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Von Menschen und Göttern - Plakat zum Film

VON MENSCHEN UND GöTTERN

("Des hommes et des dieux")
(F, 2010)

Regie: Xavier Beauvois
Film-Länge: 120 Min.
 
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 Kino-Start:
 16.12.2010

 DVD/Blu-ray-Start:
 16.09.2011

 Free-TV-Start:
 24.03.2016

"Von Menschen und Göttern" - Handlung und Infos zum Film:


Das Klosterleben der neun Mönche im algerischen Tibhirine ist geprägt durch ruhige, ritualisierte Handlungen: Ob im Gebet, beim gemeinsamen Singen, beim Bestellen der Felder und während der täglichen Schweigestunden, in den verschiedenen Tätigkeiten zeigt sich, wie die kleine Glaubensgemeinschaft um Abt Christian (Lambert Wilson) in Einklang mit Gott, sich selbst und ihren Nachbarn lebt. Die Dorfbewohner werden im Kloster von Bruder Luc (Michael Lonsdale) medizinisch versorgt, die Analphabeten unter ihnen holen sich Hilfe, wenn es amtliche Formulare auszufüllen gilt. Selbst in Liebesdingen schätzt man bisweilen den Rat der Mönche. Im Gegenzug werden die christlichen Nachbarn gerne zu Familienfesten eingeladen.

Doch das harmonische Zusammenleben spiegelt nicht die politische Realität des Landes wider. Vom obersten Religionsvorsteher des Dorfes wird Christian, der neben der Bibel auch den Koran studiert, über den zunehmenden Terror islamischer Fundamentalisten auf dem Laufenden gehalten: Gerade erst wurde die 18-jährige Samira ermordet, weil sie keinen Schleier trug. Und sogar ein Imam ist unlängst von den Rebellen getötet worden. Diese Gewaltakte sind neu, keiner versteht mehr, wer hier wen verfolgt und aus welchen Gründen.

Als eine Baustelle in der Nähe des Klosters überfallen und 14 kroatische Bauarbeiter ermordet werden, geraten auch die Mönche neben aller Betroffenheit unter Druck. Das Militär und der Bezirksvorsteher drängen sie, Tibhirine zu verlassen, da sie das nächste Ziel der Rebellen sein könnten. Die Dorfbewohner hingegen wollen, dass sie bleiben, weil ihre Anwesenheit ihnen Schutz verspricht. Das Angebot der Armee, sie vorerst unter militärische Protektion zu stellen, lehnt Christian ab. Zunächst muss es darum gehen, dass jeder Einzelne von ihnen seine Gründe findet, die ihn in dieser Situation zum Gehen oder Bleiben veranlassen. Niemand kann den Mönchen diese schwerwiegende Entscheidung abnehmen.

Wie nah die Gefahr schon gerückt ist, erfahren die Mönche am eigenen Leibe, als das Kloster am Weihnachtsabend tatsächlich von einer Rebellengruppe unter dem Anführer Ali Fayattia (Farid Larbi) heimgesucht wird, die mit Waffengewalt die Versorgung ihrer Verletzten durch einen Arzt oder zumindest die Herausgabe von Medikamenten erzwingen möchte. Standhaft verweigert Christian als Ordensvorsteher jegliche Forderungen. Doch der Schock sitzt tief und löst bei seinen Brüdern grundsätzliche Fragen aus. Jeder Mönch versucht nun, in intensiver Selbstbefragung zu einer Entscheidung zu gelangen, im Bewusstsein, dass diese mit Konsequenzen für die Gemeinschaft wie auch für ihr muslimisches Umfeld verbunden ist. Schließlich haben sie im Gegensatz zu den Dorfbewohnern eine Wahl: Sie könnten mit Hilfe der Regierung die gefährdete Region verlassen.

Eine dramatische Spannung begleitet von nun an den praktischen wie spirituellen Alltag der christlichen Gemeinschaft. Christophe (Olivier Rabourdin), der Jüngste unter ihnen, gerät darüber sogar in eine tiefe Glaubenskrise. Welchen Nutzen sollte es haben, wenn er jetzt als Märtyrer sterben würde? Ihn plagen Zweifel, er hört Gottes Stimme nicht mehr, glaubt sogar verrückt zu werden. Christian gemahnt ihn daran, dass er sein Leben schon einmal gegeben hat, um im Glauben Christi als Mönch zu leben.

Das Militär hat einen toten Rebellen gefunden und geht davon aus, dass es sich dabei möglicherweise um den Rebellenführer Fayattia handeln könnte. Christian wird zur Identifizierung der Leiche einbestellt, beim Anblick des geschundenen Körpers betet er für ihn - eine Geste, die bei Obersten wie Soldaten auf großes Unverständnis stößt.

Zahlreiche besorgte Briefe erreichen das Kloster, eine französische Journalistin möchte die Ordensbrüder interviewen. Die Frage stellt sich, ob sich die Mönche nicht besser der Öffentlichkeit entziehen oder ob sie versuchen sollten, den Menschen ihre Wahl verständlich zu machen? Um zu verdeutlichen, dass es selbst in dieser aussichtslosen Situation noch Hoffnung gibt.

Letztendlich gelingt es den Mönchen, aus ganz unterschiedlichen Beweggründen und Gedankengängen heraus, zu einem gemeinschaftlichen Entschluss zu finden: Sie werden bleiben, um ihre Mission zu erfüllen. Jetzt und hier, an diesem Ort werden sie am meisten gebraucht - ungeachtet der Gefahr, der sie sich persönlich aussetzen. Eine folgenschwere Entscheidung...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 07.12.2010


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