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So viele Jahre liebe ich dich - Plakat zum Film

SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH

("Il y a longtemps que je t'aime")
(F/D, 2008)

Regie: Philippe Claudel
Film-Länge: 115 Min.
 
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DVD:  6.99 EUR
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Blu-ray:  7.49 EUR
 


 Kino-Start:
 13.11.2008

 DVD/Blu-ray-Start:
 25.05.2011

 Free-TV-Start:
 12.07.2010

"So viele Jahre liebe ich dich" - Handlung und Infos zum Film:


In der Ankunftshalle des Flughafens von Nancy wartet eine verloren wirkende Frau. Nach 15 Jahren Haft ist Juliette (Kristin Scott Thomas) soeben entlassen worden und blickt ihrem neuen Lebensabschnitt und den ersten Schritten in der wiedergewonnenen Freiheit entgegen. Juliette, die weder Job noch Wohnung hat, zieht zunächst bei ihrer jüngeren Schwester Lea (Elsa Zylberstein) ein, zu der sie während der Haft keinen Kontakt hatte. Nach Juliettes Verurteilung hatte ihre Familie jegliche Verbindung zu ihr abgebrochen und Lea wurde wie ein Einzelkind erzogen.

Nach einer unbeholfenen Begrüßung und einer vorsichtigen ersten Annäherung fahren die beiden entfremdeten Schwestern zu Leas Haus, wo diese mit ihrem Mann Luc (Serge Hazanavicius) und zwei vietnamesischen Adoptivtöchtern lebt. Das großzügige, gemütliche Haus strahlt Bildungsbürgertum und familiäre Harmonie aus, eine ungewohnte Atmosphäre für Juliette, die erst wieder lernen muss, Kontakt zu ihrer Umwelt aufzunehmen. Bei ihrem Rundgang trifft Juliette auf einen weiteren Bewohner, der aus einem anderen Grund in sich zurückgezogen lebt: Leas Schwiegervater (Jean-Claude Arnaud), der nach einem Schlaganfall nicht mehr spricht.

Beim Abendessen zeigen sich sowohl die fröhliche Unbekümmertheit der älteren Tochter, die sich sofort offen für die neue Tante interessiert, als auch Lucs misstrauische Distanz und Leas Funktion als Herz der Familie, die alles zusammenhalten will. Juliettes erste Schritte in ihr neues Leben werden vor allem in Alltagssituationen gezeigt, dem Vorsprechen bei der Polizei, dem Treffen mit der Bewährungshelferin und ihren Vorstellungsgesprächen für eine neue Arbeit. Ihr Ansprechpartner bei der Polizei, Capitaine Faure (Frederic Pierrot), ist ein sehnsuchtsvoller Melancholiker, der von seiner Familie getrennt lebt und von einer Reise zum Orinoco träumt. Bei ihren Vorstellungsgesprächen bewirkt Juliettes Vergangenheit im besten Fall Skepsis. Die einzigen Erwachsenen, denen es gelingt, Juliette näher zu kommen, sind Lea, mit der sie Cafés und das Schwimmbad besucht, sowie Leas Kollege Michel (Laurent Grevill), der Juliettes Verschlossenheit mit großer Sensibilität begegnet.

Ein Job als medizinische Sekretärin im Krankenhaus gibt Juliette neue Stabilität – nur nebenbei erfährt man, dass sie vor der Haft als Ärztin arbeitete. Der Mittelpunkt von Juliettes neuem Leben ist Lea: Gemeinsam bauen die beiden so lange getrennten Schwestern eine neue emotionale Bindung auf und nähern sich einander Stück für Stück, um wieder neues Vertrauen aufzubauen. In den Gesprächen mit Lea erfährt Juliette Hintergründe über den Bruch mit ihren Eltern, die ihre Tochter nach der Verurteilung komplett aus ihrem Leben strichen und auch Leas Erinnerung an sie auszulöschen versuchten. Lea beweist ihr mit Tagebucheinträgen, dass sie ihre Schwester jeden Tag vermisste.

Durch Lea und Luc lernt Juliette deren großen Freundeskreis kennen, neben Michel vor allem das irakische Ehepaar Samir (Mouss Zouheyri) und Kaisha (Souad Mouchrik). Gemeinsam treffen sie sich mit Freunden auf dem Land. Das Idyll wird jedoch beim Abendessen plötzlich gestört: Durch bohrende Fragen entlockt ein Freund Juliette den Grund für ihre lange Abwesenheit. Nach kurzem Zögern gibt Lea eine ehrliche Antwort, was die versammelte Gesellschaft mit ungläubigem Lachen quittiert. Nur Michel, der lange im Strafvollzug unterrichtete, erkennt die Wahrheit und wird endgültig zu Juliettes Vertrautem.

Zurück in Nancy findet Juliette im Verhältnis zu Leas Töchtern Halt und auch Luc überwindet schließlich seine Vorbehalte. Juliette besteht die Probezeit in der Arbeit und findet eine eigene Wohnung. Doch die letzte Klippe zur heilsamen Konfrontation mit der Vergangenheit ist noch nicht überwunden: Bei der Hausarbeit findet Lea einen Brief von Juliettes verstorbenem Sohn. Auf der Rückseite des Blattes entdeckt Lea Laborergebnisse. Alarmiert übergibt sie Samir, einem Arzt, eine Kopie zur Analyse. Was folgt, zwingt alle Beteiligten zum Umdenken und einer neuen Bewertung der Vergangenheit.

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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