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Nur eine Frau - Plakat zum Film

NUR EINE FRAU

(D, 2019)

Regie: Sherry Hormann
Film-Länge: 90 Min.
 
"Nur eine Frau" auf DVD bestellen
DVD:  14.99 EUR
  


 Kino-Start:
 09.05.2019

 DVD/Blu-ray-Start:
 24.10.2019

"Nur eine Frau" - Handlung und Infos zum Film:


Aynur (Almila Bagriacik) lebt in Kreuzberg und geht dort auf das Gymnasium. Hier, zwischen den Cafés und Dönerbuden, auf den geschäftigen Straßen, deren Einkaufszentren und kleine Läden in deutscher, türkischer oder arabischer Schrift für ihre Waren werben, gehört sie dazu. Aynur ist eine unter vielen, die für die Lebensvielfalt in der Hauptstadt stehen.

Mit ihren fünfzehn Jahren ist sie zielstrebig, willensstark und selbstbewusst. Sie liebt ihre Freunde, Musik, vor allem aber das Leben an sich und ihre Familie. Familie, das sind ihre Eltern Deniya (Meral Perin) und Rohat (Mürtüz Yolcu), sunnitische Kurden, die Anfang der 1970er Jahre aus Ostanatolien nach Berlin gezogen sind, und ihre acht Geschwister, die wie Aynur fast alle in Berlin geboren sind: ihre Brüder Tarik (Aram Arami), der bei der Bundeswehr dient, Sinan (Mehmet Atesci), das "Arschloch", ihr Lieblingsbruder Aram (Armin Wahedi), der Jura studiert und schon immer ein wenig anders war, und Aynurs kleiner Bruder Nuri (Rauand Taleb), dessen Traum eine Karriere als Profiboxer ist. In der Vier-Zimmer- Wohnung der Familie teilt sie sich ein Zimmer mit ihren drei jüngeren Schwestern, eine von ihnen ist Shirin (Merve Aksoy).

Aynurs Familie unterscheidet sich von den meisten anderen muslimischen Familien: Bei ihnen herrscht ein streng konservatives und patriarchalisches Diktat, das von einem "westlichen Lebensstil" für Frauen nur wenig hält. Und so kommt es, dass sich Aynurs ganz normales Leben für immer verändert. Denn die Familie hat entschieden, dass Aynur die Schule nach der achten Klasse abbrechen und in Istanbul einen vom Vater ausgewählten Cousin heiraten soll. So muss sie ihre Welt verlassen und eine neue, fremde betreten. Mit einem Mann leben, den sie nicht kennt und auch nicht näher kennen lernen wird – denn er ist brutal und schlägt Aynur, selbst dann noch, als sie bereits nach kurzer Zeit von ihm schwanger wird. Ihr ist klar, dass sie weg muss, und so flieht sie zurück nach Berlin, obwohl sie genau weiß, dass die familiären Traditionen sie als Ehefrau an ihren Ehemann binden. Hier wird sie nicht mit offenen Armen empfangen – sie muss ihre Eltern bitten wieder aufgenommen zu werden. Dafür soll Aynur in Demut büßen. Sie darf ihrer Mutter im Haushalt helfen und putzen, aber das Haus allein verlassen und ihre Schulausbildung beenden darf sie nicht.

Das ändert sich auch nicht, als sie ihren Sohn Can zur Welt bringt. Nach wie vor wohnt Aynur mit ihrem Baby im "Mädchenzimmer", die Spannungen unter den Geschwistern nehmen zu. Aynur stört, wohin sie auch geht, und wird mit Can schließlich in eine kleine Kammer der Wohnung verbannt. Die Erlaubnis, sich eine eigene Wohnung zu suchen, verweigert ihr die Familie. Immer häufiger gerät Aynur mit ihren Eltern und Geschwistern in Streit, und die Situation spitzt sich endgültig zu, als sie von ihrem Bruder Sinan sexuell belästigt wird. Ihr Vater ergreift in diesem Fall für Aynur Partei und verweist Sinan der Wohnung.

Nach diesem Vorfall wird Aynur klar, dass sie und Can nicht länger mit ihrer Familie in einer Wohnung leben können. So wagt sie den großen Schritt, sucht Hilfe beim Jugendamt und findet sie in ihrer Betreuerin Frau Beck (Lina Wendel). Beck vermittelt ihr zunächst einen Platz in einem Mutter-Kind-Heim und schließlich sogar eine eigene Wohnung nur für sie und Can in Berlin-Tempelhof.

