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Und wenn wir alle zusammenziehen? - Plakat zum Film

UND WENN WIR ALLE ZUSAMMENZIEHEN?

("Et si on vivait tous ensemble?")
(F/D, 2011)

Regie: Stephane Robelin
Film-Länge: 96 Min.
 
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 Kino-Start:
 05.04.2012

 DVD/Blu-ray-Start:
 19.10.2012

 Free-TV-Start:
 21.08.2014

"Und wenn wir alle zusammenziehen?" - Handlung und Infos zum Film:


Seit fast einem halben Jahrhundert sind sie Freunde: die beiden Paare Annie und Jean, Jeanne und Albert sowie der passionierte Single Claude. Sie wohnen komfortabel, ohne finanzielle Sorgen, in einem hübschen Pariser Vorort. Die Kinder sind längst erwachsen und aus dem Haus. Trotz aller Lebenslust, die den Freundeskreis wie eh und je zusammenschweißt, kann keiner mehr übersehen, dass das Leben ständig komplizierter und anstrengender wird. Jeder hat, wenn auch auf andere Weise, mit den Tücken und Gebrechen des fortgeschrittenen Alters zu tun: mit Krankheiten, dem Verlust an Mobilität, mit Gefühlen der Ohnmacht und Einsamkeit. Auch wenn man es eigentlich nicht so recht wahrhaben will: Besonders demütigend ist die Erfahrung, immer häufiger von der Hilfe anderer Menschen abhängig zu sein. Aber wer von ihnen will schon ins Altersheim? Voller Schrecken verdrängt jeder von ihnen den bloßen Gedanken daran.

Das gilt vor allem für den allein lebenden Fotografen Claude (Claude Rich). Nicht nur das schwache Herz setzt ihn wiederholt außer Gefecht. Auch der eigene Sohn macht dem eingefleischten Einzelgänger und Charmeur das Leben schwer. Obgleich Claude seinen ungebrochenen Hunger nach Sex inzwischen nur noch mithilfe von Viagra, Prostituierten und selbst geschossenen Aktfotos befriedigen kann, ist er wild entschlossen, gerade darauf nicht zu verzichten, selbst wenn es der Gesundheit abträglich ist. Schließlich sind Frauenbrüste, ist die aktive Beschäftigung mit dem anderen Geschlecht seine Leidenschaft, sein Lebenselixier. Doch beim Sprössling wächst die Angst. Er will dem leichtsinnigen und in seinen Augen unwürdigen Treiben des Vaters nicht länger zusehen und hat mit diesem ganz anderes vor.

Auch die ehemalige Philosophieprofessorin Jeanne (Jane Fonda) und ihr Mann Albert (Pierre Richard) sehen sich mit unvorhergesehenen existenziellen Herausforderungen konfrontiert. Beim Arzt erfährt Jeanne, die mit 17 Jahren aus den USA nach Frankreich kam, dass ihre lebensbedrohliche Krankheit nicht heilbar ist. Sie behält die Nachricht für sich und bereitet insgeheim, ebenso pragmatisch wie unsentimental, mit einem Bestattungsinstitut ihre Beerdigung vor. Wenn sich der Tod schon nicht vermeiden lässt, dann will sie wenigstens nicht auf dem Friedhof begraben werden, sondern im Park, unter einer Gartenlaube mit Rosen, in einem fröhlichen, pinkfarbenen Sarg. Kummer bereitet ihr hingegen das ungewisse Schicksal von Albert, dessen Demenz sich rapide verschlechtert. Jeanne weiss, dass sich ihr Mann nicht mehr allein durchs Leben schlagen kann. Zu oft lässt ihn sein Gedächtnis im Stich. Nicht verloren hat Albert seine große Liebe zu Jeanne sowie sein Faible für Leckerbissen und einen guten Tropfen Wein. Damit der Bonvivant zumindest die wichtigsten Dinge im Leben nicht vergisst, schreibt er zur Erinnerungshilfe regelmäßig Tagebuch. Als Albert bei einem seiner täglichen Hundespaziergänge stürzt und im Krankenhaus landet, bringt die Tochter den geliebten Vierbeiner gegen alle Proteste des Vaters ins Tierasyl.

Meistens treffen sich die Freunde im großbürgerlichen, geräumigen Haus von Annie (Geraldine Chaplin) und Jean (Guy Bedos). Trotz unterschiedlicher Temperamente und Weltanschauungen haben sich die beiden gemeinsam durchs Leben gerauft, sind zusammen alt geworden. Gelegentlich schlafen sie noch miteinander. Annie, körperlich fit und psychologisch geschult, weiß genau, wie sie ihren Mann selbst nach dem heftigstem Ehekrieg schnell, ohne viele Worte, entkräften kann. Während Jean, als altgedienter 68-Aktivist und Straßenkämpfer unverdrossen politisch engagiert, noch immer lauthals, mit harten Bandagen, gegen Polizisten kämpft, träumt Annie vom eigenen Swimmingpool. Mit der aufwendigen Anschaffung will sie sich die Zuneigung ihrer Enkel zurückerobern, und das ausgestorbene Haus wieder mit Kinderstimmen füllen.

