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Vollidiot - Plakat zum Film

VOLLIDIOT

(D, 2007)

Regie: Tobi Baumann
Film-Länge: 102 Min.
 
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 Kino-Start:
 12.04.2007

 DVD/Blu-ray-Start:
 05.08.2011

 Pay-TV-Start:
 17.08.2008

 Free-TV-Start:
 08.10.2009

"Vollidiot" - Handlung und Infos zum Film:


Simon Peters (Oliver Pocher), Berater im "T-Laden", ist 30 Jahre alt. Und schon am Ende - wörtlich mindestens ebenso wie metaphorisch. Der Fenstersims, auf dem er steht, ist schmal und liegt im vierten Stock. Polizei und Feuerwehr stehen unten bereit, der Psychologe quasselt unentwegt etwas von "Nicht die Nerven verlieren!" und Paula (Tanja Wenzel) beschwört ihn aus dem Nebenfester, dass sie doch Freunde seien. Simon ist verwirrt. Am meisten nervt ihn aber der Psychologe mit seinem "Wir haben doch alle unsere Probleme"“-Geschwätz. Er muss ihn stoppen, das ist sein einziger Gedanke: "Jetzt halt doch mal die Fresse, du Psycho-Clown!“, brüllt er, rutscht aus und fällt...

Rückblende: Simon sitzt in seiner karg eingerichteten Wohnung in Köln. Er ist eben eingezogen, die Umzugskartons stehen noch in der Ecke. Tina hat ihn rausgeworfen. Simon versucht, sich mit ein paar Flaschen Bier zu trösten - umsonst. Dabei hatte er gedacht, dass er Tina schnell vergessen würde. Einfach im "Lauschgift", seinem Lieblingsclub, die nächst erreichbare Schönheit ansprechen und schon wäre er wieder im Spiel - dachte er. Die Praxis belehrte ihn aber schnell eines Besseren. Die Frauen interessieren sich überhaupt nicht für ihn, mit dieser bitteren Erkenntnis fängt er sein neues Leben an – als Single.

Leider sind die Tage für Simon auch nicht schöner als die Nächte. Im T-Laden, wo er als Verkäufer arbeitet, nerven ihn die Kunden mit dummen und arroganten Wünschen. Der eine will seinen Klingelton wieder haben, der andere sein Kamerahandy nicht mehr, und alles natürlich sofort und gratis. Also setzt Simon in der "Scheinbar", seiner Lieblingskneipe, das fort, was er tags zuvor in seiner Single-Wohnung bereits angefangen hat: er trinkt. Paula und Flik (Oliver Fleischer), seine beiden besten Freunde, versuchen verzweifelt, sein Gelalle zu verstehen. Fakt ist, dass Simon sich fürs Erste mit seinem Schicksal abfindet muss: Er ist Single.

Und was würde diesen Status besser dokumentieren als – ein Single-Sessel? Also macht Simon sich zu "Ikea" auf, wo er wie erwartet auch sofort und aufs Unbarmherzigste mit der Erbärmlichkeit seiner Existenzform konfrontiert wird. Überall knutschende, glucksende Spießerpärchen, die ihr kleines Nest für sich und ihren schreienden Nachwuchs bauen. Und dann kommt auch noch dieser widerlich hilfsbereite "Ikea"-Verkäufer angedackelt und will ihm unbedingt einen Zwei-, ja einen Dreisitzer andrehen. Simon gerät außer sich. Nein, er habe keinen Dreisitzer bestellt: "Es ist ein EINsitzer! Ein SINGLEsessel! Ich bin ALLEINE!", schreit er den Verkäufer an. Wieder zuhause angekommen, seine "Ikea"-Errungenschaft mühsam vor sich hertragend, empfängt ihn Lala (Adriana Altaras), seine kroatische Putzfrau, mit der treu sorgenden Frage, ob er einsam sei, wegen dem Singlesessel und so. Weil Simon das mit halbem Mund bejaht, empfiehlt sie ihm eine Kundin von ihr. Sie sei sehr nett und heiße Dörte. Simon lehnt entgeistert ab. Soweit kommt's noch, dass seine Putzfrau ihm die Frau besorgt. Was soll er denn erst später seinen Kindern erzählen?