Und weitere Schritte folgen: Sie holt ihren Schulabschluss nach, beginnt eine Lehre als Elektroinstallateurin, sie freundet sich mit Sanna (Selin Dörtkardes) an, die das Leben einer modernen Muslimin führt – und sie entscheidet sich dafür, ihr Kopftuch abzulegen.

Je freier, selbstbestimmter und glücklicher Aynur ihr eigenes Leben mit Can führt, desto enger wird das ihrer Brüder – vor allem das von Nuri. Obwohl er der jüngste von ihnen ist, übernimmt er zunehmend die Rolle des Mannes im Haus, denn Aynurs Vater ist schwach und verbringt immer mehr Zeit in Istanbul. Gemeinsam mit Tarik besucht Nuri nun regelmäßig die Moschee, in der ein Prediger (Samir Fuchs) mit einem extremistischen Weltbild bei ihnen auf offene Ohren stößt. Dass Aynur ihr Kopftuch abgelegt hat, dass sie raucht, sich eine Arbeit sucht, sich von der Familie entfernt hat und sich neben all dem auch noch mit Männern trifft und ihren Bekanntenkreis mit "Ungläubigen" erweitert, können sie nicht gutheißen. So wird aus der Liebe zur Schwester zunehmend Hass.

Trotz allem hält Aynur an ihren Eltern, Brüdern und Schwestern fest – schließlich ist das ihre Familie, und auch wenn sie von ihren Brüdern immer mehr beschimpft und bedroht wird, schafft sie es einfach nicht sich ganz von ihnen loszusagen. Sie sucht auch dann noch den Kontakt, als sie Tim (Jakob Matschenz) kennenlernt und die Drohanrufe ihrer Brüder immer unerträglicher werden. Und selbst dann noch, als ihre Liebe zu Tim an den Anfeindungen zerbricht. Auch als Aram sie warnt und ihr anbietet zu ihm nach Köln zu ziehen, bringt Aynur ihren Sohn immer wieder zu ihren Eltern und lässt Nuri mit ihm spielen. Für ihn und seine Brüder geht es nun nicht mehr darum, dass ihre Schwester den richtigen Weg verlassen hat, sie müssen auch ihren Neffen Can vor dem Einfluss seiner Mutter "retten".

Etwa zu dieser Zeit stellt Shirin ihrem Bruder Nuri ihre Mitschülerin Evin (Lara Aylin Winkler) vor, die auch Muslimin ist, die aber gemeinsam mit ihrer Mutter Dilber (Idil Üner) ein modernes, westliches Leben führt. Immer mehr gelingt es Nuri und seiner gesamten Familie, Evin von der fundamentalistischen Form des Islam zu überzeugen, die sie selbst leben. Evins Mutter ist entsetzt, wie sich ihre Tochter von den Werten der Familie Aynurs beeinflussen lässt. Evin trägt jetzt ein Kopftuch und wirft ihrer Mutter vor, sich gegen den Islam entschieden zu haben. Sie ist zu jung und ahnt nicht, dass ihr neuer Freund Nuri die Ermordung seiner Schwester plant.

An ihrem 23. Geburtstag ist Aynur glücklich und feiert ausgelassen mit dem mittlerweile fünfjährigen Can und ihren Freunden. Sie hat große Pläne: Ihr Ausbilder Bekir (Ozgür Karadeniz) hat sie ermutigt, ihre im ersten Versuch nicht bestandene Prüfung zur Elektroinstallateurin nachzuholen und unterstützt sie dabei. Danach plant Aynur den nächsten großen Schritt – sie will mit Can weg aus Berlin und in Freiburg ein neues Leben beginnen. Einige Tage nach ihrem Geburtstag erhält Aynur abends in ihrer Wohnung Besuch von Nuri. Als sie ihn zum Abschied zur Bushaltestelle gleich in der Nähe der Wohnung begleitet – Can lässt sie in der Wohnung schlafen –, zieht Nuri eine Waffe und schießt ihr ins Gesicht. Aynur stirbt noch am Tatort.

Doch damit endet Aynurs Geschichte nicht. Denn Evin sagt in einem Prozess als Kronzeugin der Staatsanwaltschaft gegen Nuri, Tarik und Sinan aus. Aynurs Brüder werden wegen Mordes angeklagt, verurteilt wird aber nur Nuri. Er gesteht die Tat, er ist der Jüngste und hat mit der geringsten Strafe zu rechnen. Doch Evins Aussage – die dafür ihr bisheriges Leben aufgeben und mit ihrer Mutter ins Zeugenschutzprogramm gehen muss – und der der vielen Freunde Aynurs ist es zu verdanken, dass Can nicht bei Aynurs Familie aufwachsen muss, sondern einer Pflegefamilie zugesprochen wird...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 26.04.2019


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