen Idole antreten muss, deren Poster noch in seinem ehemaligen Kinderzimmer hängen, schüchtert ihn ein. "Jeder in der Mannschaft war besser als ich", erinnert sich Nowitzki. Er hält dem ungeheuren Druck nicht stand – und spielt schlecht. Bald spielt er gar nicht mehr. Coach Nelson verbannt ihn auf die Bank. Nowitzki will aufgeben. Doch Mentor Holger Geschwindner greift ein: "Aufgeben gibt es nicht!" Er fliegt nach Dallas und baut seinen vom Heimweh geplagten Schützling wieder auf. Erneut hat Geschwinder Trainingsmethoden im Gepäck, die auf den ersten Blick völlig absurd erscheinen. Die Amerikaner staunen nicht schlecht, als er Dirk zu Jazz-Klängen trainieren lässt. Geschwindner sieht im Jazz starke Parallelen zum Basketball: "Top-Individualisten, die auf ihrem Gebiet sehr gut sind, müssen sich zusammentun. Jeder tritt für eine Zeit nach vorne und spielt die Hauptrolle – wie bei einem Solo. Dann treten die anderen in den Hintergrund."

Das unkonventionelle Training hilft Dirk besser als reiner Kraftsport. Tatsächlich wendet sich das Blatt: Nowitzki spielt weiter – und zwar fantastisch. Er wird zum besten Werfer der Dallas Mavericks und zu einem der wichtigsten Spieler im Team. Er spielt nun mit seinen alten Idolen auf Augenhöhe – und zahlreiche junge Fans hängen sich Poster von ihrem neuen Idol Dirk Nowitzki in ihren Kinderzimmern auf.

Noch ein Visionär tritt neben Holger Geschwindner in Dirk Nowitzkis Leben. Im Jahr 2000 kauft der erst 31-jährige Mark Cuban die Dallas Mavericks für 285 Millionen Dollar. Er hat die Vision, mit ihnen zu den besten Teams der NBA aufzuschließen und den Titel nach Dallas zu holen. Dafür ist Cuban nichts zu teuer: Er spendiert den "Mavs" eine Boeing 757, baut Kabinen mit Billard-Lounge und Pool und steckt in den nächsten Jahren Hunderte Millionen in das Team. "Es gab keine langen Verhandlungen", erzählt er. "Ich wollte das Team. Das war zu Zeiten der Internetblase, und das Lustige ist: An manchen Tagen stieg der Aktienpreis meiner Firma um 20 bis 30 Dollar. Allein das reichte, um die Mavericks zu kaufen. So verrückt ging es am Aktienmarkt zu. Also verhandelte ich nicht. Wie viel wollen Sie? Er nannte den Preis: 285 Millionen. Ich sagte ja und das war's. Der Rest war Papierkram."

Mark Cuban lebt zu hundert Prozent den "American Dream". Als Sohn einer Arbeiterfamilie hat er sich vom Barkeeper in Dallas zu einem der reichsten Menschen der USA hochgearbeitet. Seine erste Firma "MicroSolutions", die er nach dem College gegründet hat, hat er 1990 für sechs Millionen Dollar verkauft. Seine zweite Firma "Broadcast.com" verkauft er 1999 bereits für knapp sechs Milliarden Dollar. Mit Leidenschaft und Finanzstärke schafft es Cuban, die Mavericks zu einem der besten Teams der NBA zu machen. In der Saison 2005/2006 erreichen sie erstmals die NBA Finals. Ganz Dallas dreht durch. Dirk Nowitzki wird zum "Dirkules", zum "Big D", zum "besten deutschen Import seit dem VW-Käfer". Alle sind sich sicher: Mit Nowitzki an der Spitze geht der Sieg nach Texas. Wer sind schon die Miami Heats? Ein einfacher Gegner! Der aber leider gewinnt. Die Niederlage im eigenen Stadion ist eine Demütigung. Auch in der nächsten Saison reicht es trotz guter Leistungen nicht zum Titel.

Häme, Spott und Erniedrigungen. Der Ton wird brutal. Absurderweise wird Nowitzki zur gleichen Zeit zum Most Valuable Player (MVP) gewählt, dem wertvollsten Spieler der NBA – das ist zuvor weder einem Deutschen noch einem Europäer gelungen. Stolz und gerührt weint "Mavs"-Eigner Mark Cuban vor laufenden Kameras. Aber Dirk kann sich nicht freuen: 2008 fliegen die Mavericks in der ersten Runde aus den Playoffs. 2009 werden sie von den Denver Nuggets besiegt. Es ist wie ein Fluch.

