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Summertime Blues - Plakat zum Film

SUMMERTIME BLUES

(D, 2009)

Regie: Marie Reich
Film-Länge: 116 Min.
 
"Summertime Blues" auf DVD bestellen
DVD:  5.97 EUR
  


 Kino-Start:
 20.08.2009

 DVD/Blu-ray-Start:
 26.02.2010

 Free-TV-Start:
 03.09.2011

"Summertime Blues" - Handlung und Infos zum Film:


Die Hiobsbotschaft trifft Alex (Francois Goeske) völlig unerwartet: In der Küche, beim Schnitzelwenden, eröffnet ihm seine Mutter Diana (Karoline Eichhorn), dass sich von seinem Vater scheiden lassen wird. Sensibel, wie es sich bei einem 15jährigen Jungen mitten in der Pubertät gehört, fügt sie noch sanft hinzu: „Eigentlich sind wir nur wegen dir so lange zusammen geblieben.“ Kein Wunder, dass sich bei Alex ein amtlicher Blues einstellt – erst Recht, als sein Vater Steffen (Christian Nickel) schon kurz nach dem Geständnis seine Sachen packt. Dabei bemerkt Alex, dass zwischen Steffen und ihm nicht gerade die große Vertrautheit geherrscht hat und er seinen Vater eigentlich so wenig kennt wie der seinen Sohn. Das bestätigt sich, als Steffen nur wenig später Alex seine neue Freundin vorstellt: Mandy (Maja Schöne) – ausgerechnet seine Sekretärin, was für ein Klischee! Und dass Alex selbst früher heimlich in Mandy verknallt war, bessert seine Laune auch nicht gerade.

Auch Diana scheint von der Trennung nicht sonderlich mitgenommen zu sein: Sie wirft sich abends in ungewohnt flotte Kleider und geht aus. Und dann kündigt sie auch noch ihren Job, heuert bei einer TV-Produktionsfirma als Assistentin an und will noch einmal richtig cool und ausgeflippt sein. Alex versteht die Welt nicht mehr – und die plötzliche Leere im Haus hätte er sich auch spannender vorgestellt. Er vermisst sein gewohntes Familienleben. Und es scheint, als wäre Alex der einzige, der in all dem Chaos die Vernunft bewahrt…

Ein paar Wochen später bringen zwei neue Nachrichten Alex’ Gefühlswelt vollends ins Wanken: Diana gesteht ihm, dass sie ebenfalls einen neuen Freund hat. Zusammen mit dem Schauspieler Seth McElroy (Alexander Beyer) will sie Bremen erst mal den Rücken kehren und als Produktionsassistentin bei den Dreharbeiten seiner Serie den Sommer im englischen Kent verbringen. Und bei einem Besuch bei Steffen jubelt Mandy, dass sie von Alex’ Vater ein Kind bekommt. In dieser Situation findet Alex die Idee, dass er bei Steffen und Mandy wohnen soll, solange seine Mutter in Kent arbeitet, nicht wirklich gelungen. Zumal die werdenden Eltern das Gästezimmer bereits für ihre ungeborene Tochter in zuckersüßen Rosatönen gestrichen und dekoriert haben.

Alex hat die Nase voll. Er will den Sommer bei seinem Kumpel Danny (Jonathan Beck) verbringen. Dank eines unschönen Zwischenfalls nach einem Schulkonzert kommt diese Möglichkeit allerdings nicht mehr in Frage: Nachdem Steffen mit Mandy und Diana zusammen mit Seth beim Konzert auftauchen und sich Alex vor Schamgefühl nicht mehr auf sein Saxophonspiel konzentrieren kann, beantwortet er die Läster-Attacke eines Schulkameraden mit einer handfesten Prügelei. Das Ergebnis: Alex wird für den Rest des Schuljahres suspendiert und soll mit Diana und Seth nach Kent reisen. Resigniert ergibt er sich in sein Schicksal. Aber die Aussicht auf einen Sommer mit seiner Mutter und deren Freund ist nicht gerade erfreulich – und auch nicht die Tatsache, dass die Tochter von Seth ihrem Vater ebenfalls Gesellschaft leisten will…

Alex merkt sofort: Hier in Kent will er nicht mal tot überm Gartenzaun hängen. Das Cottage, das Seth gemietet hat, scheint aus einer Postkarte zu stammen, die Wiesen und Wälder sprühen vor ländlicher Idylle geradezu über. Und als Alex im Pub des Dorfes noch nicht mal ein Bier bekommt, weiß er, dass hier wirklich nicht seine Welt ist. Aber dann begegnet er Louie (Zoe Moore). Das junge Mädchen lebt allein in einem Verschlag und kümmert sich um Dutzende Tiere, die sie aus Mitleid aufgenommen hat: Pferde, Hundewelpen, Fasane, Ziegen… Louie zeigt Alex ihr Reich und die Gegend um das Dorf – und auf einmal scheint Kent doch nicht mehr so öde zu sein, wie Alex anfangs glaubte.

In der Zwischenzeit ist Seths Tochter aus den USA angereist. Faye (Sarah Beck) ist atemberaubend hübsch, ausgesucht nett, höflich und hilfsbereit und hat perfekte Manieren – Alex will sie eigentlich auf Anhieb verachten. Allerdings tut er sich ziemlich schwer mit diesem Vorhaben. Selbst als beim Abendessen die ersten Spannungen spürbar werden und Faye später bei einem unbeschwerten und fröhlichen Treffen mit Louie dazwischen funkt, kann sich Alex der Faszination nicht entziehen, die dieses Mädchen auf ihn ausübt. Er nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Faye sich unlängst von ihrem Freund getrennt hat. Dass sie offensichtlich einfach aus Amerika abgehauen ist und die Scheidung ihrer eigenen Eltern doch nicht so gut verkraftet wie sie vorgibt, lässt in Alex deutlich weniger Schadenfreude aufsteigen als er dachte. Und als bei der Party der Produktionsfirma zum Drehstart auf dem Anwesen der reichen Familie Stanton Faye ganz unverblümt von Leo, dem Sohn des Hauses, angebaggert wird, spürt Alex sogar einen ziemlich heftigen Eifersuchtsanfall…

 

Nach der Party schüttet die angetrunkene Faye bei einem kräftigen Kaffee Alex ihr Herz aus. Und der verschlossene Junge stellt erstmals fest, dass diese hübsche Miss Perfect genauso mit ihrem Schicksal hadert wie er selbst. Wie Alex ist Faye ein Einzelkind. Wie er fühlt sie sich nach der Scheidung ihrer Eltern einsam und hin- und hergerissen. Alex und Faye sind Seelenverwandte. Angesichts dieser Erkenntnis findet es Alex gar nicht so schlimm, dass er wegen der Party und der Ausnüchterung von Faye ein Date mit Louie verpasst hat. Eigentlich wollte Louie ihm echte englische Dachse im Mondlicht zeigen.

Nach einem handfesten Streit mit Seth kühlt sich Alex am nächsten Morgen beim Schwimmen in einem klaren See ab. Langsam beginnt er, die Ruhe und die Natur zu genießen. Er besucht Louie in ihrem Verschlag und die beiden holen nachts ihr verpasstes Date nach. Versteckt hinter einer Baumwurzel beobachten sie die Dachsfamilie, die auf der Waldlichtung im Mondschein herum tollt. Alex ist zutiefst beeindruckt von den wunderschönen Tieren – und er spürt, wie all der Ärger, das Gefühlschaos und der Frust der letzten Wochen von ihm abfallen…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 26.07.2009


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