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Sehnsucht nach Paris - Plakat zum Film

SEHNSUCHT NACH PARIS

("La ritournelle")
(F, 2013)

Regie: Marc Fitoussi
Film-Länge: 98 Min.
 
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 Kino-Start:
 12.02.2015

 DVD/Blu-ray-Start:
 15.01.2016

"Sehnsucht nach Paris" - Handlung und Infos zum Film:


Brigitte (Isabelle Huppert) und Xavier Lecanu (Jean-Pierre Darroussin) sind ein eingespieltes Team als Rinderzüchter in der Normandie, kennen sich seit der Landwirtschaftsschule. Das Geschäft läuft gut, auch wenn sich mal ein Kunde beschwert. Und wenn Xavier bei einem Wettbewerb stolz den gerade preisgekrönten Zuchtbullen Ben Hur präsentiert, fotografiert ihn seine Frau begeistert. Bei der Rückkehr wartet schon ihr ungeduldiger Sohn (Clement Metayer), der eine Ausbildung als Akrobat macht und wieder in die Stadt muss. Während sich zwischen Vater und Sohn Spannungen zeigen, packt Mutter ihm fürsorglich Camembert und Calvados ein. Die Tage sind ausgefüllt, nur manchmal spürt Brigitte diese Leere, die zentnerschwer auf ihren Schultern lastet, eine diffuse Unzufriedenheit. Sie fragt sich, was aus ihren Sehnsüchten und Träumen geworden ist, auch wenn ihr Mann sie aus liebevoller Gewohnheit noch seine kleine "Schäferin" nennt. Vor dem Schlafengehen gibt`s den obligatorischen Kuss, er dreht sich um, sie liest noch ein Weilchen.

Am Wochenende feiern junge Leute eine Party im Nachbarhaus, schon nachmittags tauchen Gäste auf, die Mädchen aus der Stadt schauen gebannt zu, wie Brigitte und Xavier ein Kälbchen zur Welt bringen, auch Stan (Pio Marmai), der dem Alter nach ihr Sohn sein könnte, gesellt sich dazu. Als zu nächtlicher Stunde Xavier schon schläft, setzt sich Brigitte rauchend ans Fenster, es klopft und Stan steht vor ihr, fragt nach Feuer und lädt sie ein, doch einfach rüberzukommen. Nach kurzer Überlegung traut sie sich, bewegt sich erst etwas fremd zwischen den Feiernden, bis sie den jungen Mann wieder entdeckt, der ihr Komplimente macht und heftig flirtet, gemeinsam trinken sie und tanzen ausgelassen bei ihrem Lieblingssong, unterm Sternenhimmel erzählt er ihr sogar von verflossenem Liebeskummer, der ihm den Boden unter den Füßen wegzog und davon, dass er bei der amerikanischen Bekleidungskette "American Apparel" in Paris jobbt. Todmüde, leicht angetrunken und irritiert verschwindet sie abrupt. Am nächsten Morgen die Überraschung. Der sonst leicht brummige Gatte hat ein tolles Gourmet-Frühstück für sie vorbereitet.

Der außergewöhnliche Abend weckt bei der Mittfünfzigerin Lust, auszubrechen aus der Routine, sich ins pralle Leben zu stürzen. Und was liegt da näher, als ein Trip nach Paris, der Stadt der Liebe? Kurz entschlossen erklärt sie ohne mit der Wimper zu zucken, dort einen ihr empfohlenen Dermatologen konsultieren zu wollen. Denn seit langem schon leidet sie unter roten Flecken am Brustansatz, Folgen von Stress und Nervosität wie sie meint, teure Cremes nützten nichts. Wenige Tage später packt sie den Koffer und fährt erwartungsfroh für zwei Tage und Nächte in die Metropole. Nach dem Einchecken im schicken Hotel landet sie – ganz zufällig! – im Laden bei Stan und schiebt vor, eine Bermuda kaufen zu wollen. Natürlich durchblickt der Samtäugige die verlegene Lady, was einem Date nach Ladenschluss aber nicht entgegensteht. Die Zeit bis dahin vertreibt sich Brigitte ganz touristisch mit einer Bateau-Mouche-Fahrt auf der Seine, Einkaufsbummel, Fußpflege, wird Zeuge, wie Polizisten den illegalen Obststand eines Inders räumen, plaudert mit dem Verjagten im Café. Der mit Herzklopfen erwartete Abend entpuppt sich nicht als Ruhmesblatt der Erotik. Kein Aperitif in der Bar, sondern Babysitting bei Stans Bruder, mit Joints kann sie wenig anfangen und im unpassenden Moment ruft auch noch Xavier an. Fluchtartig verlässt sie die Wohnung, statt Dinner zu zweit im Kerzenschein gibt`s nur Pommes allein im pakistanischen Halal-Imbiss. Zu allem Frust funktioniert auch die Hotelzimmer-Magnetkarte nicht, beim Umtausch an der Rezeption ein Lichtblick in Gestalt des charmanten Dänen Jesper, der wenig später durch Rauchen im Zimmer Feueralarm auslöst. Grund für einen netten Plausch von Balkon zu Balkon.

