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Vienna - Plakat zum Film

VIENNA

(D, 2002)

Regie: Peter Gersina
Film-Länge: 104 Min.
 
"Vienna" auf DVD bestellen
DVD:  9.89 EUR
  


 Kino-Start:
 12.09.2002

 DVD/Blu-ray-Start:
 10.07.2008

 Pay-TV-Start:
 14.06.2005

"Vienna" - Handlung und Infos zum Film:


Ludwig (Roman Knizka) lebt in einer ganz besonderen Welt, die er bis zu seinem 25. Lebensjahr noch nie verlassen hat. Der schüchtern-naive, sympathisch-weltfremde Jüngling ist Totengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof. Doch das Leben kennt auch bei seinem Berufsstand keine Gnade: als er wegen Rationalisierungsmaßnahmen seinen Job verliert, ist er gezwungen, sich der Realität "draußen" zu stellen. Ludwig, der kaum weiß, wer er ist, imitiert das Wenige, was er kennt, spricht salbungsvoll wie ein Pfarrer und setzt jedes Ereignis in Relation zum Tod. Mit nichts als einem Köfferchen in der Hand wird er ins Leben entlassen - und schon die ersten Schritte jenseits der Friedhofsmauern werden zur Herausforderung, die Fahrt mit dem Bus in die Stadt zum Abenteuertrip. Doch Ludwig sehnt sich nach zwischenmenschlichen Beziehungen, er sucht die Liebe...

Und so passiert gleich die erste Katastrophe: Er sieht eine Frau, so schön, dass ihm der Atem stockt: Dunkelhaarig ist sie und tanzen kann sie... Während Ludwig am Kiosk steht und sich die Augen aus dem Kopf starrt, wird sein Koffer mit den wenigen Habseligkeiten gestohlen. Und die unbekannte Schöne verschwindet in der U-Bahnstation. Völlig mittellos tappt der sanftmütige junge Mensch durch das verwirrende Großstadtleben - und kommt dabei einem rasanten Fahrradfahrer mit dunkler Sonnenbrille in die Quere: Bruno (Axel Milberg). Ludwig geht zu Boden und Bruno nimmt den Leichtverletzten mit nach Hause, um seine Kopfwunde zu verbinden. Das "Zuhause" ist ein ausrangierter Bauwagen, umgebaut zur Notunterkunft. Ludwig wird fachmännisch versorgt und langsam dämmert ihm, dass Bruno blind ist. Da torkelt Brunos Freund und Wohngenosse Anatol (Max Tidof) herein, schimpfend und angetrunken.

Anatol ist vor allem daran interessiert, den störenden Dritten so schnell wie möglich wieder los zu werden. Doch Ludwig, mit dem Rücken zur Wand, wird clever: Weil er nicht weiß, wohin, täuscht er einen durch den Fahrradunfall bedingten Gedächtnisschwund vor und behauptet, er wisse nicht, wer er sei und wo er herkomme. So verbringt er seine erste Nacht im Bauwagen. Als sich ein paar Tage später sein Erinnerungsvermögen immer noch nicht wieder einstellen will, sein Appetit dafür aber groß ist und er die Vorräte der beiden beträchtlich dezimiert, wird Anatol sauer. Der Kleine muss etwas zum Lebensunterhalt beitragen oder verschwinden. Ludwig macht sich nützlich, er begleitet Bruno zu Kunstausstellungen. Bruno ist nämlich Kunstkritiker, und dass er blind ist, stört ihn bei der Ausübung seines Berufs gar nicht. Bruno ist ein Liebhaber schöner Dinge, ein Perfektionist und Kultursnob, der das Leben genießt - soweit ihm das noch möglich ist. Denn seit er durch einen Tumor erblindet ist, hat der einst renommierte Schreiber wenig Aufträge und noch weniger Geld. Mit großer Geste erklärt er Ludwig Kunstwerke, von deren Existenz dieser nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

Schwungvoll hackt er seine Gedanken in eine alte Schreibmaschine und läuft, inspiriert durch Ludwigs Anwesenheit, zu Hochform auf. Die Folge: Er verkauft tatsächlich wieder einige Artikel an die Zeitung. Während Bruno das Leben liebt, auch wenn es ihm offenbar nicht mehr viel zu bieten hat, liegen die Dinge bei Anatol ganz anders. Der zynische Griesgram und Weltverächter verschließt sich den schönen Dingen des Lebens. Nach einer enttäuschten Liebe versank der ehemals talentierte Jazzmusiker in Selbstmitleid und ertränkte seinen Kummer in Alkohol. Doch er ist ein wacher, heller Geist, und die beiden exzentrischen Außenseiter Bruno und Anatol liefern sich intellektuelle Gefechte wie ein streitsüchtiges

Ehepaar: Eine kämpferische Hassliebe und tiefe Freundschaft verbindet sie. Ludwig fühlt sich wohl in diesem verrückten Dreier- Haushalt und animiert beide mit seiner kindlich naiven, herzerwärmenden Art. Und irgendwie scheint seine Gegenwart das Schicksal gnädig zu stimmen: Mit neu erwachtem Selbstbewusstsein gelingt es Bruno, einer Zeitschrift eine regelmäßige Kunstbeilage zu verkaufen. Das ist der große Durchbruch, denn damit verfügt das Trio über ein regelmäßiges Einkommen und kann eine Wohnung mieten. Zeit wird's, denn dem Bauherrn sind die Eindringlinge auf seiner Baustelle schon längst ein Dorn im Auge: er schickt einen Schlägertrupp vorbei, der Bruno übel zurichtet und die "Einrichtung" zertrümmert...

Warum heißt der Film "Vienna" Vienna? Weil er in "Vienna" / Wien spielt. Ist es aber deshalb ein typisch "wienerischer" Film? Am Anfang macht es den Eindruck, ein Schwenk auf den Zentralfriedhof und ein paar der skurrilen Typen, die man Wien immer nachsagt. Danach könnte der Film aber auch in jeder anderen Stadt spielen – eigentlich schade, hatte man sich doch am Anfang ein bisschen auf Wiener Flair gefreut. Auch die eigentliche "Allerwelts-Handlung" trägt den Film, der übrigens von den österreichischen Musik-Video-Spezialisten "DoRo" produziert wurde, leider nur über eine kurze Strecke.


Die Redaktions-Wertung:20 %

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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