Eigentlich kam der Ire Redmond Barry (
Ryan O'Neal) aus einfachen Verhältnissen. Sein Schicksal war seine Cousine Nora (
Gay Hamilton), die aber aus finanziellen Gründen Captain John Quin (
Leonard Rossiter) versprochen war. Nachdem Redmond dem Captain die Hochzeit verpatzt hat, fordert der ihn schließlich zum Duell heraus. Redmond erschießt Quin und flieht daraufhin in die Dienste der britischen Armee, die gerade mit den Preußen gegen Frankreich, Österreich und Russland kämpft. Als Barry allerdings erfährt, dass er Quin gar nicht getötet hat, sondern das ganze nur eine Finte war, ihn loszuwerden, desertiert er.
Unterwegs wird er jedoch von dem preußischen Captain Potzdorf (
Hardy Krüger) aufgegriffen und zum Dienst in "seiner" Armee verpflichtet. Nachdem er Potzdorf das Leben gerettet hat, fasst der Vertrauen zu Barry und trägt ihm eine besondere Mission an: Er soll einen Chevalier (
Patrick Magee) als Verräter enttarnen. Da dieser aber wie Barry Ire ist, wechselt Barry aber die Seiten und lässt sich von ihm lieber in die Kunst des Glücksspiels und Betrugs einführen. Durch ihn lernt Barry dann auch die Baronin Larry Lyndon (
Marisa Berenson) kennen. Nachdem deren Mann Charles (
Frank Middlemass) einer Herzattacke erlegen ist, ist für Barry der Weg frei, Baron Barry Lyndon zu werden...
Einen typischen Kubrick-Film gibt es einfach nicht - so kann man auch nicht unbedingt behaupten, dass "Barry Lyndon" untypisch ist. Er erinnert vielleicht vom Erzählstil her am ehesten an
"Dr. Seltsam", eines seiner Frühwerke - dass es sich um denselben Regisseur handelt, der auch
"Uhrwerk Orange" oder
"2001: Odyssee im Weltraum" drehte, mag man dagegen weniger glauben. Recht unterhaltsam aber leider nur zeitweise mit satirischem Unterton, wird die verwegene Lebensgeschichte des Barry Lyndon erzählt. Beeindruckend sind in den drei Stunden vor allem die großflächigen Kameraeinstellungen, die dennoch nie übertrieben werden. Hierfür gab es dann auch einen "OSCAR" - ebenso wie für Ausstattung, Kostüme und die - größtenteils klassisch adaptierte - Musik. In der Kategorie "Bester Film" ging "Barry Lyndon" allerdings genau so leer aus wie Kubrick selbst für Regie und Drehbuch.