So richtig läuft es nicht rund, Brigitte hat ihr Handy bei Stan vergessen, als sie es im Laden abholen will, lässt der sie ziemlich unhöflich abblitzen und bis zur Mittagspause warten, bevor er ihr das Handy aushändigt. Zur Erholung lockt der Hotelpool, aber bevor sie ins Wasser springt, taucht Jesper auf. Aus Angst, er könne ihre Hautkrankheit sehen, verzichtet sie auf das Bad, lässt sich aber überreden, mit ihm Paris zu durchstreifen. Was sie nicht weiß: Xavier hat herausgefunden, dass der von ihr genannte Arzt schon lange in Pension ist und sich im grünen Klapperauto nach Paris aufgemacht. Als er seine Frau lachend und gelöst mit dem Dänen das Hotel verlassen sieht, spürt er einen Stich im Herzen. Statt sie in der Metro weiter zu verfolgen, geht er in eine Ausstellung, sieht das Bild einer Schäferin und fragt sich, was falsch gelaufen ist mit ihnen, fürchtet, die Frau seines Lebens zu verlieren. Derweil genießt Brigitte den Nachmittag mit Jesper, der ihr Fotos von Frau und Kindern zeigt, sie dazu bringt, ihre Angst zu überwinden und die Straße ohne Zebrastreifen zu überqueren, und letztendlich mit ihr Riesenrad in den Tuilerie-Gärten fährt. Der Blick auf die pulsierende Stadt macht sie schwindlig, sie lässt es zu, dass er den Arm um sie legt, fühlt sich geborgen. Und nach dem späteren nervigen Dinner mit der Schwägerin, bei dem Jesper am Nebentisch sitzt und sich über deren Gequatsche amüsiert, ist der Bann gebrochen, die zwei amüsieren sich im Cabaret, wo Brigitte dummerweise Bekannte trifft, die über ihre männliche Begleitung tuscheln. Im Hotel finden sich die beiden, Brigitte geniert sich erst wegen der roten Flecken aber der erfahrene Mann nimmt ihr die Scham, streichelt die "zone interdite" zärtlich und küsst sie. Auftakt zu einer wunderschönen Liebesnacht. Beim Wachwerden findet sie einen Zettel und lächelt. Mit neuem Selbstvertrauen knöpft sie die Bluse nicht mehr bis oben zu, was kümmern andere die Hautflecken! Ganz entspannt fährt sie zum Ärztekongress, wo Jesper gerade einen Vortrag hält. Ein liebevoller Abschiedsblick, ein leises Adieu.

Xavier holt sie am Bahnhof ab und hat sich fein gemacht, lädt sie zum Essen in ein Restaurant am Meer ein. Sie plaudert locker, erwähnt auch die "Empfehlung des Arztes", Heilung am Toten Meer in Israel zu suchen (ein Tipp von Jesper) und ahnt nichts, von seiner Anwesenheit in Paris, nichts von seinem Besuch beim Sohn in der Akrobatenschule mit einer ganz persönlichen Extra-Vorstellung für den Vater, nichts vom nächtlichen Männergespräch mit Hofmitarbeiter Régis (Jean-Charles Clichet), der den geknickten Mann aufmuntert, nichts von seiner seelischen Verletzung und tiefen Traurigkeit. Deshalb bleibt für Brigitte Xaviers plötzlicher Ausraster und sein Tobsuchtsanfall wegen eines Rumpsteaks, das ihm als Tournedos serviert wird, unverständlich. Aber Xavier muss Luft ablassen, bevor er vor Wut und Enttäuschung platzt. Bald hat der Alltag die Beiden wieder. Aber wie geht`s weiter mit dem Gefühl, das einen Riss bekommen hat? Mit dem Paar, dass vergessen hat, füreinander zu brennen? Mit diesem "Crazy Little Thing Called Love"? Eine gemeinsame Reise ans Tote Meer tut nicht nur der Haut gut...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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