Immerhin im Privatleben scheint Nowitzki Glück zu haben: Er verliebt sich in Cristal Taylor, möchte eine Familie gründen. Doch die Traumfrau entpuppt sich als Betrügerin und wird in mehreren Bundesstaaten von der Polizei gesucht. Nach der Festnahme behauptet sie, von Dirk schwanger zu sein. Eine Lüge. Nowitzki erlebt die schwerste persönliche Krise seines Lebens. Er realisiert, dass er kaum enge Freunde hat, die ihn aufbauen könnten – der Preis der Sport-Karriere. Doch auf Holger Geschwindner kann sich Dirk verlassen: Gemeinsam fährt der Basketballstar mit seinem Mentor nach Australien in den Urlaub. Sie erden sich, suchen Ablenkung und führen intensive Gespräche über den Sinn des Sports und den des Lebens. "Wir sind bei Sonnenaufgang aufgestanden und haben abends am Lagerfeuer gesessen", erzählt Geschwindner. Ihre Beziehung erreicht eine neue Ebene.

Zu Beginn der Saison 2010/2011 glaubt niemand mehr an die Dallas Mavericks. Dwane Wade, LeBron James und Chris Bosh, drei der besten Spieler der NBA, wechseln zu den Miami Heats. Doch Dirk Nowitzki steht zu seinem glücklosen Team und verlängert seinen Vertrag um vier Jahre. Dabei verzichtet er sogar auf Geld, damit sich der Klub weitere Verstärkungen leisten kann – eine außergewöhnliche Entscheidung in der brutalen Welt des Profi-Sports.

Mit neuen Spielern und einem erstarkten Nowitzki in der Offensive schließen die Mavericks die Saison mit Platz drei ab. In der ersten Runde der Playoffs besiegen sie die Portland Trail Blazers. In der nächsten Runde wartet der Gewinner der beiden Vorjahre: Die Los Angeles Lakers. Nach den ersten beiden Siegen liegt Dallas im dritten Spiel mit sieben Punkten hinten, es sind nur noch weniger als fünf Minuten zu spielen. Mit einem Dreier leitet Dirk Nowitzki eine große Aufholjagd ein. 32 Punkte, eine hervorragende Trefferquote – und der Widerstand der Lakers ist gebrochen. Dallas gewinnt die Serie mit 4:0 und ist plötzlich ein ernstzunehmender Titelanwärter.

Wie schon in den Jahren zuvor reist Holger Geschwindner während der Playoffs an. Im täglichen Einzeltraining feilt er mit Dirk an dem Wurf, der den Mavericks endlich den "finishing touch" dieser Saison bescheren soll. Die amerikanischen Sportsender filmen Holger und Dirk beim Einzeltraining, die Fachleute sind beeindruckt. "Er bringt Nowitzki bei zu werfen, während er die Form einer Brezel imitiert", schreibt die New York Times. Mavericks-Coach Donnie Nelson bekennt ehrfürchtig: "Ich halte Holger für ein Genie."

"Der perfekte Wurf" ist zu seiner Vollendung gekommen. Das beweist Dirk Nowitzki im Conference Final gegen Oklahoma City Thunder. Nowitzki trifft 24 Freiwürfe ohne einen einzigen Fehlwurf – ein neuer Playoff-Rekord! Die Dallas Mavericks können die Serie für sich entscheiden. In Dallas wird nun längst nur noch ein Mann gefeiert: Dirk Nowitzki. Jedes Mal, wenn sein Name bei der Präsentation der Spieler im American-Airlines-Center aufgerufen wird, steigt die Lautstärke um ein paar Dezibel an. Die Trikots mit Dirks Rückennummer 41 sind in den Läden in Dallas ausverkauft. Nowitzki hat sich vor den entscheidenden Spielen ein paar Rituale geleistet: Er hat sich die Haare lang wachsen lassen, hat sich nicht mehr rasiert und hat seiner Familie verboten einzufliegen.

Diesmal soll ihn nichts und niemand vom großen Ziel ablenken. Die radikale Konzentration aufs Wesentliche zeigt ihre Wirkung: Am 12. Juni 2011 gewinnt Nowitzki als erster Deutscher den NBA-Titel und wird zudem als "MVP" der Finals ausgezeichnet. "Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der NBA. Dirk ist der erste Anführer einer Meistermannschaft, der das Spiel nicht in den USA gelernt hat", sagt Donnie Nelson, 13 Jahre, nachdem er ihn mit nach Dallas geholt hat.

Für Dirk ist der Gewinn des NBA-Titels die Erfüllung eines Traums, den er als Junge im Kinderzimmer niemals für erreichbar gehalten hatte. Im letzten Spiel, als der Sieg feststeht, bricht der Traum plötzlich in die Realität ein. Er überfordert Dirk Nowitzki. Fünf Sekunden vor Spielende rennt er vom Feld in die Umkleidekabine. Dort kann ihn niemand sehen. Allein mit sich weint Dirk vor Glück. Dann kommt er zurück in die Halle. Jubel umarmt ihn...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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