Aber es kommt noch härter: Seine geliebte "Scheinbar" gibt's nicht mehr. An deren Stelle prangt jetzt eine Filiale der "All American Coffee Company". Vanille-Aroma-Kaffee statt Mai Thai. Schlimmer geht's nimmer, ist Simon überzeugt - geht es doch. Als Paula ihn daran erinnert, dass Tina ihm in der "Scheinbar" von dem Kind erzählt hat, dass sie von einem Anderen erwarte, da wird Simon ganz still. Aber zum Glück gibt es ja Steve (Tomas Sinclair Spencer). Der serviert ganz hervorragende Mai Thais, außerdem ist sein Irish Pub ganz in der Nähe. Und er ist immer auf der Jagd nach einer hübschen Maus. Sein Terrain ist das "Lauschgift".

Paula und Simon begleiten ihn. Aber während Paula schon nach wenigen Minuten heftig mit einem fremden Mann knutscht, hängen ihre Kumpel schwer frustriert an der Bar ab. Schließlich ergreift Steve die Initiative. Die beiden attraktiven Frauen, die er seit längerem beobachtet, zeigen eindeutig Interesse, da ist er ganz sicher. Und tatsächlich – Katja (Julia Stinshoff) und Petra (Jana Pallaske) lassen sich auf die beiden ein. In einem seltenen Anfall von gutem Timing hatte Simon eine Boygroup-Parodie aufs Parkett gezaubert und die beiden hübschen Stewardessen beeindruckt. Man einigt sich schnell, den Abend bei Simon ausklingen zu lassen.

Die Männer sind Feuer und Flamme und anfangs läuft auch alles ganz hervorragend. Die Frauen lachen, eine Wasserpfeife macht die Runde, Simon gelingen einige gute Gags. Aber dann vergreift er sich in seiner DVD-Sammlung und hält plötzlich das Cover von "Spermageile Stewardessen" in den Händen. Für Katja und Petra hat der Spaß damit ein Ende. Sie gehen und lassen die beiden Männer verdattert zurück. Was kann man nur gegen Pornos haben?

Die nächste Überraschung folgt am Morgen danach. Simons T-Laden hat jetzt magentafarbene Vierecke über der Tür. Und die Filialchefin, von allen nur respektvoll "die Eule" (Anke Engelke) genannt, zitiert Simon in ihr Büro. Wie er dazu komme, einer Achtjährigen einen Zwei-Jahres-Vertrag zu verkaufen. Simon gibt sich ungerührt, verspricht aber, die Sache aus der Welt zu schaffen. Im Aufenthaltsraum trifft er auf Flik, der gerade ein "Post-It" mit dem Wort "armario" auf den Schrank klebt. Es stellt sich heraus, dass Flik nicht nur einen Spanisch-Kurs besucht, sondern dort auch eine Frau kennen gelernt hat. Mit Daniela (Daniela Preuss) könnte es was Ernstes werden, bekommt Simon zu hören. Das ist zuviel.

Der dicke Flik und eine Frau, womöglich auch noch eine hübsche? Simon geht vor den "T-Laden" und ruft Dörte an. Die ist von der Einladung ganz angetan und schlägt gemeinsames Kochen vor. Simon ist wenig begeistert, aber in der Not... Sie wissen schon. Allerdings übertreibt Dörte derart maßlos in ihrem Eifer, die beste Pancetta-Seewolf-Pasta aller Zeiten auf den Tisch zu zaubern, dass Simon schnell der Appetit auf mehr vergeht. Außerdem gackert sie ihm entschieden zu viel herum. Simon wirft sie raus, legt seine beste Deathmetal-CD ein und dreht bis zum Anschlag auf. Er hat eine Idee…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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