Am Schönsten ist es immer dann, wenn alle Freunde beisammen sind. Nur schade, dass man so weit auseinander wohnt und sich so selten sieht. Bei Claudes 75. Geburtstag fällt, hingeworfen wie im Scherz, der folgenreiche Satz: "Würden wir zusammenleben, dann hätten wir solche Probleme nicht". Als der unbelehrbare Womanizer wenig später bei einem seiner Schäferstündchen wieder einmal zusammenklappt und vom Sohn aus dem Krankenhaus wirklich in ein Pflegeheim abgeschoben wird, verständigen sich die Freunde spontan auf einen verrückten Plan.

Nicht ins Heim und nicht allein, so heißt die rebellische Antwort der fünf Senioren gegen die Bedrohung wachsender Abhängigkeit. Um sich gegenseitig zu unterstützen, gründen sie im Haus von Annie und Jean zum Entsetzen ihrer Kinder eine Alten-WG. Annie, die zunächst gleichfalls wenig begeistert ist, – eigentlich hat sie sich unter Großfamilie die eigene Verwandtschaft vorgestellt – wird vom Aktionismus der anderen überrollt. Koffer werden gepackt, Möbel aus- und umgeräumt, die Familienfotos neu platziert.

Unverzichtbarer Bestandteil der Wohngemeinschaft wird Dirk (Daniel Brühl), ein deutscher Student der Ethnologie aus Ostberlin. Zunächst von Jeanne nur als Hundesitter engagiert, zieht auch er schon bald, nicht ganz uneigennützig, unter das gemeinsame Dach. Er schreibt gerade in Paris seine Doktorarbeit über die Situation der Alten in Europa. Als Helfer in allen Lebenslagen treibt er gleichzeitig seine Feldstudien im Dienst der Wissenschaft voran. Akribisch beobachtet er das Verhalten und die Gepflogenheiten seiner Studienobjekte und dokumentiert sie mit der Videokamera. An Anschauungsmaterial, Überraschungen und skurrilen Szenen mangelt es nicht. Bei ihren häufigen Hundespaziergängen im Park freunden sich Dirk und Jeanne intensiver an. Jeanne gibt dem Studenten Ratschläge zu dessen eigenen Liebesleben. Äußerst freimütig, ohne Scham, macht sie ihrem jungen Begleiter klar, wie wichtig die sexuelle Lust auch im Leben alter Menschen ist.

Fünf eigenwillige Charaktere brechen am Ende ihrer Tage noch einmal zu neuen Ufern auf und müssen sich in der noch fremden Wohnsituation miteinander arrangieren. "Es ist schon komisch", sagt Jeanne in einem Gespräch mit Jean, "Man kümmert sich um alles im Voraus. Man versichert sein Auto, sein Haus, sogar sein Leben. Aber man kümmert sich überhaupt nicht um seine letzten Jahre, was man mit den letzten Jahren anfängt". Jetzt sind die Freunde, vor allem Claude und Jeanne, erst einmal froh, mit ihren Problemen nicht mehr allein zu sein. In abwechselnder Besetzung wird gekocht. Dirk hilft überall, so gut er kann.

Doch Konflikte und dicke Luft bleiben zwangsläufig nicht aus. Um das Chaos einigermaßen in Grenzen halten, soll der Lebensalltag besser organisiert werden. Zur Diskussion steht ein eher kollektivistisches oder ein freiheitliches Gruppenmodell. Jean, der für strengere Regeln plädiert, wird von den Mitbewohnern überstimmt. Jeder soll sich so beteiligen, wie er kann. Mit viel gegenseitigem Wohlwollen und Entschlossenheit wird das eigene Ego, so gut es geht, etwas zurückgedrängt.

Um Annie zu erfreuen, die in der neuen Lebensgemeinschaft sichtbar lockerer, fast übermütig geworden ist, lässt sich Jean sogar auf den verhassten Swimmingpool ein. Als der Bagger durch den Gemüsegarten pflügt, blutet dem Alt-Revoluzzer das Herz. Schließlich hat er am Anfang seiner politischen Karriere für Bauern ohne Boden gekämpft. Jetzt soll er sein Leben beenden, indem er mit den Enkeln im eigenen Schwimmbad plantscht. Die allergrößten Probleme aber schafft der vergessliche, völlig unberechenbare Albert. Es dauert nicht lange, bis kleinere Dramen und größere Katastrophen die Freundschaft aller auf eine harte Probe stellen. Durch einen unglücklichen Zufall wird mithilfe von Dirk auch noch ein Jahrzehnte lang streng gehütetes Geheimnis aufgedeckt. Die Eifersucht, die ganz plötzlich unter allen Beteiligten entflammt, bedroht das ganze Gemeinschaftsexperiment. Die Situation im Kollektiv eskaliert, ausgerechnet zu einer Zeit, in der sich Alberts Verwirrtheit und Jeannes Krankheit deutlich verschlechtern...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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