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Wackersdorf - Plakat zum Film

WACKERSDORF

(D, 2018)

Regie: Oliver Haffner
Film-Länge: 123 Min.
 
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 Kino-Start:
 20.09.2018

 DVD/Blu-ray-Start:
 22.02.2019

"Wackersdorf" - Handlung und Infos zum Film:


Der oberpfälzische Landkreis Schwandorf steckt Anfang der Achtziger Jahre in einer tiefen Krise und der Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) steht unter Druck, Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region zu schaffen. Wie ein Geschenk erscheinen da die Pläne, die ihm der bayerische Umweltminister (Sigi Zimmerschied) unterbreitet: Im Landkreis soll eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WA)@ gebaut werden, die wirtschaftlichen Aufschwung verspricht. Noch stehe man in Konkurrenz mit anderen Standorten, aber die Chancen stünden gut.

Und Schuierers Hoffnung wird weiter genährt. Auch Karlheinz Billinger (Fabian Hinrichs) von der Deutschen Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) stellt ihm in Aussicht, die WAA im Landkreis zu bauen: eine moderne, saubere Hochtechnologie-Anlage, so Billinger, von der die Landschaft weitgehend unberührt bleibe. Schuierer ist begeistert und reist sogar extra nach München, um sich für das Projekt einzusetzen. Wenig später steht fest: Die WAA wird im Landkreis Schwandorf gebaut, in der Gemeinde von Schuierers Freund, dem Bürgermeister Josef Pirner (Johannes Herrschmann) - in Wackersdorf.

Eine kleine Gruppe von Atomkraft-Gegnern ist darauf schon vorbereitet. Zur "Bürgerinitiative Schwandorf" gehören junge Links-Alternative wie Monika Gegenfurtner (Anna Maria Sturm) und ihr Mann Karl (Andreas Bittl), aber auch ältere Bürger und sogar ein Pfarrer (Harry Täschner). Sie wollen die Atomfabrik in ihrer Heimat verhindern, aus Angst vor den unkalkulierbaren Risiken. Ohne Genehmigung errichten sie einen Holzturm, um die Baustelle im Taxöldener Forst beobachten zu können. Als Schuierer sie deswegen ermahnt, muss er sich von Monika als Handlanger von "Atommafia" und "Großkapital" beschimpfen lassen.

Sein Büroleiter Vollmann (Florian Brückner) schlägt vor, den Turm sofort abreißen zu lassen, doch obwohl Schuierer verärgert ist, besteht er darauf, den offiziellen Weg einzuhalten. Er will die Entscheidung des zuständigen Gerichts abwarten. Dabei bleibt er auch, als die Regierung ihn unter Druck setzt. Denn das Recht ist für Schuierer unumstößlich. Umso entsetzter ist er, als die Polizei den Holzturm einfach abreißt, auf Weisung "von ganz oben" – ein Rechtsbruch der Bayerischen Staatsregierung.

Angesichts der unverhältnismäßigen Reaktion wird Schuierer misstrauisch und beginnt genauer nachzuforschen. Einen unverhofften Verbündeten findet er dabei in dem Beamten Claus Bössenecker (Peter Jordan), den die Staatsregierung dem Landratsamt für Bauangelegenheiten zugewiesen hat. Je akribischer Schuierer sich in das Thema Atomenergie einarbeitet, desto sensibler wird er für die Sorgen, die viele Menschen in der Region haben, auch seine Frau Lilo (Ines Honsel) und die beiden Kinder. Wie groß sind die Risiken der WAA wirklich? Wollen Staatsregierung und Atomlobby die Oberpfälzer hinters Licht führen? Soll in der WAA sogar irgendwann waffenfähiges Plutonium hergestellt werden, wie die Aktivistin Monika glaubt?

Schuierers Skepsis wird noch konkreter, als er auf einem Bauplan einen 200 Meter hohen Kamin entdeckt. Mit diesem, so erklärt ein Fachmann der DWK, sollen die radioaktiven Abfälle in höhere Luftschichten gelenkt werden, das minimiere die Belastung der Umgebung. Aber wenn die Anlage doch so ungefährlich ist wie behauptet, warum ist es dann überhaupt notwendig, den Rauch in höhere Luftschichten zu lenken, fragt sich Schuierer. Der Landrat nimmt seine Verantwortung für die Region und ihre Bevölkerung sehr ernst – und die Gefahren der WAA erscheinen ihm viel zu groß.

Schuierer geht mit seinen Zweifeln an die Öffentlichkeit und rückt von seiner Haltung auch nicht ab, als der Druck immer stärker wird. Er erhält Drohbriefe und selbst sein Freund Josef Pirner distanziert sich von ihm - auch weil er nicht auf die hohen Gewerbesteuern der DWK verzichten will, die er in Wackersdorf schon vorab investiert hat. Für die Regierung ist Schuierers Widerstand problematisch, da seine Unterschriften rechtlich nötig sind. Doch dann schaltet der Ministerpräsident einen ehrgeizigen jungen Politiker (Frederic Linkemann) ein – und dem sind alle Mittel recht, die WAA zu seinem persönlichen Erfolg zu machen. Er erarbeitet ein Gesetz, das Landräte faktisch entmachtet. Mit dieser "Lex Schuierer" braucht die Staatsregierung auf Schuierers Einwände keine Rücksicht mehr zu nehmen.

Der Taxöldener Forst wird gerodet und um das Gelände wird ein riesiger Zaun gebaut, den Hunderte Polizisten vor den Demonstranten bewachen. Außerdem verhaftet die Polizei willkürlich Aktivisten. Hans Schuierer muss all dem machtlos zusehen und erleben, wie Familien und Freundschaften an der Frage zerbrechen, ob die WAA gebaut werden soll oder nicht. Doch er entscheidet sich dafür weiterzukämpfen: als einfacher Staatsbürger, als Teil der Protestbewegung. Schuierer wird zu ihrer Symbolfigur und legt sich immer heftiger mit der Strauß-Regierung an. Damit geht er ein großes persönliches Risiko ein...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 30.08.2018


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